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Weltweite Euro-Nutzung gesunken Gemeinschaftswährung büßt Vertrauen ein

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Der Euro ist weiter die zweitwichtigste Reservewährung der Welt - wenn auch mit leichten Einbußen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Durch die Schuldenkrise sinkt zeitweilig der Anteil des Euro an den globalen Währungsreserven. Allerdings hat sich Lage noch im vergangenen Jahr wieder stabilisiert. Die EZB sieht das auch als Ergebnis ihrer Politik.

Die Investoren haben angesichts der Staatsschuldenkrise im Euroraum das Vertrauen in die Gemeinschaftwährung vorübergehend etwas verloren. Im vergangenen Jahr sank der Anteil der des Euro an den weltweiten Währungsreserven im Vergleich zum Vorjahr von 29,1 auf 23,9 Prozent wie die Europäische Zentralbank mitteilte. Der Anteil am internationalen Markt für Schuldverschreibungen nahm von 26,2 auf 25,5 Prozent ab. Die Leitwährung bleibt indes der US-Dollar, der 61,9 Prozent der Währungsreserven ausmachte. Auf Jahressicht belief sich das Minus auf 0,3 Punkte.

"Einige Indikatoren deuten aber darauf hin, dass sich die internationale Nutzung des Euro in der zweiten Hälfte 2012 stabilisiert haben könnte oder sogar gestiegen ist", sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen. Grund dafür sei die Zusage der EZB, im Notfall unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen. Die EZB fördert den internationalen Einsatz des Euro nicht, beobachtet ihn aber und veröffentlicht einmal jährlich einen Bericht darüber.

Wie es weiter hieß, ist die Auslandsnachfrage nach Euro-Banknoten weiter gestiegen. Zugleich habe der Euro seine Rolle als Parallelwährung in einigen Ländern Süd- und Südosteuropas behaupten können. Ende vergangenen Jahres zirkulierte rund ein Viertel der Euro-Banknoten im Ausland - vor allem in der Schweiz, in Großbritannien und in Nordafrika.

Anleihenkaufprogramm hat Kapitalabfluss gestoppt

Gewinner 2012 waren den Angaben zufolge dagegen der Kanadische und der Australische Dollar, deren Anteil an den Weltwährungsreserven Ende des Jahres auf drei Prozent zunahmen. Insgesamt erreichte der Anteil nicht-traditioneller Reservewährungen im vergangenen Jahr mit sechs Prozent den höchsten Anteil seit 40 Jahren. Auch der Yuan wurde mehr genutzt, allerdings vor allem in Handels- und weniger in Finanzgeschäften. Die chinesische Währung wurde wegen der zunehmenden Bedeutung der Volksrepublik für den Welthandel mehr genutzt. Eine Rolle, die der Bedeutung der Wirtschaftsmacht China entspräche, bleibt dem Yuan derzeit aber wegen der Restriktionen des Kapitalverkehrs in China und der Steuerung des Wechselkurses versagt.

Stark nachgefragt ist der Euro seit Beginn der Finanzkrise in der Schweiz. Die EZB rechnet in ihrem Bericht vor, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach ihren Interventionen gegen den Franken zwar immer wieder Euro-Papiere gegen andere eintauscht, gleichwohl aber ihr Bestand an Euro-Papieren seit 2008 um rund 200 Milliarden Schweizer Franken zugenommen hat.

Zugleich enthält der EZB-Bericht auch eine Rechtfertigung des geplanten Staatsanleihekaufprogramms OMT: Der Abfluss an privatem Kapital aus Italien, Spanien, Portugal, Irland, Zypern und Slowenien hatte Mitte 2012 rund 23 Prozent der zusammengefassten Wirtschaftsleistung dieser Länder erreicht. Erst die OMT-Ankündigung habe diese Entwicklung stoppen und umkehren können.

Die EZB ist überzeugt, dass die Sorgen um die Zukunft des Euro inzwischen bei Notenbankern spürbar nachgelassen hat. Einer gründe sei eben das unbegrenzte EZB-Anleihenkaufprogramm OMT. Die Notenbank hatte versprochen, den Euro um jeden Preis zu retten.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ