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PCs für tausende Schulen Microsoft will Buße tun

Der US-Softwareriese Microsoft hat sich im Kartellverfahren mit rund 100 privaten Klägern auf einen Vergleich geeinigt. Das Unternehmen erklärte sich bereit, die ärmsten Schulen der USA mit Computern und Software im Wert von über einer Mrd. US-Dollar auszustatten. 12.500 öffentliche Schulen sollen von dem Fünfjahres-Programm profitieren.

Die Einigung muss nun von beiden Seiten unterzeichnet werden. Zudem muss das Bundesgericht in Baltimore, das die Sammelklagen bearbeitet, dem Vergleich zustimmen. Sollte das zuständige Bundesgericht die Einigung in der Sammelklage bestätigen, wird Microsoft im Geschäftsjahr 2002 eine außergewöhnliche Belastung im Volumen von rund 550 Millionen Dollar verbuchen. Eine öffentliche Anhörung solle am kommenden Dienstag stattfinden.

"Die Einigung erspart dem Unternehmen lange und teure Gerichtsprozesse und hat gleichzeitig Einfluss auf das Leben von Millionen von Schülern in den wirtschaftlich schwächsten Schulen des Landes", sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer in einer Telefonkonferenz.

Der Vergleich betrifft den Angaben zufolge die meisten Privatklagen gegen Microsoft. Die Kläger hatten dem Unternehmen vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht und damit Millionen Computerbenutzer benachteiligt zu haben.

Die Anwälte der Sammelklage im Bundesstaat Kalifornien hätten sich jedoch bereits gegen die Einigung ausgesprochen, hieß es in den Kreisen weiter. Die Kunden in Kalifornien würden durch den Vergleich nicht ausreichend entschädigt, begründeten die Anwälte ihre Haltung nach Angaben aus den Kreisen.

Mit einer Einigung bei den privaten Sammelklagen könne Microsoft den Druck auf die verbleibenden Generalstaatsanwälte einiger US-Bundesstaaten im Kartellverfahren der US-Regierung verstärken, die dem Vergleich vom 2. November noch nicht zugestimmt hätten, hieß es in den Verfahrenskreisen weiter. Die klagende US-Regierung und der Software-Konzern hatten sich auf einen Vergleich geeinigt, der nach Angaben des US-Justizministeriums "weit reichende" Auflagen für Microsoft beinhaltet und den Wettbewerb in der Software-Industrie beleben soll. Dem Vergleich hatten neun der 18 in der Klage eingeschlossenen US-Bundesstaaten innerhalb weniger Tage zugestimmt.

Quelle: ntv.de