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Spam-Verfahren in den USA Provider beschuldigt

Einer der berüchtigtsten Versender von unerwünschten Werbe-E-Mails - so genanntem Spam - hat im US-Kongress die großen Internetprovider der Heuchelei beschuldigt.

Der als "Cajun-Spammer" bekannte Ronald Scelson bekannte offen, dass er täglich bis zu 180 Millionen Massen-Mails versende. Laut "Washington Post" soll Scelson bei einer Anhörung vor dem Kongress behauptet haben, dass gegen seine Spam-Mails auch keine Filter nützlich seien. Er könne binnen 24 Stunden jeden neuen Filter knacken.

Der aus dem US-Bundesstaat Louisiana stammende Scelson warf den großen Internet-Providern vor, sie behaupteten zwar, ihre Kunden vor Spam zu schützen, sendeten aber selbst Massen-E-Mails: "AOL verschickt Spams an seine Mitglieder", sagte Scelson. Auf Nachfrage von Senator John McCain erklärte AOL-Vizepräsident Ted Leonsis ausweichend: "Wir geben den Mitgliedern die Möglichkeit, sich davor zu bewahren."

Die Anhörung war Teil der Bemühungen des Kongresses, die Internetnutzer vor der ausufernden Werbeflut zu schützen. Senator Conrad Burns sprach von "digitalem Dreck", der die E-Mail-Kommunikation gefährde. Er unterstützt einen Gesetzentwurf, der auch Unternehmen schützen soll. Die Massen-Mails kosten die US-Unternehmen nach eigenen Angaben bis zu zehn Milliarden US-Dollar im Jahr.

Der Senat des US-Bundesstaates Kalifornien hat unterdessen eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die Spamming für unrechtmäßig erklärt. Die betroffenen Empfänger von Spam sollen den Absender auf 500US-Dollar Schadenersatz pro E-Mail verklagen können.

E-Mail-Adressen dürfen in Kalifornien zukünftig nicht mehr zu Werbezwecken aus dem Internet gesammelt und verkauft werden. Auch gefälschte Header und irreführende Betreffzeilen sollen zukünftig unter Strafe stehen.

Quelle: ntv.de