Der Sport-TagUsyk wendet Jahrhundert-Blamage mit "lachhaftem" Sieg ab
Vor den Pyramiden von Gizeh hat der ukrainische Schwergewichts-König Oleksandr Usyk seinen WBC-Gürtel durch einen Zittersieg gegen das Kickbox-Idol Rico Verhoeven verteidigt. In dem ungewöhnlichen Crossover-Duell besiegte der ungeschlagene 39-Jährige und Dreifach-WM-Titelträger den Niederländer in Ägypten durch technischen Knockout nach elf von zwölf Runden.
In dem Duell vor den Augen des deutschen Schwergewichts-Profis Agit Kabayel machte Verhoeven Usyk das Leben überraschend schwer, der Ukrainer wirkte nur selten wie der erwartetet klare Favorit. "Ich fand, es war ein frühes Ende, aber am Ende ist das nicht meine Entscheidung", sagte Verhoeven.
Der Ringrichter stoppte den Kampf eine Sekunde vor Schluss der elften Runde und nahm dem Niederländer so die Chance auf die Sensation. Zwei Punktrichter sahen den Kampf bei Abbruch remis, einer Verhoeven gar vorne. Viele Beobachter hatten den Underdog vorne, im Netz wird die Entscheidung scharf kritisiert. Usyk agierte bei seiner freiwilligen Titelverteidigung überraschend schwach. Im Laufe des Duells bekam er, zunehmend Probleme mit dem starken Verhoeven, der den Kampf fortan bestimmte. Dennoch verpasste Usyk seinem Kontrahenten einen Uppercut-Treffer und der Niederländer hing in den Seilen. Daraufhin stoppte der Ringrichter überraschend den Kampf. "Das ist echt lachhaft", sagte Box-Experte Bernd Bönte bei DAZN.
Kabayel, der unbedingt seinen ersten WM-Kampf bestreiten möchte, betrat nach dem Kampf im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft den Ring und forderte Usyk heraus. Der Pflichtherausforderer von Usyk sagte: "Deutschland ist bereit für den Kampf. All die deutschen Fans warten. Ich weiß, dass viele ukrainische Menschen auch in Deutschland leben. Lass es uns in einem deutschen Stadion austragen", sagte der Bochumer. "Lass es uns machen, kein Problem", entgegnete Usyk, der dennoch vage blieb. Auch ein weiterer Kampf zwischen Verhoeven und Usyk könnte kommen.