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Epidemie-Lage in Deutschland Alle Daten, alle Fakten zum Coronavirus

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Belastungsprobe für das Gesundheitssystem: Wie gut kann Deutschland mit dem Coronavirus-Ausbruch umgehen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ansteckungswelle verliert an Wucht: In Deutschland steigen die Zahlen auch in der zweiten Wochenhälfte nur moderat an. Der Alltag kehrt langsam zurück. Dabei ist das Virus-Risiko noch lange nicht verschwunden. Die aktuelle Lage im Überblick.

Sinkende Fallzahlen, immer mehr Regionen ohne aktive Infektionen: Deutschland gewinnt im Kampf gegen das Coronavirus allem Anschein nach langsam die Oberhand. Einzelne Ausbrüche in verschiedenen, weit auseinanderliegenden Städten und Landkreisen belegen jedoch, dass die Gefahr noch längst nicht ausgestanden ist. So lange es weder ein wirksames Medikament, noch einen verlässlichen Impfstoff gibt, kann sich der Erreger theoretisch immer wieder neue Wege zurück in die ungeschützte Öffentlichkeit suchen.

Hinweis: Karten und Infografiken werden laufend aktualisiert.

Die verfügbaren Meldedaten deuten in der Woche nach Pfingsten immerhin eine anhaltend rückläufige Entwicklung bei den neu erfassten Covid-19.Erkrankungen an: In den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Bundesländer ist die Gesamtzahl der seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Deutschland nachgewiesenen Infektionen bis Donnerstagabend auf 183.088 Fälle gestiegen. Das sind 444 Infektionen mehr als am Vorabend.

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Damit folgen die amtlichen Zahlen dem bekannten Muster aus den vergangenen Pandemie-Monaten: Mit den einlaufenden Nachmeldungen vom Wochenende steigt die Zahl der Neuinfektionen in der zweiten Wochenhälfte regelmäßig an. Erst im Vergleich zum Vorwochenniveau lassen sich belastbarere Aussagen gewinnen. Hier tritt der rückläufige Trend deutlich zu Tage.

Hinweis: Die aktuellen Daten zur Pandemie-Lage weltweit finden Sie hier.

Im Sieben-Tage-Trend bei den Neuinfektionen liegt der Durchschnitt der neu gemeldeten Fälle mittlerweile bei 361. Das mehrtägige Mittel bewegt sich damit weit unter den Spitzenwerten der vergangenen Wochen. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag dieser gleitende Schnitt der jeweils zurückliegenden Meldetagen noch bei 480, vor zwei Wochen sogar noch bei 606 Neuinfektionen. Am Donnerstag nach Ostern waren sogar noch mehr als 3100 Fälle zu verzeichnen.

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Die Entwicklung weckt Hoffnungen, dass ich damit bald auch die Lage auf den Intensivstationen weiter entspannen dürfte: Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung und einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 registrierten Todesfälle erhöhte sich zuletzt um 32 auf insgesamt 8631 Verstorbene. Am Vortag, dem bislang stärksten Meldetag nach Pfingsten, waren 38 Todesfälle neu in die Statistik eingegangen.

Insgesamt erhärtet sich der Eindruck, dass die schlimmste Phase der ersten Welle überstanden zu sein scheint. Ob es eine zweite Welle geben wird, ist noch offen. Bislang noch ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland und der Welt dem Coronavirus weiterhin weitgehend schutzlos ausgesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuletzt besorgt darüber, dass manche Bürger die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. "Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmaßnahmen nicht mehr. Die brauchen wir", sagte Merkel in der ZDF-Sendung "Was nun ?".

Das Tragen von Gesichtsmasken in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sei ebenfalls "absolut notwendig", betonte sie. "Das wird so bleiben, solange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben."

Zu einer möglichen zweiten Welle der Pandemie sagte Merkel, sie glaube nicht, "dass es sich genau so wiederholt, wie es war". Es könne jetzt "viel eher" reagiert werden als beim ersten Auftauchen des neuartigen Coronavirus. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer zweiten Welle habe, sagte die Kanzlerin: "Angst ist das falsche Wort." Sie sei "unglaublich aufmerksam, das immer zu beobachten, Tag für Tag".

Dass der Erreger noch immer im Land ist, hatten in den vergangenen Tagen gleich mehrere Ereignisse unabhängig voneinander bewiesen: Lokale Ausbrüche sorgen im Landkreis Sonneberg im Süden Thüringens und vor allem in Bremerhaven an der Nordseeküste weiterhin für ein hohes Fallaufkommen.

In Bremerhaven wurde, wie im Tagesverlauf bekannt wurde, zuletzt sogar der von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. In den vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Daten lag der Stadtkreis Bremerhaven zuletzt noch mit einer aktuellen Inzidenz von 36,1 knapp über der Warnschwelle.

Aufgrund der bekannten Verzögerungen im Meldewesen ist dabei durchaus möglich, dass die Region auch bei der in der Nacht (5.6., 0.00 Uhr) anstehenden Aktualisierung noch unter der kritischen Marke bleibt. Das RKI gibt den neuen Stand jeweils in den Morgenstunden bekannt.

Vorfälle wie in Bremerhaven lösen bundesweite Bedenken mit Blick auf eine weitere Lockerung der Schutzmaßnahmen aus: Nach neuesten Laborergebnissen seien seit Mittwoch 27 Neuinfizierte mit Wohnsitz in Bremerhaven hinzugekommen, teilte der Magistrat mit. Davon stünden 26 im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde, in der sich damit insgesamt 96 Menschen infiziert haben. Von ihnen wohnen 59 in Bremerhaven.

Unmittelbare Konsequenzen für die breite Öffentlichkeit vor Ort hat das Infektionsereignis zunächst nicht: Auf die aktuellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen habe die Entwicklung zunächst keinen Einfluss, sagte ein Sprecher der Stadt. Bisher gebe es keinen Hinweis für Infektionsketten außerhalb der Gemeinde und der betroffenen Familien. Ein großer Teil der positiven Corona-Befunde sei auf häusliche Kontakte zurückzuführen. Da in den Familien noch nicht alle Mitglieder getestet seien, sei auch weiterhin mit Corona-Befunden zu rechnen.

Klar jedoch ist, dass Sars-CoV-2 in Deutschlands bestenfalls eingedämmt, aber noch lange nicht besiegt ist. Die jüngsten Vorfälle wie etwa im Landkreis Coburg, im Großraum Frankfurt oder auch in Berlin stehen bisher in keinem erkennbaren Zusammenhang. Gemein haben die Vorfälle nur, dass jeweils eine größere Zahl an Menschen unter anderem bei Treffen oder im Umfeld von Veranstaltungen zusammengekommen war. Das Virus zirkuliert also offenbar noch immer in der Bevölkerung.

"Nach wie vor treten Ausbrüche in fleischverarbeitenden Betrieben in mehreren Bundesländern auf", heißt es im aktuellen RKI-Lagebericht. Dort werden zudem auch "größere Covid-19-Häufungen unter Mitarbeitern verschiedener Logistikzentren" erwähnt, unter anderem zum Beispiel in Heinsberg, in Winsen/Luhe sowie in Hannover-Langenhagen.

Das RKI stuft die Vorfälle dort derzeit als "lokal begrenzte Ausbrüche" ein. Auswirkungen auf die bundesweite Ansteckungsrate sind bislang nicht zu erkennen, im Gegenteil: Der vom Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelte Schätzwert zur Reproduktionszahl - der sogenannte einfache R-Wert - fiel am Donnerstag weiter zurück und erreichte damit den tiefsten Stand seit Beginn der täglichen Veröffentlichungen. Aktuell notiert der empfindlichere der beiden R-Kennzahlen bei 0,57 (Mittwoch: 0,71) und damit deutlich unter der kritischen Marke bei 1,0.

Die starken Schwankungen bei der Ansteckungsrate kommen nicht überraschend: RKI-Sprecher hatten bereits vor Wochen ausdrücklich davor gewarnt, dass die insgesamt verringerten Fallzahlen zu Pendelbewegungen beim herkömmlichen R-Wert führen könnten. Die geschätzte Ansteckungsrate bildet das Infektionsgeschehen vor etwa eineinhalb Wochen ab. Ein echtes Warnsignal wäre den Angaben aus dem RKI zufolge erst dann gegeben, wenn sich die Kennzahl über mehrere Tage hinweg deutlich über einem Wert von 1,0 bewegen sollte.

Um der absehbaren Nervosität des einfachen R eine robustere Zahl an die Seite zu stellen, war das RKI Mitte Mai dazu übergegangen, ergänzend auch ein sogenanntes 7-Tage-R zu veröffentlichen. Dabei handelt es sich um einen nach ähnlicher Methode und anhand derselben Datengrundlage ermittelten Schätzwert, der sich allerdings im Unterschied zum Vorgänger auf Fallzahlen aus breiteren Zeiträumen stützt.

Das neue R sei daher, heißt es beim RKI, weniger anfällig für tagesaktuelle Schwankungen. Tatsächlich fallen die Bewegungen beim 7-Tage-R etwas moderater aus: Das RKI gab für Donnerstag einen Stand beim 7-Tage-R von 0,80 (Mittwoch: 0,83) an.

Allerdings sagt auch das neue 7-Tage-R nichts über die aktuelle Lage aus, sondern gibt lediglich das Infektionsgeschehen aus der nahen Vergangenheit wieder: Aufgrund der erweiterten Datengrundlage sind im neuen R bestenfalls die Entwicklungen von vor 8 bis 16 Tagen zu erkennen. Immerhin beziehen sich die Aussagen damit bereits auf einen Zeitraum nach den erweiterten Lockerungsbeschlüssen. Anzeichen für eine sich erneut aufbauende Ansteckungswelle gibt es demnach nicht.

"Es wäre schön, Ihnen jetzt sagen zu können: Das war‘s, wir sind durch", hatte die Kanzlerin die Lage in ihrer Ansprache zu Pfingsten zusammengefasst. Aber "ohne wirksame Medikamente, ohne Impfstoff" könne das "noch niemand ernsthaft sagen".

Die Pandemie und ihre Folgen hätten das Land, die Wirtschaft und den Bürgersinn "schwer geprüft", räumte sie ein. Deutschland habe "diese Prüfung" aber "bisher recht gut bestanden". Eine "überwältigende Mehrheit der Menschen", betonte Merkel, habe sich "von Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere leiten lassen".

Dadurch hätten die Deutschen in den zurückliegenden vier Monaten "viel geschafft". "Ich könnte auch sagen: Wir haben uns viel erspart", sagte Merkel. "Unsere gemeinsame Leistung ist nämlich das, was bei uns glücklicherweise nicht eingetreten ist."

Von Anfang sei es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, erklärte die Kanzlerin. Jeder einzelne Erkrankte sollte eine "angemessene und würdige Behandlung" erhalten. "Und auch das haben wir bis heute erreicht.

Mancher glaubt jetzt, weil das große massenhafte Leid nicht eingetreten ist, sei auch die Gefahr wohl nie so groß gewesen". Dies jedoch sei, so Merkel, ein "Irrtum". Ein Blick in schwer getroffene Nachbarländer zeige, "was leicht hätte sein können".

Immerhin verschafft der Rückgang bei den Fallzahlen den Epidemiebekämpfern an vorderster Front eine dringend benötigte Atempause. Die für die Eindämmung so wichtige Nachverfolgung der Corona-Infektionen ist für die Gesundheitsämter derzeit nach eigenen Angaben beherrschbar.

Nachdem die erste Welle der Pandemie in Deutschland zumindest eingedämmt zu sein scheint, rücken die Fragen nach den massiven Nebenwirkungen des Bevölkerungsschutzes verstärkt in den Vordergrund. Überall im Land mehren sich die Stimmen, die ein Ende der staatlichen Eingriffe und Kontaktbeschränkungen fordern.

Deutschland lebt mittlerweile seit dem 23. März unter den Bedingungen des Pandemie-Ernstfalls. Noch immer laufen Kita-Betreuung und Schulen nur im bestenfalls erweiterten Notbetrieb. In Teilen der Gesellschaft drohen die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Ansteckungswelle immer weiter an Rückhalt und Unterstützung zu verlieren.

Anlass für eine restlose Aufhebung der Schutzmaßnahmen sehen Epidemie-Experten nicht. Im Gegenteil: Im Robert-Koch-Institut, das den Kampf gegen den Erreger in Deutschland federführend koordiniert, verfolgen die Epidemiologen die Debatte um weitere Lockerungen offenkundig mit Sorge. Das Lagebild, das sich aus den einzelnen Pandemie-Parametern ergibt, zeigt selbst den Experten nur eine Momentaufnahme. Das tatsächliche Infektionsgeschehen ist darin nur eingeschränkt und mit der beschriebenen zeitlichen Verzögerung zu erkennen.

Als wichtigste Gegenmaßnahmen pocht das RKI weiterhin auf die frühzeitige Entdeckung und Isolierung aller infizierten Personen, die strikte Quarantäne aller betroffenen Kontaktpersonen sowie die soziale Distanzierung in der übrigen Bevölkerung.

Nur auf diese Weise, sagen die Experten könne die "Infektionsketten" unterbrochen werden und die weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt dazu mittlerweile auch eine Ausweitung der Coronavirus-Tests.

Auch bei leichten Symptomen solle sofort getestet werden, je früher desto besser, wie RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Mai erklärte. Eine generelle Testung der Bevölkerung ohne Symptome sei jedoch nicht ratsam.

Abhängig von der Situation sei es aber sinnvoll, Risikogruppen durch häufigere Tests besser zu schützen - zum Beispiel in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Denn Infizierte könnten das Virus ausscheiden, bevor sie Symptome spürten.

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Dass die Fallzahlen bei ntv.de in der Regel über den vom RKI ausgewiesenen Werten liegen, hat leicht nachvollziehbare Gründe: Bei der Auswertung der Datenlage greift ntv.de auf die Angaben der Gesundheitsbehörden und Ministerien der Länder zurück. Dort werden die Zahlen - unabhängig von den formellen Meldewegen des Infektionsschutzgesetzes - teils mehrfach täglich aktualisiert und erreichen die Öffentlichkeit so schneller als über die amtliche RKI-Statistik.

Diese Angaben wertet ntv.de aus, gleicht sie mit den Zahlen des RKI ab und bezieht im Fall aktueller Entwicklungen auch einzelne Mitteilungen von Landesregierungen oder Ministerien mit ein. Auf dieser Basis entsteht ein aktuelles Gesamtbild, das die tagesaktuelle Entwicklung schneller abbildet als die Veröffentlichungen des RKI.

Ausschlaggebend für die medizinische und politische Beurteilung der Lage sind jedoch allein die amtlich bestätigten RKI-Zahlen. Dort werden die täglich bis Mitternacht eingehenden Meldungen überprüft und, so weit möglich, den jeweiligen Vortagen zugeordnet.

Daraus ergibt sich ein wichtiger Unterschied zwischen Falldaten und Meldedaten: Ein täglicher Anstieg um 100 neu gemeldete Ansteckungen würde zum Beispiel nicht heißen, dass all diese Infektionen am gleichen Tag entdeckt wurden. Nachmeldungen können dazu führen, dass die Höhe der täglichen Fallzahlen in der amtlichen Statistik nachträglich noch verändern.

Dieser Umstand schränkt die Aussagekraft der von den Landesbehörden veröffentlichten Meldedaten natürlich ein. Im RKI ist man sich sehr wohl bewusst, dass es auf dem Weg vom Gesundheitsamt vor Ort bis nach Berlin Verzögerungen gibt, insbesondere an und nach den Wochenenden. Die Experten dort gehen aber davon aus, dass es sich lediglich um einen zeitlichen Verzug handelt, der allein der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Meldeverfahren geschuldet ist.

In der Datenübersicht bei ntv.de ergibt sich die Angabe der "aktuell Infizierten" aus der Summe der über den gesamten Zeitverlauf bestätigten Infektionen abzüglich der Anzahl der Verstorbenen und der Menge jener Personen, die ihre Erkrankung als geheilt und nicht mehr ansteckend überstanden haben. Wenn Bundesländer eigene Schätzungen zur Zahl der Genesenen veröffentlichen, werden diese Daten berücksichtigt. Dies ist derzeit bei 14 der 16 Bundesländer der Fall.

Die beiden Ausnahmen stellen Hessen und Schleswig-Holstein. Dort übernehmen die Behörden die aus Berlin für ihr Land ermittelte Schätzung, während die übrigen Länder bei der Schätzung per RKI-Methode auf einen jeweils niedrigeren Wert kommen als das Robert-Koch-Institut selbst. Das RKI stellt seit 22. März auch eine eigene amtliche Schätzung zur Gesamtzahl der Genesenen in Deutschland zur Verfügung.

Für Länder wie zum Beispiel China oder Südkorea liegen dazu detaillierte Angaben vor, was wichtige Hinweise zum tatsächlichen Stand des Infektionsgeschehens ermöglicht. In Deutschland dagegen werden die geheilten Covid-19-Patienten in der amtlichen Statistik nicht zentral erfasst.

"Daten darüber, ob ein Patient wieder genesen ist, werden nicht offiziell erhoben", heißt es dazu beim RKI. "Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Das würde die ohnehin knappen Ressourcen unnötigerweise belasten, da sie dafür jeden Fall über Wochen verfolgen müssten und daraus keine weiteren Maßnahmen erfolgen."

Umfangreichere Daten zur Anzahl der Genesenen und Geheilten gibt es aus den meisten Bundesländern bisher überdies nur für die klinisch erfassten Fälle. Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich aber mit milden Symptomen zu Hause in Quarantäne befinden, werden nach Ablauf der Isolationsfrist bisher nicht an das RKI gemeldet. Sie gelten in den Schätzungen bisher nach 14 Tagen als genesen.

Für die Darstellung in Karten und Infografiken zur Lage außerhalb Deutschlands wertet ntv.de neben den Zahlen des RKI und den offiziell gemeldeten Fällen der Landesbehörden auch überregionale Datenbestände aus.

Die aktuellen Fallzahlen aus China und den übrigen Teilen der Welt etwa verzeichnet unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), eine Agentur der EU, sowie das US-Pendant CDC bieten jeweils eigene Überblicke zur Verbreitung des neuen Coronavirus.

Wie hoch die Dunkelziffer in den einzelnen Staaten jeweils angesetzt werden muss, ist unklar. Schätzungen dazu sind abhängig von einer ganzen Reihe regionaler Unterschiede und Faktoren, wie etwa der Anzahl der durchgeführten Tests oder der Leistungsfähigkeit in den lokalen Gesundheitssystemen. Längst nicht alle Infizierten entwickeln auch Symptome der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Ansteckend können solche sogenannten asymptomatischen Fälle bisherigen Erkenntnissen zufolge trotzdem sein. Das macht diesen Personenkreis zur Gefahr für Mitmenschen.

Die Angaben zur Letalitätsrate - die in der ntv.de Berichterstattung in der Regel vereinfacht als Verhältnis der Virus-Toten zur Gesamtzahl der Infizierten wiedergegeben wird - sind ausdrücklich als vorläufige Angaben zu verstehen. Die Werte können sich im Verlauf der Entwicklung noch nach oben oder unten bewegen. Das Science Media Center (SMC) in Köln bietet dazu ein ausführliches Factsheet mit Hinweisen zur Letalitätsberechnung.

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Die breite Öffentlichkeit steht den Risiken der Coronavirus-Pandemie nicht hilflos gegenüber: Mediziner raten grundsätzlich zur generellen Vorsorge - unabhängig vom individuellen Risiko. Wer die gängigen Hygieneratschläge beachte, heißt es, könne sich gleichermaßen vor einer Ansteckung mit der Grippe, dem Coronavirus und nahezu allen anderen ansteckenden Viren-Infektionen schützen.

Dazu zählen Gesundheitsexperten vor allem einfache Maßnahmen, die ohne aufwendige Desinfektionsmittel auskommen: Schon das regelmäßige Händewaschen und die sogenannte Husten- und Nies-Etikette, heißt es, können das generelle Ansteckungsrisiko erheblich verringern.

Quelle: ntv.de, mit Material von dpa, rts und AFP