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Pandemie-Daten im Überblick So lähmt das Coronavirus die Welt

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Das Coronavirus erfasst die wirtschaftlich eng vernetzten Industriestaaten zuerst. Die Entwicklungsländer haben der Pandemie und ihren Folgen wenig oder nichts entgegenzusetzen.

(Foto: AP)

Mehr als 5,9 Millionen Fälle in aller Welt, sechsstellige Opferzahlen in den USA: Der Erreger Sars-CoV-2 macht vor keinen Grenzen halt. Nach China, Europa und den USA entwickeln sich neue Krisenherde auf der Südhalbkugel. Nicht nur in Brasilien ziehen die Fallzahlen an. Die internationale Lage im Überblick.

Die Coronavirus-Pandemie wächst sich zur wahrhaft globalen Katastrophe aus: Unaufhaltsam, so scheint es, läuft die Ansteckungswelle weiter um den Erdball. Ein Fanal der Pandemie sind die mehr als 100.000 Todesfälle, die inzwischen in den USA im Zusammenhang mit einer Infektion registriert wurden. Aber der Erreger Sars-CoV-2 breitet sich mit zunehmender Geschwindigkeit auch auf der Südhalbkugel aus.

Südamerika ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO das neue Epizentrum der Pandemie und dort vor allem Brasilien, wo am Freitag ein trauriger "Rekord" an neuen Fällen verzeichnet wurde. Ein schwelendes Infektionsgeschehen gibt es jedoch auch in Afrika. Wie aus der ntv-Auswertung der Behördenangaben hervorgeht, sind dort bislang 135.126 nachgewiesene Ansteckungen bekannt. Mehr als 3900 Infizierte sind bisher gestorben. Südlich der Sahara sind Südafrika und Nigeria bislang am stärksten von der Pandemie betroffen.

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Trotz mehr als 135.000 Corona-Fällen liegt die Zahl der Infizierten in Afrika bislang noch weit hinter den dramatischen Daten aus anderen Weltteilen - selbst in Deutschland liegt die Zahl derzeit noch sehr viel höher als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. In den USA wurden inzwischen bereits mehr als 1,7 Millionen Infektionen registriert, die Todeszahl ist mittlerweile sechsstellig.

In Europa erreichten die Fallzahlen zuletzt die Marke von 2 Millionen Infizierten, die Zahl der bekannten Todesfälle liegt bei 177.435.

Weltweit liegt die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen mittlerweile bereits bei über 5,9 Millionen Fällen und dürfte am Sonntag die 6-Millonen-Marke übertreffen. Die Pandemie stellt damit in der Tat ein weltumspannendes Problem dar. Es ist die erste Mega-Krise, die alle Erdenbewohner gleichermaßen bedroht. In fast allen Ländern sind bereits Ansteckungen mit dem potenziell tödlichen Coronavirus aufgetreten.

Hinweis: Die Übersicht zur Coronavirus-Lage in Deutschland finden Sie hier.

Im Zusammenhang mit der von dem Erreger ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 wurden in den vergangenen Wochen und Monaten weltweit mehr als 366.000 Todesfälle verzeichnet. Die Zahlen zeigen jedoch nur einen Ausschnitt des Geschehens.

Da bei weitem nicht alle Fälle erfasst werden, liefern die Daten nur Hinweise auf das tatsächliche Ausmaß der Pandemie. Wie groß der sichtbare Anteil der Erkrankungswelle ist, bleibt vorerst unklar: Die Höhe der Dunkelziffern an nicht erkannten Infektionen und der in keiner Statistik registrierten Todesfällen lässt sich kaum verlässlich schätzen.

Aufgrund unterschiedlich hoher Testquoten sind die Länderdaten ohnehin nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar. Insbesondere in Staaten mit unterentwickelten Gesundheitssystemen ist von hohen Dunkelziffern auszugehen - schlicht, weil hier die Kapazitäten, die Strukturen und oft auch die einfachsten Mittel fehlen, um die Bevölkerung frühzeitig und systematisch vor der möglicherweise längst eingeschleppte Infektionen zu schützen.

Stark beeinflusst werden die Fallzahlen zudem auch von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte und den wirtschaftlichen Aktivitäten des jeweiligen Landes. Bisherigen Erkenntnissen zufolge sind Regionen, die in regem internationalen Austausch stehen, schneller und potenziell stärker betroffen als wirtschaftlich schwächere Gebiete mit einer niedrigeren Einwohnerzahl und weniger dicht besiedelten Flächen. Wie sich jedoch von Woche zu Woche immer deutlicher zeigt, heißt das nicht, dass die ärmeren Staaten von der Pandemie verschont bleiben. Das Virus kommt dort offenbar nur später an.

Gefährlich wird die Ausweitung lokaler Ansteckungswellen vor allem für Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Ist das Virus erst einmal in der Bevölkerung angekommen, stehen zur Behandlung der Erkrankten dort in der Regel sehr viel weniger Ressourcen zur Verfügung als in den reichen Industriestaaten.

Die Folgen sind potenziell verheerend: Einrichtungen zur Gesundheitsversorgung sind mitunter in Entwicklungsländern sehr viel schneller überlastet als in Asien, den USA oder Europa. Und wie Beispiele aus Südkorea, aus Österreich und auch aus Deutschland zeigen, kann unter Umständen schon ein einzelner Infizierter ausreichen, um das Virus einzuschleppen und folgenschwere lokal Ausbrüche auszulösen.

Sollte sich ein solches Infektionsgeschehen in einer Region mit unzureichender medizinischer Versorgung, mangelnden hygienischen Bedingungen und hoher Siedlungsdichte ereignen, dann sind rasant steigende Fallzahlen unvermeidlich. Damit laufen insbesondere Armenviertel, Slums und Flüchtlingslager in den Entwicklungsländern Gefahr, sich binnen kurzer Zeit zu neuen Keimzellen neuer Pandemie-Wellen zu entwickeln. Akut bedroht ist damit besonders auch die Bevölkerung in den Kriegs- und Krisenzonen der Welt.

In den Daten wird der Beginn dieser neuen Pandemie-Phase womöglich nur schwer oder nur mit erheblichen Verzögerungen zu erkennen sein. Der Grund liegt auf der Hand: In Staaten, in denen kaum oder nur punktuell getestet wird, steigt die Zahl der Infektionsfälle - die ja nur die offiziell bekannt gewordenen Ansteckungen abbildet - aller Voraussicht nach nur langsam an. Im Jemen zum Beispiel sind bislang lediglich 256 Infektionsfälle bekannt. Wie viele Menschen dort jedoch tatsächlich mit dem Virus infiziert worden sind, ist aufgrund der Kriegssituation kaum zu bestimmen.

Die gleichen Einschränkungen gelten für die Angaben zur Anzahl der Corona-Toten. Selbst unter günstigen Bedingungen können die Sterbefälle hier nicht immer sicher dem Erreger als Todesursache zugeordnet werden. In der Praxis heißt das, dass sich das Ausmaß der lokalen Ansteckungsrate in vielen Weltregionen nur indirekt über die Zahl der Verdachtsfälle und anhand eines etwaigen Anstiegs ungeklärter Todesfälle ablesen lassen dürfte. Sinnvoll eindämpfen oder gar besiegen lässt sich die Pandemie so nicht: Die Krisenregionen könnten sich auf Jahre hinaus zu schwelenden Infektionsherden entwickeln, von denen das Virus in immer neuen Wellen den Weg zurück in die Welt finden wird.

Die US-Lage im Detail

Die Vereinigten Staaten bleiben auf absehbare Zeit das mit Abstand am schwersten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Fast jede dritte bestätigte Infektion weltweit wurde bisher in den USA registriert. In der Zählung der "New York Times" (NYT) überschritten die Fallzahlen dort bereits Ende April die Millionenschwelle, inzwischen sind es 1.767.693 Millionen bestätigte Fälle. 103.391 Menschen sind in den USA im Zusammenhang mit einer Infektion bereits gestorben.

Seit dem 29. April 2020 zählt die Zeitung - wie zuvor schon die Johns-Hopkins-Universität - nun auch Todesfälle auf, die zwar nicht offiziell auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wurden, aber von den Behörden als wahrscheinliche Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektionen eingestuft wurden. Wichtigster Brennpunkt der USA bleibt der Bundesstaat New York.

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Die Lage in Brasilien

Die Lage in Europa

Die Lage in Spanien

Die Lage in Italien

Die Lage in Frankreich

Aufgrund eines veränderten Meldesystems meldete Frankreich am Donnerstag 3325 Infektionen mehr als noch am Vortag. Diese sind aber nicht auf einen erneuten starken Ausbruch des Infektionsgeschehens zurückzuführen, betonen die Behörden explizit. Der Tageszuwachs am Freitag betrug 597 Fälle und 52 Todesfälle. Am Sonnabend steigen diese Zahlen wieder an auf 1828 Neuinfektionen und 57 Todesfälle. Dadurch erhöhte sich auch die Zahl der aktiven Infektionen in Frankreich erstmals wieder auf 54.457 (+1306).

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Hinweis: Die ntv-Zählung hält sich bei den Daten aus Frankreich an die engere Falldefinition und weist lediglich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle aus.

Die Lage in Großbritannien

Die Lage in Polen

Die Lage in Nordeuropa

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Die Lage in Österreich

In Österreich entspannt sich die Lage zusehends. Die Zahl der aktiven Infektionen sank inzwischen auf 406. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in Österreich ab dem 15. Juni nur noch in drei Bereichen zur Pflicht: In öffentlichen Verkehrsmitteln, im Gesundheitsbereich und bei Dienstleistungen, in denen Mindestabstand nicht eingehalten werden kann - beispielsweise in der Gastronomie oder beim Friseur.

Die Lage in Japan

Die Lage in Südkorea

Die Lage in Russland

Die Lage in der Türkei

Die Lage in China

Die Volksrepublik China, wo der Erreger Sars-CoV-2 bisherigen Erkenntnissen zufolge Ende 2019 in der Millionenmetropole Wuhan auf den Menschen übersprang, steht in der weltweiten Coronavirus-Pandemie längst nicht mehr im Mittelpunkt des Infektionsgeschehens. Zahlen aus Peking zufolge gab es unter den rund 1,4 Milliarden Chinesen zuletzt kaum noch neu entdeckte Ansteckungen.

Am vergangenen Samstag hatte China erstmals seit Januar keine neuen Coronavirus-Infektionen gemeldet, auch nicht bei Rückkehrern oder Reisenden. Unter der Woche schwankte die Zahl zwischen eins und elf, ehe am Freitag erneut keine Neuinfektionen registriert wurden. Am Samstag wurde nun wieder vier Neuinfektionen vermeldet. Die Gesamtzahl aller bekannten Coronavirus-Infektionen in China liegt damit offiziellen Angaben zufolge bei 82.999 Fällen. Die Zahl der Toten gibt China seit dem 16. Mai 2020 unverändert mit 4634 an - das liegt deutlich unter der Opferzahl in wesentlich kleineren Ländern.

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Allerdings wuchsen zwischenzeitlich Befürchtungen vor einer zweiten Welle im Land. In Wuhan, dem Ursprungsort der weltweiten Pandemie, meldeten die Behörden vor zwei Wochen wieder verstärkt neue Ansteckungen. Peking ordnete darauf Massentests für alle elf Millionen Einwohner in Wuhan an. Inzwischen scheint das Infektionsgeschehen wieder im Griff.

Zudem kündigte China an, internationale Flüge wegen der Pandemie noch mindestens bis Oktober stark zu beschränken. Während der innerchinesische Luftverkehr wieder rund die Hälfte des Vorkrisenniveaus erreicht hat, hält die Luftverkehrsbehörde an den Einschränkungen für Flüge aus dem Ausland fest.

Quelle: ntv.de, mit Material von AFP und rts