

Sie haben die Kursrallye auf den DAX verpasst? Eine bittere Erfahrung! Wenn der DAX nach oben klettert und Tech-Aktien förmlich explodieren, wollen Sie nicht nur zuschauen. Allerdings ist das Geld wegen des neuen Autos gerade knapp. Ein Kredit für Aktien klingt verlockend: Sie investieren, können morgen davon profitieren und zahlen übermorgen die Finanzierung zurück. Aktien auf Pump zu kaufen ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn Sie nicht aufpassen, führt das Ganze in eine finanzielle Katastrophe. Lassen Sie uns herausfinden, wo die Stärken des Kredits für Aktien liegen. Schauen wir uns an, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen.
Die Frage ist gerechtfertigt: Aktien auf Pump zu kaufen, hört sich nach Glücksspiel an. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt: Es gibt Situationen, in denen dieser Schritt Sinn ergibt. Fremdfinanzierte Trades gibt es an den Märkten unter institutionellen Anlegern (Stichwort Leerverkauf) schon länger. Wichtig ist, dass Sie die Voraussetzungen kennen.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Nach einem Crash sind Quality-Aktien im Keller, die Panik ist groß und der Markt überverkauft. Sie wissen, dass sich die Märkte langfristig wahrscheinlich wieder erholen. Oder ein Unternehmen, das Sie beobachten, wird plötzlich massiv unterbewertet, der Einstieg verspricht durch die anstehende Korrektur einen erheblichen Value.
Genau in solchen Momenten wird der Kredit zum Hebel. Die Wahrheit: Wer 2009 nach der Finanzkrise 10.000 Euro in einen DAX-ETF investiert hat, hat das Vermögen 2020 mehr als verdoppelt. Genau hier kommt für die Aktien der Kredit ins Spiel. Wenn Sie clever in die Position einsteigen, ist die Rendite so hoch, dass selbst nach Abzug der Zinsen und Gebühren ein Plus unter der Rechnung steht.
Die Herausforderung: Sie müssen den Markt lesen und verstehen. Wer nur mit den Trends handelt, steigt zum falschen Zeitpunkt ein und realisiert nach Abzug aller Kosten vielleicht eine schwarze Null – oder schreibt dicke, rote Zahlen.
Wann kann der Aktienkredit funktionieren?
Wichtig ist, eine klare Vorstellung von einem Exit-Plan zu haben. Sie müssen den Markt kennen, um schnell zu reagieren und Verluste auszusteuern. Von der Kreditfinanzierung eher abzusehen ist bei einem kurzfristigen Kapitalbedarf und schwankenden Einkommen. Wollen Sie den Kredit für Aktien ohne Rücklagen finanzieren, denken Sie genau nach. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust.
Sie waren einfach mal neugierig, ob Aktien wirklich mit einem Kredit gekauft werden? Sie dürfen ruhig weiterlesen. Und haben vielleicht auch schon eine Idee, wie der Kreditvergleich weiterhilft – weil Sie ein Wohnmobil oder eine neue Wärmepumpe finanzieren wollen. Stellen Sie die Finanzierungsprojekte auf eine sichere Basis und informieren Sie sich jetzt!

Ein Aktienkredit kann durchaus sinnvoll sein (Foto: Shutterstock)
Bei verschiedenen Brokern finden Sie ein spezielles Angebot – den Wertpapierkredit. Auf den ersten Blick sehen diese praktisch aus. Sie beleihen einfach Teile des Bestands im Depot und erhalten sofort Liquidität. Keine Bonitätsprüfung wie beim klassischen Ratenkredit, keine lästigen Einkommensnachweise und kein Ident-Verfahren. Klingt nach einer bequemen Möglichkeit, für mehr Liquidität zu sorgen.
Kann aber auch zu einer teuren Falle werden. Wertpapierkredite haben zwei Nachteile, die Ihre Rendite auffressen können.
Anders als beim Ratenkredit mit festem Zinssatz schwanken die Kosten beim Wertpapierkredit. Koppelt die Bank den Zins an den Kapitalmarkt, machen steigende Leitzinsen den Kredit teurer. Sie können nichts dagegen tun.
Das ist der Albtraum für Anleger. Fallen die Kurse Ihrer Aktien, sinkt der Wert Ihrer Sicherheit (die Wertpapiere hinterlegen Sie als „Pfand“). Die Bank kann Sie dann auffordern, Geld nachzuschießen oder mehr Sicherheiten zu stellen. Eine Liquidierung der Positionen kommt jetzt genau zum falschen Zeitpunkt.
Ihr Wertpapier kann zum Bumerang werden – was mit einem Ratenkredit ohne Zweckbindung nicht passiert. Die Zinsen sind fest kalkulierbar, es gibt kein Kursrisiko und mit den richtigen Konditionen bleiben Sie trotzdem flexibel. Wenn Sie im Vergleich alles richtig machen, schlagen zinsgünstige Kredite der Banken für Aktien sogar viele Wertpapierkredite.
Zahlen Sie sich die Gewinne jedes Jahr aus, kommen insgesamt 6.000 Euro zusammen. Zinsen für den Ratenkredit haben Sie aber nur rund 1.700 Euro bezahlt. Ein stattliches Plus. Wenn Sie die Gewinne aber nicht abschöpfen, sondern reinvestieren, schlägt der Zinseszinseffekt voll zu Ihren Gunsten zu.

Ein Ratenkredit kann eine gute Alternative zu einem Aktienkredit sein (Foto: Shutterstock / PeopleImages)
Sie wollen mit einem Kredit Aktien kaufen – dann gehört eine Wahrheit allerdings dazu: Die Märkte verhalten sich nicht immer so, wie Sie es erwarten. Es drohen durch plötzliche Turbulenzen Preisschwankungen. Selbst die gute Performance einer Branche bedeutet nicht automatisch, dass es nach oben geht, wenn die Prognosen in den Keller abtauchen. Sie müssen das Worst-Case-Szenario in den Aktienkredit einplanen.
Sie haben 20.000 Euro auf Kredit in Aktien investiert, der Depotwert fällt um 30 Prozent. Aus 20.000 Euro werden 14.000 Euro. Die Tilgungsraten laufen aber weiter. Bei fünf Jahren und fünf Prozent Zinsen zahlen Sie monatlich rund 377 Euro. Nach einem Jahr haben Sie bereits 4.516 Euro abbezahlt, aber der Depotwert liegt noch unter der Restschuld. Wie Anleger in so einer Situation richtig reagieren, hängt stark von der Risikoeinschätzung ab. Historisch erholen sich die Märkte oft. Die Frage ist, ob Sie dazu Zeit haben.
Sie investieren 15.000 Euro in einen MSCI World ETF über einen Kredit mit vier Prozent Zinsen und fünf Jahren Laufzeit. Die monatliche Rate liegt bei circa 275 Euro. Im ersten Jahr geht der Markt seitwärts, im zweiten und dritten Jahr geht es insgesamt 20 Prozent (oder rund 3.000 Euro) nach oben. Im Jahr vier dann der Absturz um 21 Prozent. Bleiben Sie cool oder trennen sich vom Investment?
Beide Situationen stellen Sie vor Herausforderungen. Was im zweiten Szenario zu bedenken ist: Sie haben nur noch rund 3.200 Euro Restschuld zu tilgen. Da Sie jedes Jahr die Rendite abgeschöpft haben, sind mehr als 3.000 Euro sicher.
Der Aktienkredit bringt Risiken mit. Dieser Punkt muss Ihnen bewusst sein. Nur dann können Sie auch Regeln definieren, die dem Investment und Ihrem Verhalten einen klaren Rahmen vorgeben
Klingt im ersten Moment vielleicht wie ein Widerspruch, aber zum Kredit für Aktien greifen Sie nur dann, wenn dem Darlehen ein stabiles Einkommen gegenübersteht. Sie brauchen eine Reserve als Plan B – für den Fall, dass sich das Investment nicht wie geplant entwickelt. Anleger bzw. Kreditnehmer müssen sich klarmachen, dass der Aktienkredit vor allem ein Ziel hat: Zinsdifferenzen zu Ihren Gunsten ausnutzen.
Die Versuchung ist groß: Bewegt sich diese eine Aktie in die richtige Richtung, machen Sie Gewinn. Leider müssen Sie aber auch damit rechnen, dass Einzelaktien am Markt anders reagieren. Wenn ausgerechnet Ihre Aktie crasht (während der Kredit weiterläuft), bekommen Sie Probleme. Mit dem Kredit für Aktien setzen Sie eher auf breit gestreute ETFs wie den MSCI World. Damit investieren Sie in Assets, die bereits intern sehr breit gestreut sind und das Risiko der Einzeltitel glätten.
Bevor Sie auch nur einen Euro investieren, legen Sie fest: Bei welchem Gewinn steige ich aus? Bei welchem Verlust ziehe ich die Reißleine? Ohne klare Regeln übernehmen Emotionen Ihre Entscheidungen – was oft zu erheblichen Verlusten führt. Basierend auf der Exit-Strategie bauen Sie in die Investments mit dem Aktienkredit Stop-Loss und Take-Profit-Orders ein. Diese helfen Ihnen dabei, das Investment und die Risikostrategie zu automatisieren.
Über die TARGOBANK beantragen Sie einen Kredit ab 5.000 Euro. Die Finanzierung wird ohne Zweckbindung ausgereicht und kann daher auch als Aktienkredit eingesetzt werden. Mit einer Laufzeit zwischen 12 und 96 Monaten bietet sich Ihnen die Möglichkeit, den Kredit der TARGOBANK in die Anlagestrategie einzupassen. Finanziert wird mit einem effektiven Jahreszins ab 3,49 Prozent p. a. Die konkrete Höhe Ihrer Kreditzinsen hängt von der Bonität ab. Zu den Konditionen des Kredits zählen Sondertilgungen, die jederzeit möglich sind.
Wer einen Kredit für den Aktienkauf sucht und sich gegen den klassischen Wertpapierkredit entscheidet, macht bei ING Erfahrungen mit gleich zwei Kreditangebote. Der Ratenkredit kann für Kreditsummen zwischen 5.000 und 75.000 Euro beantragt werden – mit einer Laufzeit zwischen 12 und 120 Monaten. Die Bank bietet das Darlehen ohne Zweckbindung an. Durch die ING wird mit dem Rahmenkredit ein zweites Angebot bereitgestellt. Hier beantragen Sie einmalig die Einrichtung der Kreditlinie bis 25.000 Euro und können den Betrag anschließend flexibel nutzen.
Was die Commerzbank von der Konkurrenz abhebt: Einen Kredit für Aktien als Ratenkredit ohne Verwendungszweck beantragen Sie ab 1.500 Euro. Mit Laufzeiten von 6 bis 119 Monaten bleibt der Kredit ausreichend flexibel und passt auch in eine langfristige Anlagestrategie. Finanzieren lassen sich über den Kredit bis zu 100.000 Euro. Zu welchem Zinssatz die Commerzbank das Darlehen ausreicht, wird von Ihrer Bonität bestimmt. Kleiner Tipp: Entscheiden Sie sich für einen Online-Antrag, gewährt die Bank einen Zinsvorteil von bis zu 0,6 Prozent p. a.
Preisbewegungen an der Börse verschaffen Ihnen manchmal unverhofft ein lukratives Investment. Um die Chance auszunutzen, brauchen Sie Geld. Mit einem Kredit für den Aktienkauf steigen Sie in den Markt ein und nutzen Kursentwicklungen konsequent aus. Um eine optimale Rendite zu erzielen, ist der Blick auf die Zinsen natürlich extrem wichtig. Behalten Sie aber auch andere Aspekte im Auge. Der Kredit muss schnell zu beantragen sein. Außerdem darf sich die Bank nicht zu viel Zeit lassen, der Markt bewegt sich schließlich extrem dynamisch.

Der Aktienkredit kann helfen Börsentrends gut zu nutzen (Foto: Shutterstock / Lek_charoen)
Ja, es gibt kein Gesetz, das den Kauf von Aktien über einen Kredit verbietet. Gerade im Rahmen der institutionellen Geldanlage findet dieser Schritt immer wieder statt. Banken, die ein Darlehen ohne vorgeschriebenen Verwendungszweck ausreichen, können Ihnen das Finanzieren von Aktiengeschäften damit nicht einfach verbieten. Ihnen muss allerdings klar sein, auf welches Risiko Sie sich einlassen.
Der Kredit läuft unabhängig vom Zustand des Depots weiter. Selbst, wenn Ihr komplettes Investment auf null abfällt, müssen Sie die Raten und den Zins bis zum Ende zahlen. Deshalb ist die Diversifikation ein so wichtiges Thema. Entscheiden Sie sich für den Schritt hin zum Aktienkredit, brauchen Sie ein klar definiertes Sicherheitskonzept.
Ja, dieser Punkt muss im Vergleich eine Rolle spielen. Angenommen, ein Take-Profit löst aus und stellt eine Position glatt. Benötigen Sie das Kapital nicht mehr, wird es an die Bank zurückgezahlt. Auf diese Weise verkürzen Anleger die Zinskosten. Gleiches gilt für einen Stop Loss. Halten Sie das Kapital ohne Re-Investment, müssen Verlust und Zinsen verkraftet werden.
Grundsätzlich lassen sich mit Derivaten hohe Renditen erzielen. Demgegenüber steht aber auch ein sehr hohes Verlustrisiko. Anders als im Fall einer Aktie, die nur im Ausnahmefall wertlos wird, kann ein Finanzderivat sehr schnell verfallen. Damit realisieren Sie am Ende einen Totalverlust. Mit einem Kredit für Aktien sind Hebelprodukte eher zu meiden.
Ihre erwartete Rendite sollte mindestens drei bis vier Prozentpunkte über den Kreditkosten liegen. Sie müssen schließlich nicht nur den Zins und die Tilgung finanzieren, sondern haben auch an die Kapitalertragsteuer sowie die Ordergebühren zu denken. Bei fünf Prozent Kreditzinsen benötigen Sie also circa neun Prozent Aktienrendite pro Jahr.


