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So ähnlich sieht das in der Dokumentation über ihn auch aus: Helmut Berger.
So ähnlich sieht das in der Dokumentation über ihn auch aus: Helmut Berger.(Foto: imago stock&people)
Montag, 14. September 2015

Masturbation vor laufender Kamera: "Botox Boy" verlässt Helmut Berger

Sie waren zweifellos ein schräges Paar: Ex-Hollywood-Star Helmut Berger und "Botox Boy" Florian Wess. Doch ihre Beziehung ist Geschichte, denn eine Aktion Bergers ist nun selbst seinem Gatten zu bizarr: "Sich im Film einen runterzuholen, das geht nicht."

Schauspieler Helmut Berger ist wieder Single. "Botox Boy" Florian Wess hat ihm den Laufpass gegeben. Als Grund gibt der 34-Jährige den Auftritt seines 71-jährigen Ehemanns in der Dokumentation "Helmut Berger, Actor" an, die am Wochenende bei den Filmfestspielen in Venedig erstmals öffentlich gezeigt worden war. In einer Szene ist zu sehen, wie sich der ehemalige Weltstar aus Filmen wie "Die Verdammten" oder "Ludwig II" vor laufender Kamera selbst befriedigt.

Gemeinsam protestierten Berger und Wess gegen den Terroranschlag auf das französische Magazin "Charlie Hebdo".
Gemeinsam protestierten Berger und Wess gegen den Terroranschlag auf das französische Magazin "Charlie Hebdo".(Foto: imago/Future Image)

Da mochte offenbar sogar Wess nicht mehr hingucken. "Sich im Film einen runterzuholen, das geht nicht", sagte er der "Bild"-Zeitung. Gegenüber dem österreichischen "Kurier" wurde er noch ausführlicher: "Ich bin enttäuscht, dass Helmut vor einem fremden Mann und sogar vor einer filmenden Kamera vor der Weltöffentlichkeit masturbiert, ja sogar ejakuliert hat und ich dies anscheinend hinnehmen soll. Das funktioniert in keiner Partnerschaft, da ich das Wort Treue sehr ernst nehme."

Berger bewusst vorgeführt?

Offenbar ist die Filmszene jedoch nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: "Es gab viele andere Sachen, die vorgefallen sind und für mich nicht mehr vereinbar sind. Ich habe mich geschämt, als ich den Film in Venedig sah", so Wess zum "Kurier". Sein Fazit: "Das war wirklich zu viel."

Auch Bergers Manager Helmut Werner ist mit der Filmdokumentation von Regisseur Andreas Horvath nicht einverstanden. "Hier wurde die Institution und der Schauspieler Helmut Berger nachhaltig zerstört", sagte er der "Presse". Der Regisseur habe den Darsteller bewusst vorgeführt.

"You fucking asshole"

Horvath, der Berger für seinen Film zwei Jahre lang begleitet hatte und den Schauspieler auch in schmutziger Unterwäsche und betrunken zeigt, verteidigte sich in einem Gespräch mit dem Magazin "Profil". Die Dokumentation zeige nicht nur Bergers Abgründe, sondern habe auch "viele schöne und harmonische Momente". Gleichwohl geriet die Arbeit mit seinem Protagonisten für den Regisseur offenbar zur Grenzerfahrung. Sogar von Handgreiflichkeiten Bergers ist die Rede. "Don't hit me, you fucking asshole", hört man Horvath in einer Szene die Kontrolle verlieren.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Florian Wess mit seinem Vater Arnold (l.) und seinem Onkel Oskar.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Florian Wess mit seinem Vater Arnold (l.) und seinem Onkel Oskar.(Foto: imago/Andreas Weihs)

Berger und sein 37 Jahre jüngerer "Toy Boy" hatten im vergangenen Jahr zueinandergefunden. Anfang Juli 2015 gab sich das ungleiche Paar in einer Finca auf Ibiza sogar das Ja-Wort. Allerdings handelte es sich bei der Hochzeit um einen symbolischen Akt, weshalb auch die Trennung nun keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen wird. Berger ist schon lange mit einer Frau verheiratet, wenngleich er sich bereits 1997 von ihr getrennt hat. "Als ich die Scheidung wollte, war ihr Plan, mich über den Tisch zu ziehen", erklärte er einst, weshalb er an der Ehe festhielt. Und einen weiteren Vorteil an der Verbindung hat er entdeckt: "Wenn es mir schlecht geht, muss sie für mich aufkommen."

Dschungelcamp und "Big Brother"

Helmut Berger war in den 1970er-Jahren zu einem Schauspieler von internationaler Berühmtheit aufgestiegen. Seit jeher gilt er als Enfant Terrible und bisweilen unberechenbarer Exzentriker. Bei einem Talkshow-Auftritt bei Markus Lanz vor rund drei Jahren pöbelte er etwa gegen die anderen Gäste, streckte die Zunge heraus und griff sich in den Schritt. Nach eigenen Angaben hatte der bisexuelle Österreicher in seinem Leben zahlreiche Affären mit Männern und Frauen, darunter zum Beispiel Tänzer Rudolf Nurejew, Elizabeth Taylor und Mick Jagger. Beruflich und finanziell ging es mit Berger in den 1990er-Jahren bergab. 2013 zog er schließlich sogar ins RTL-Dschungelcamp.

Wess wiederum verdankt seine Popularität von vornherein eher Reality-TV-Formaten wie "Big Brother". Und seinem Vater, Arnold Wess. Der bildet zusammen mit Zwillingsbruder Oskar die sogenannten "Botox Boys", die - Nomen est Omen - vor allem aufgrund ihrer vielfach operativ veränderten Gesichter die Aufmerksamkeit der Medien erregten. Sohnemann Florian steht Vater und Onkel in der Leidenschaft für plastische Chirurgie in nichts nach. Vor Helmut Berger führte er schon einmal eine Ehe, die binnen kürzester Zeit floppte: mit der Transsexuellen Valencia Vintage, geboren als Florian Stöhr.

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Quelle: n-tv.de