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"Sie sind nicht allein, Ma'am" Einsame Queen bricht Briten das Herz

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Dieses Bild tut vielen Briten in der Seele weh: die Queen allein während der Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann.

(Foto: REUTERS)

Am Tag nach der Beisetzung von Prinz Philip kennen die britischen Zeitungen natürlich kein anderes Thema. Vor allem um die Bilder der allein trauernden Queen ranken sich Schlagzeilen. Doch auch sonst werden die Geschehnisse bis ins Kleinste analysiert - von Kates Schmuck bis zu Williams und Harrys Plausch.

Es war zweifelsohne eine angemessene Trauerfeier für Prinz Philip. Doch vor dem Hintergrund der Corona-Krise produzierte sie auch so manches ungewohnte Bild. Insbesondere die Aufnahmen von der allein trauernden Queen, die zu ihren übrigen Familienmitgliedern tapfer Abstand hielt, haben sich bei vielen Briten tief ins Gedächtnis gebrannt.

So titelte etwa "The Star": "Unsere Königin, erstmals in 73 Jahren wirklich allein." In eine ähnliche Richtung ging die Schlagzeile von "The Independent": "Allein in Trauer nimmt die Queen Abschied von ihrem Mann." Der "Guardian" erklärte, die Queen habe noch nie "so allein" ausgesehen, während der "Sunday Express" trotzig widersprach: "Sie sind nicht allein, Ma'am."

Die "Daily Mail" ist sich unterdessen sicher, dass die Fotos der Königin in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor das ganze Land auf Jahre begleiten würden. Und auch "The Sun" mutmaßt, die herzzerreißenden Momentaufnahmen würden "das Herz der Nation" brechen.

Taschentuch, Foto, Brief

Doch auch anderweitig zeigte sich, wie schwierig der Abschied von ihrem Mann für die sonst so gefasste Königin gewesen sein muss. So war kurz zu sehen, wie sie sich offenbar vereinzelt Tränen aus dem Gesicht wischte. Ein Royal-Insider verriet der "Daily Mail", zum Andenken an Philip habe die Queen während der Trauerfeier eines seiner Stofftaschentücher und ein gemeinsames Foto in ihrer Handtasche gehabt.

Auch ein Brief, der auf dem Sarg des Mannes, mit dem die Queen 73 Jahre lang verheiratet war, zu sehen war, stammte angeblich von ihr. Unterzeichnet haben soll sie diesen letzten Gruß mit ihrem Spitznamen Lilibet.

Lippenleser und Körpersprachen-Expertin

Neben der einsamen Queen steht aber natürlich auch weiterhin das Verhältnis zwischen den Brüdern Prinz William und Prinz Harry im Fokus. Dass sich die beiden nach dem Ende des Gottesdienstes kurz miteinander unterhielten, gibt für allerlei Spekulationen Anlass. So ist sich etwa Royal-Experte Andrew Morton in einem Artikel für "The Sun" sicher: Williams und Harrys Mutter, die verstorbene Prinzessin Diana, hätte dieses erste öffentliche Zeichen einer möglichen Aussöhnung gutgeheißen. "Aber was Dianas Herz wirklich erwärmt hätte, ist, dass William und Harry (...) nach dem Ende des Trauergottesdienstes miteinander gesprochen haben", so Morton.

Der "Express" setzte gar einen Lippenleser darauf an, die Unterhaltung der Brüder zu dechiffrieren. Demnach sagte Harry zu William, der Gottesdienst für ihren Großvater sei so gewesen, "wie er es gewollt hat". Und William antwortete darauf: "Ja, es war großartig, nicht wahr?" Wem das an Informationsfülle noch nicht reicht, der kann sich vielleicht auch noch auf die Körpersprachen-Expertin Judi James verlassen, die "The Sun" ausgegraben hat. Demnach hätten die Brüder bei ihrer Unterredung "entspannt" ausgesehen. Sie seien in einem "natürlichen Moment der Einheit" zusammengekommen und hätten sich gegenseitig Trost gespendet.

Vater und Sohn beim Spaziergang?

Doch damit nicht genug. Auch Harry und sein Vater Prinz Charles sollen im Privaten wieder miteinander sprechen. So will ein anonymer Informant der "Daily Mail" wissen, dass Harry die Rückreise zu seiner schwangeren Frau Meghan in die USA womöglich noch etwas verschiebt. So könnten Vater und Sohn noch etwas Zeit miteinander verbringen - womöglich auch, um sich auszusprechen. Charles könnte Harry etwa mit auf einen Spaziergang in Windsor nehmen, um sich die von Bürgern niedergelegten Beileidsbekundungen anzusehen.

Das jedoch ist selbstredend pure Spekulation. Handfest sind dagegen die Posts, die die Royals nach der Trauerfeier in den sozialen Netzwerken veröffentlichten. So zollten William und seine Frau, Herzogin Kate, Prinz Philip noch einmal auf Twitter und Instagram Respekt.

Der Prinz im Regen

"Der Herzog von Edinburgh war fast 70 Jahre lang ein hingebungsvoller Gemahl für Ihre Majestät, die Queen, seit der Thronbesteigung Ihrer Majestät 1952 bis zu seinem Tod", ist in einer Nachricht mit mehreren Bildern von der Trauerfeier zu lesen. Die Zeremonie habe die Militärzugehörigkeit des Herzogs sowie "persönliche Elemente des Lebens Seiner Königlichen Hoheit" widergespiegelt, heißt es weiter.

Später folgte noch ein zweiter Post der Cambridges in den sozialen Netzwerken. Er beinhaltete drei Fotos der Prozession von Schloss Windsor zur Kapelle und eine detaillierte Beschreibung der Geschehnisse. "Auf dem Sarg lagen die Admiralsmütze des Herzogs und sein Schwert, das ihm von König George VI. überreicht wurde", heißt es unter anderem.

Auch die offiziellen Konten der britischen Königsfamilie teilten Fotos und Videos von der Bestattungszeremonie. Ein Post beinhaltete auch einen Schnappschuss von Prinz Philip. Auf ihm ist er von hinten zu sehen, wie er im Regen seinen Hut abnimmt. "In liebevoller Erinnerung an Seine Königliche Hoheit, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. 1921-2021", ist daneben vermerkt.

Eine ganz besondere Kette

Herzogin Kate tat sich dabei nicht nur in den sozialen Netzwerken hervor. Wie findige Beobachter feststellten, erwies sie Philip auch schon bei der Trauerfeier mit einem ganz besonderen Schmuckstück die Ehre - einer Halskette aus der persönlichen Sammlung der Queen.

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Sie trug nicht irgendeinen Schmuck: Herzogin Kate.

(Foto: AP)

Die enganliegende Kette aus japanischen Perlen und Diamanten hatte Kate schon einmal bei einem Abendessen anlässlich des 70. Hochzeitstages von Prinz Philip und der Königin im Jahr 2017 getragen, wie unter anderem die "Daily Mail" bemerkte. Doch die Geschichte des Schmuckstücks reicht noch weiter zurück. Auch Lady Di trug es im Jahr 1982. Damals lieh die Queen die Kette ihrer Schwiegertochter für ein Bankett der niederländischen Königin Beatrix während eines Staatsbesuchs im Londoner Hampton-Court-Palast.

Die erste Ehefrau von Prinz Charles war bei der Beerdigung also dank dieser Schmuckauswahl auf gewisse Weise ebenfalls anwesend. Zumal nicht nur die Halskette, sondern auch die Perlenohrringe, die Kate dazu kombinierte, bereits von Lady Di getragen wurden. Die Queen selbst dagegen legte die Halskette in den 80er und 90er Jahren an - unter anderem 1995 während eines Dinners anlässlich des 70. Geburtstages der früheren Premierministerin Margaret Thatcher.

Münzen für ein Denkmal

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Den königlichen Schmuck bekommt der britische Normalbürger vermutlich nicht so schnell in die Finger. Dafür aber womöglich Gedenkmünzen zu Ehren von Prinz Philip. Der Zeitung "The Telegraph" zufolge gibt es jedenfalls Pläne, spezielle Fünf-Pfund-Münzen in Erinnerung an den Prinzgemahl prägen zu lassen.

Die mit dem Verkauf der Münzen erzielten Einnahmen könnten dann wiederum der Finanzierung eines Denkmals für Prinz Philip dienen. Oder man könnte zu Ehren des Verstorbenen eine neue königliche Yacht in Auftrag geben. Philip war schließlich sehr mit der Royal Navy verbunden. So oder so - eines steht fest: So schnell werden die Briten den Gatten der Queen, der am 9. April im Alter von 99 Jahren verstorben war, nicht vergessen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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