Unterhaltung

"Meine Stimme ist weg" Emotionale Trauerfeier für Chuck Berry

c038f7f6e6d5d54be93c0a81d6fc6eed.jpg

Seine geliebte rote Gibson-Gitarre geht mit auf die Reise.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Fans und Freunde nehmen Abschied: Vor drei Wochen war der unvergleichliche Musiker im Alter von 90 Jahren gestorben. Allemal Grund genug auch für seine zahlreichen Kollegen, der Rock'n'Roll-Legende die letzte Ehre zu erweisen.

Am Sonntag wurde Rock'n'Roll-Legende Chuck Berry in seiner Heimatstadt St. Louis in den USA beigesetzt. Während einer emotionalen Trauerfeier erwiesen zahlreiche Fans dem Musiker die letzte Ehre. Berry war am 18. März im Alter von 90 Jahren gestorben.

Chuck Berry

Bester Fachmann - Chuck Berry.

(Foto: epa efe Alfredo Aldai/EFE/dpa)

"Wir werden ihn im Stil des Rock'n'Roll ehren. Wir werden hier nicht sitzen und traurig sein", leitete der Geistliche Alex I. Peterson die Trauerfeier ein. Die Trauerfeier wurde im "Pageant"-Club abgehalten, in dem Berry zahlreiche Male während seiner Karriere aufgetreten war. Sein Sarg wurde dort, mit seiner geliebten kirschroten Gibson-Gitarre am Deckel befestigt, aufgebahrt. Während der Feier spielte Gitarrist Billy Peek, der in frühen Jahren mit Berry aufgetreten war, viele seiner größten Hits wie "Johnny Be Goode", "Sweet Little Sixteen" oder "Roll Over Beethoven".

Unter den Gästen befand sich unter anderem auch der KISS-Bassist Gene Simmons. Ex-US-Präsident Bill Clinton hatte einen Brief geschrieben, der während der Feierlichkeiten verlesen wurde - Berry war bei Clintons erster Amtseinführung 1993 aufgetreten. Viele seiner Musiker-Kollegen kondolierten schriftlich, die Rolling Stones schickten ein Blumenbouquet in Form einer Gitarre. Mick Jagger trauerte in einem Tweet: "Ich möchte mich bei ihm für all die inspirierende Musik bedanken, die er uns gegeben hat." Bruce Springsteen bezeichnete Berry einfach als "besten Fachmann, Gitarristen und puren Rock'n'Roll-Schreiber, der je gelebt hat". In den 50ern und 60ern lagen ihm die Teenager zu Füßen. Musikalisch stellte er Elvis in den Schatten, beeinflusste unter anderem Beatles, Rolling Stones und Beach Boys.

"Mein Darling, ich werde alt."
0c0e360d3f6e3a59ff81110531fca620.jpg

Themetta Toddy Suggs und Sohn Charles Berry Jr.

(Foto: imago/UPI Photo)

Chuck Berry galt als Pionier des Rock'n'Roll, seine Gitarrenriffs veränderten die Musik für immer. Aber nicht nur für seine Kollegen war Berry eine wichtige Größe: Für seine Familie war Berry der "geliebte Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater" - so stand es nach seinem Tod auf Berrys Internetseite.

Ein neues Album, das erste seit fast 40 Jahren, war für 2017 angekündigt. Die Veröffentlichung des Albums kann er nun nicht mehr erleben."Dieses Album ist meiner geliebten Toddy gewidmet", hatte Chuck Berry dazu kommentiert.

Fast 70 Jahre war die Rock'n'Roll-Legende mit Themetta "Toddy" Berry verheiratet. "Mein Darling, ich werde alt. Ich habe lange an diesem Album gearbeitet. Jetzt kann ich meine Schuhe an den Nagel hängen."

2012 bereits hatte Berry dem Musikmagazin "Rolling Stone" gesagt, seine Tage als Sänger seien vorbei. "Meine Stimme ist weg. Meine Kehle ist ausgeleiert. Und meine Lungen sind fast am Ende."

Quelle: ntv.de, soe/spot/ dpa