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Paul van Dyk zu Horror-Sturz "Ich habe noch eine Chance bekommen"

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Nach seinem Sturz aus sechs Metern Höhe kämpft sich Paul van Dyk ins Leben zurück.

picture alliance / dpa

103 Tage nach dem schweren Sturz von einer Bühne spricht Paul van Dyk über die Zeit danach. Äußerlich scheint der 44-Jährige vollständig geheilt - doch nun wird deutlich, wie sehr der Kampf zurück ins Leben den Musiker geprägt hat.

Rund drei Monate nach seinem schweren Sturz von einer Festival-Bühne im niederländischen Utrecht äußert sich Paul van Dyk erstmals über die schwere Zeit nach dem Unfall. In einem Interview mit der "Bild" spricht der als Matthias Paul in Eisenhüttenstadt geborene DJ über seine Genesung, seine Hoffnungen und die Helfer in der schwierigsten Zeit seines Lebens.

Genau 103 Tage nach dem Unfall sieht man dem DJ äußerlich nicht mehr an, welch schlimme Zeit er hinter sich hat - doch dem 44-Jährigen ist sehr wohl bewusst, wie knapp er dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Während eines Auftritts beim "A State Of Trance"-Festival war van Dyk aus sechs Metern Höhe gestürzt: Das entspricht in etwa der Höhe des zweiten Stocks bei einem Wohnhaus.

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Vorwürfe gegen Bühnenbauer

Der DJ selbst macht im Gespräch mit der Zeitung die Konstruktion der Bühne für das Unglück verantwortlich. "Das Problem war, dass ein Teil der Bühne nicht solide war, sondern mit schwarzem Stoff überspannt. Ich wusste das nicht. Es gab auch keine Markierung. Ich ging ein paar Schritte und stürzte ab", sagte er der "Bild". Drogen oder Alkohol waren seinen Angaben zufolge nicht im Spiel.

An den Unfall erinnert sich der Musiker nur in Fragmenten: "Das Gehirn drückt so traumatische Erfahrungen weg", sagt van Dyk. Er habe zwei, drei Tage zwischen Bewusstlosigkeit und einem komatösen Stadium geschwebt - auch für seine Verlobte Margarita eine Ausnahmesituation. Die Ärzte in den Niederlanden diagnostizierten einen doppelten Bruch der Wirbelsäule - zudem erlitt er ein Schädel-Hirn-Trauma mit Blutungen an mehreren Stellen im Gehirn.

Schmerzen begleiten Reha

Angesichts der Schwere der Verletzungen sollen ihm Ärzte später bescheinigen, seine Heilung komme einem medizinischen Wunder gleich - doch über die ersten Tage nach dem Sturz zu sprechen, fällt von Dyk noch immer schwer. Trotz Medikamenten leidet er wochenlang an heftigen Schmerzen: "Wer das nicht erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, wie sich das anfühlt." Er habe mit 44 Jahren alltägliche Dinge wie den Gang zur Toilette nicht mehr bewältigen können, schildert van Dyk mit Tränen in den Augen.

Doch mit seiner Verlobten an seiner Seite kämpft sich der Star-Musiker langsam zurück ins Leben. Angekommen in einer Berliner Reha-Klinik, beginnt er eine umfassende Therapie. Denn neben der eingeschränkten Bewegungsfreiheit muss er sein komplettes Sprachvermögen wiedererlangen: "Anfangs konnte ich nur nuscheln", so van Dyk, doch er habe den Kampf aufgenommen. "Vielleicht sollte man mal Margarita fragen, wann sie wieder angefangen hat, mich zu verstehen, wenn ich ihr gesagt habe, dass ich sie liebe", scherzt der DJ.

Auch heute leidet der van Dyk noch unter den körperlichen Folgen seiner Wirbelsäulenverletzungen - doch entmutigen lasse er sich davon nicht. "Seit ein, zwei Wochen höre ich wieder intensiver in neue Musik rein, mache mir Gedanken darüber, wie ich meine erste Show angehe", so der Star-DJ im Interview. Denn - und das grenzt an ein Wunder - er will tatsächlich in zwei Wochen nach Las Vegas fliegen und dort auf der Bühne stehen. Er sei dankbar, dass er noch eine Chance bekommen habe. Seine Fans dürften das ähnlich sehen.

Quelle: n-tv.de, jgu

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