Unterhaltung

"Ninja Warrior Germany" "Ist das Blut oder Wasser?"

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Pilot und ehemaliger Stabhochspringer Björn Otto spielt mit dem Feuer.

Nach dem "Wolf Pack" und dem Boulder-Bruderpaar Philipp und Moritz Hans kommen Oliver Pocher, Mario Basler und Alexander "Honey" Keen. Was soll man sagen? Der gute Zweck heiligt die Mittel.

Vor knapp acht Wochen saßen Millionen deutsche TV-"Kletterer" vor der Glotze und fieberten dem großen "Ninja Warrior Germany 2017"-Finale entgegen. Dass am Ende abermals keiner der Finalisten den sagenumwobenen "Mount Midoriyama" bezwang, störte die "Ninja"-Nation nur am Rande. Man bekam schließlich auch ohne die finale Gipfelbesteigung erstklassige Action-Unterhaltung geboten.

Es herrschte also Zufriedenheit vor den Flatscreens der Republik - zumindest in all jenen Wohnzimmern, in denen die Wohnungs- und Hauseigentümer früh morgens am Frühstückstisch sitzen und sich Gedanken über bevorstehende Arbeitsaufgaben in Großbäckereien, Arztpraxen, Lebensmittel-Verkaufsbereichen und Amtsstuben machen.

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23 Promis erkletterten 190.000 Euro für hilfsbedürftige Kinder.

Aus deutschen High Society-Wohnzimmern hingegen schallte so manch lapidares Kann-ich-auch-und-noch-viel-besser-Statement nach draußen. Diverse B- und C-Promis der Nation waren sich sicher: Das kriegen wir mindestens genauso gut auf die Reihe!

Oliver Pocher und Co machen große Augen

Nun stehen sie da, mit großen Augen, vor wackeligen Schaumgummi-Würfeln, sich drehenden Hangelreifen und hin und her pendelnden Stahlleitern. Unter ihnen so headlineverliebte Rampensäue wie Oliver Pocher, Mario Basler, Jürgen Milski und "Honey"-Beau Alexander Keen.

Insgesamt 23 mehr oder weniger bekannte Gesichter aus der TV- und Sportbranche reiben sich die Hände, schütteln die Waden und haben nur ein Ziel vor Augen: so viele Hindernisse wie möglich zu bezwingen. Aber bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass sich am Ende nur die Fittesten auf die Schultern klopfen können.

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Ehemaliger Fußballprofi Mario Basler war auch dabei.

Während nicht mehr ganz so austrainierte Ex-Legenden wie Rundleder-Weltmeister Thomas Häßler, Diskus-Guru Lars Riedel und Stammtisch-Capitano Mario Basler bereits vor dem Erstrunden-Halfpipe-Finale baden gehen, hangeln sich sportliche Vorzeige-Athleten wie der ehemalige Kunstturn-Champ Philipp Boy, Rosenkavalier Paul Janke und Schulhof-Schwarm Gil Ofarim durch den Parcours, als würden sie den lieben, langen Tag nichts anderes machen.

"Ich würd so gern mal die Wand hoch und auf den Buzzer hauen"

Sogar Alexander "Honey" Keen schafft es ohne Probleme in die zweite Runde. Da kann ein Oliver Pocher nur die Hände vors Gesicht schlagen. Der bekennende Honig-Allergiker scheitert wie viele andere Promi-Kandidaten an der kraftraubenden Doppelschwenk-Leiter. Der Frust sitzt tief. Das lässt auch die beiden Show-Moderatoren Frank Buschmann und Jan Köppen nicht kalt. Und so darf der gute Olli nochmal kurz außer der Reihe ran. "Ich würd so gerne mal die Wand hoch und auf den Buzzer hauen", jault der blonde Komiker. "Dann sieh zu!", schreit Buschi ins Mikro. Sekunden später ist auch die Wand klatschnass. Jan Köppen macht sich Sorgen: "Ist das Wasser oder Blut?" Nein Jan, alles gut. Der Oli hat's halt erst beim zweiten Versuch geschafft.

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Jan Köppen hat sich durch die letzten Hindernisse des Parcours gekämpft und wird von Moderator Frank Buschmann begrüßt.

Jan atmet auf. Und ein gewisser Isaac Caldiero zuckt am anderen Ende des Parcours nur verwirrt mit den Schultern. Die extra eingeflogene "Ninja Warrior"-Legende aus Übersee kann das ganze Gepruste und Gestöhne nicht so ganz nachvollziehen. Mit der Leichtigkeit einer trippelnden Elfe schwebt der Kletter-Meister aller Klassen über den Parcours und lässt sich nach vorgelegter Bestzeit völlig zurecht vom Karlsruher Studiopublikum lautstark feiern.

Das war aber erst der Anfang. Kurz darauf legt der bärtige Zopfträger sogar noch eine Schippe drauf. Während die beiden verbliebenen Promi-Mohikaner Philipp Boy und Björn Otto nach der finalen Zweitrunden-Buzzer-Ekstase aus den letzten Löchern pfeifen, präsentiert sich Mister Caldiero nach seinem fast doppelt so schnellen Finish mit keinem einzigen Schweißtropfen auf der Stirn. Und wenn der Champ der Champs schon mal da ist, dann kann er ja auch gleich noch den zwanzig Meter hohen Mount Midoriyama in die Knie zwingen.

Was für ein Kerl!

Zwei Minuten später grüßt Isaac Caldiero vom Hallendach und hüpft dabei rum wie einst Rocky Balboa auf den Stufen vor dem Philadelphia Museums of Art. Alle sind entzückt und machen große Augen. Was für ein Kerl!

Nach einem kollektiven Kniefall klatschen sich aber auch alle anderen Show-Beteiligten anerkennend auf die Schultern. Der Abend hatte nämlich nicht nur diverse sportliche Hingucker zu bieten, sondern er diente auch einem guten Zweck. Im Zuge des RTL-Spendenmarathons erkletterten alle 23 Kandidaten satte 190.000 Euro für hilfsbedürftige Kinder. Dafür kann man sich schon mal knapp vier Stunden zum "Affen" machen. Applaus!

Quelle: ntv.de