Unterhaltung
Die Soul-Prinzessin aus Berlin-Neukölln.
Die Soul-Prinzessin aus Berlin-Neukölln.
Freitag, 02. März 2012

We Like What We Hear: Ivy Quainoo startet durch

Hier kommt der Autor hin

"The Voice" - das war bisher Frank Sinatra. Allerdings hieß auch sein erstes Album so und es stammt aus dem Jahr 1946. Jetzt ist "The Voice" die "of Germany", und sie heißt Ivy Quainoo, ist 19 Jahre alt und kommt aus Berlin-Neukölln. Außerdem hat sie ganz schön vernünftige Ansichten.

Ivy Quainoo veröffentlicht ihr erstes Album. Sie selbst sagt: "Es ist soulig angehaucht, aber es wird auch in die Pop- und Alternative-Richtung gehen". Denn festlegen will sie sich nicht. Soul in der Stimme? Ja, aber das heißt für Ivy Quainoo längst nicht, dass sie sich in eine Schublade stecken lässt.

Ihr erster Hit "Do You Like What You See?" ging sofort in die Charts.
Ihr erster Hit "Do You Like What You See?" ging sofort in die Charts.

Und auch nicht, dass die 19-Jährige, deren Hit "Do You Like What You See?" sofort nach ihrem Sieg bei "The Voice Of Germany" in die Charts schoss, in irgendeiner Form abgehoben ist - bis jetzt hat sie das alles ja auch noch nicht verarbeitet. Aber sie steckt voller Pläne: "Es gibt so vieles, was ich tun möchte. Aber auf jeden Fall die Musik machen, die ich will, dass mir jetzt nicht irgendetwas aufgedrückt wird. Aber ich glaube, das wird auch nicht passieren." Am wichtigsten ist es ihr, sie selbst zu bleiben und das in ihren Songs transportieren - ohne Konzessionen. Auf die Frage eines Journalisten, was sie auf keinen Fall in ihrem Leben ändern will, antwortete sie mit typischer Ivy-Haltung: "Mich!"

Klingt ganz so, als könnte sie den harten Prüfungen des Musikbusiness standhalten. Und der Medienrummel, dem sie jetzt ausgesetzt ist, dieses Interesse für jedes Detail ihres Lebens, wie empfindet sie das? "Ich habe keine Angst davor. Ich habe mich präsentiert, wie ich bin, ich habe mich nicht verstellt. Ich glaube nicht, dass es da viel zu graben gibt." Naja, fragen kann man ja, ob man eine Antwort bekommt oder ob es etwas zu verbergen gibt, ist was anderes. Viel mehr Sorge sollte einer Castingshow-Gewinnerin auch die Frage bereiten, wie sie denn gedenkt, oben zu bleiben? "Natürlich schwingt immer diese Castingshow-Aura mit, aber ich habe das Gefühl, dass ich mich davon abkoppeln kann. Vor allem, weil es bei uns in der Show sehr um Musik ging. Ich hoffe, dass es klappt."

Im Mai auf Tour: Ivy Quainoo.
Im Mai auf Tour: Ivy Quainoo.

Und das hoffen alle mit ihr, denn der sympathischen Berlinern mit ghanaischen Wurzeln gönnt man den Erfolg. Trotzdem sträubt sie sich (noch), eine zu große Rolle einzunehmen: "Ich bin hier geboren, ich bin Deutsche. Ich bin wie jeder andere Jugendliche hier zu Schule gegangen, hab mein Abitur gemacht. Deswegen kann ich vielleicht eine Galionsfigur für alle Jugendlichen in Deutschland sein, aber nicht für Integration."

Auch ihren viel diskutierten Heimat-Bezirk, Synonym für Ausländer-Debatte, Kriminalität und Probleme jeglicher Art, sieht sie ganz entspannt: "Natürlich hat Neukölln Brennpunkte, aber auch viele andere Bezirke in Berlin. Ich habe mich nie bedroht gefühlt, wenn ich nachts nach Hause gegangen bin. Außerdem widerfährt Neukölln jetzt, was auch schon Kreuzberg erfahren hat: Viele Studenten ziehen hierher, es ist schon ein halbes Kunstviertel."

Jetzt ist ihr erstes Album jedenfalls erschienen - und es gibt kein Zurück mehr: "Ich weiß noch nicht, wie es wird, aber es wird bestimmt hart - deswegen freue ich mich wohl am meisten auf ein Bett und Schlaf." Ein Musikstudium, der Führerschein, Zeit mit ihren Freunden - das waren die nahen Ziele in Ivys Leben - bisher. Das dürfte nun schwieriger werden, denn ihre Tournee beginnt im Mai und ist für alle großen Städte Deutschland geplant.

"Ich bin da durch Zufall zu 'The Voice Of Germany' gekommen, ich wollte gar nicht mitmachen und hatte vor allem null Erwartungen und kein Interesse an Casting-Shows." Das ist nun anders.

"Ivy" von Ivy Quainoo erscheint am 2. März.

Quelle: n-tv.de