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"Ein Krebs des Verstandes" James Middleton packt über Depressionen aus

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Trägheit habe ihn damals fast fest umschlungen gehabt, schreibt Middleton.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viel ist nicht über den jüngeren Bruder von Herzogin Kate bekannt. Der 31-jährige Geschäftsmann hält sich eher bedeckt. Umso mehr verblüfft ein emotionales Statement über seinen Kampf gegen Depressionen.

Erst seit kurzem gewährt und James Middleton, der jüngere Bruder von Herzogin Kate via Instagram Einblick in sein Privatleben. Jetzt geht er sogar noch einen Schritt weiter und kehrt sein Innerstes nach außen. In einem emotionalen Gastbeitrag in dem britischen Boulevard-Blatt "Daily Mail" offenbarte er jetzt, dass er unter schweren Depressionen litt.

"Es ist eine Krankheit, ein Krebs des Verstandes", schreibt der 31-Jährige über seine Depressionen. Er habe sich tagsüber zur Arbeit geschleppt, nur "um mit glasigen Augen auf einen Computerbildschirm zu starren". Er habe gehofft, dass die Stunden vergehen, damit er wieder nach Hause fahren könne, so Middleton weiter.

Trägheit habe ihn damals fast fest umschlungen gehabt, schreibt Middleton weiter. Die einfachsten Aufgaben habe er nicht mehr bewältigen können. "Ich konnte nicht mehr kommunizieren, nicht mal mit denen, die ich am meisten liebe: meine Familie und meine Freunde", so Middleton. Er sei sich bewusst, dass er ein privilegiertes Leben führe, aber das habe ihn nicht gegen die Depressionen "immun gemacht".

Kampf gegen das Stigma

Rat und Nothilfe

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Ihm falle es schwer, die Krankheit zu beschreiben: "Man lebt ohne eine Bestimmung oder eine Richtung", so Middleton weiter. Er habe nicht wirklich Selbstmord in Betracht gezogen, allerdings habe er auch nicht in diesem Zustand weiterleben wollen.

Der Unternehmer wusste, dass er so nicht weitermachen konnte und so entschloss er sich dazu, aufs Land, in den Nordwesten Englands, zu fahren: "Ich habe meine Hunde ins Auto gepackt, niemandem gesagt, wohin ich fahre", schreibt Middleton. Bei einsamen Wanderungen auf schneebedeckten Bergen sei er in der Lage gewesen, seinen Verstand zu beruhigen.

Ihm sei klar geworden, dass er dringend Hilfe brauche und dass es, wenn er die Hilfe annehmen würde, Hoffnung für ihn gäbe. Zum Schluss liefert Middleton noch die Erklärung dafür, warum er jetzt mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit geht.

Zum einen habe er nun durch professionelle Hilfe neuen Schwung im Leben und eine neue Zielstrebigkeit. Zudem wolle er etwas gegen das Stigma unternehmen, das dieser Erkrankung in der Öffentlichkeit immer noch anhafte.

Quelle: n-tv.de, lri/spot

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