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"Wir sind alle verzweifelt" Juliette Binoche hatte traurige Kindheit

Sie ist ein Weltstar und eine der bestbezahlten Schauspielerinnen Frankreichs. Das Leben der Juliette Binoche scheint mühelos. Doch nicht alles war immer so einfach.

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Juliette Binoche bei der Berlinale im Februar 2013.

(Foto: picture alliance / dpa)

Juliette Binoche hat es als Kind nicht leicht gehabt. Wie die 49-Jährige der "Welt" verriet, litt sie extrem unter der Scheidung ihrer Eltern. Immer habe sie hin und her pendeln müssen. "Aber am schlimmsten war das katholische Internat, in das man mich steckte. Ich gehörte nicht in diese Welt aus Regeln und Noten", so Binoche. In dem Internat habe sie sich nur glücklich gefühlt, wenn sie auf dem Schulhof "irgendwelche Rollen nachspielen konnte". Sie habe sich in das Reich der Fantasie geflüchtet.

Ihre dramatische Weltsicht rühre vermutlich auch aus ihrer Familiengeschichte - ihre Großeltern hätten die Verfolgung durch die Nazis nur knapp überlebt, sagte Binoche. "Aber andere Teile meiner Verwandtschaft wurden im Konzentrationslager ermordet." Kraft ziehe sie aus einem besonderen Buch, das von Gesprächen mit Engeln handelt. "Das ist so etwas wie meine persönliche Bibel. Wenn ich sie nicht hätte, würde ich geistig ersticken." Auf die Frage, ob sie selbst auch an Engel glaube, antwortete die Schauspielerin: "Ja. Aber mehr will ich dazu nicht sagen."

Vorliebe für Verzweifelte-Frauen-Rollen

Binoche bekannte sich dazu, mit Vorliebe "verzweifelte Frauen" zu spielen, wie die Bildhauerin Camille Claudel. "Wir sind alle verzweifelt, nur: nicht jeder erkennt das", sagte die Schauspielerin, die für ihre Nebenrolle in "Der Englische Patient" 1996 einen Oscar bekam. "Das Einzige, was wir zu unserer Erleichterung tun können, ist zu lachen."

Zurzeit steht die Schauspielerin zusammen mit Kristen Stewart und Daniel Brühl für das Drama "Sils Maria" vor der Kamera. Darin verkörpert Binoche eine berühmte Schauspielerin, die mit existenziellen Fragen konfrontiert wird.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP