Unterhaltung

"Sing meinen Song"-Auftakt Kniefall vor dem "Hitmonster"

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Mit 1,0 Promille im Blut kann man sich die Songs schon mal geben.

Bier, Sekt und aufwühlende Klang-Momente: Beim feuchtfröhlichen Auftakt der neuen "Tauschkonzert"-Staffel ist Mark Forster der Erste, der sich über Neuinterpretationen seiner Hits freuen darf.

So langsam, aber sicher entwickelt sich das ferne Südafrika zu einem Wallfahrtsort für deutschsprachige Pop- und Rock-Promis. Bereits zum vierten Mal leuchtet das imaginäre "Sing meinen Song"-Billboard über den Hügeln des Grootbos-Fünf-Sterne-Areals und weist auserwählten Künstlern aus Bautzen, Frankfurt und Berlin den Weg ins künstlerische Tauschbörsen-Schlaraffenland.

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Überrascht mit einer Chanson-Version von Forsters "Au Revoir": Stefanie Kloß.

Zigtausende Kilometer entfernt von der Heimat sollen mit viel Bier und Prosecco auf dem Tisch alle musikalischen Hüllen fallen. Dreimal schenkte Ex-Host Xavier Naidoo den Gästen ordentlich ein. Dieses Jahr breiten die Herren Alec Völkel und Sascha Vollmer alias The Boss Hoss ihre Arme zur Begrüßung aus. Und geknuddelt und gedrückt werden: Eurovision-Song-Contest-Prinzessin Lena Meyer-Landruth, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß, Stadion-Experte Michael Patrick Kelly, Reggae-Weltenbummler Gentleman, Regler- und Rap-Guru Moses Pelham und Deutschlands derzeitiges "Hitmonster" Nummer eins Mark Forster.

Letzterer steht in der ersten Folge auch gleich im Mittelpunkt des Geschehens. Alle Anwesenden wollen dem Deutschpop-Shootingstar der letzten Jahre beweisen, dass man Songs wie "Natalie", "Flash Mich!" oder "Oh Love" auch gewinnbringend in andere Sound-Sphären beamen kann.

"Was für eine geile Nummer"

Stefanie Kloß ist die Erste, die sich mit dem Mikro in der Hand unter die anwesenden Background-Studiomusiker mischt. One, two, three, los geht's … Es dauert keine zehn Sekunden, da macht Mark Forster bereits große Augen. Statt mit einer erwarteten Prise Rock serviert die Bautzenerin Forsters Durchbruch-Hit "Au Revoir" mit Chanson-Glasur. Ein bisschen Swing und 20er-Jahre-Pepp gibt's frei Haus dazu. Die Runde ist begeistert. "Was für eine geile Nummer", findet Gastgeber Alec Völkel. Das Fundament ist gelegt.

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Ehemaliger Hausboot-Besitzer und formidabler Sänger: Michael Patrick Kelly.

Weiter geht's mit Michael Patrick Kelly. Der ehemalige Hausboot-Besitzer und Klosterschüler hat sich in Forsters "ehrlichsten und mutigsten" Song verliebt. Die Rede ist von "Flüsterton", einem zarten Pop-Dreiminüter mit lyrischem Tiefgang. Auch Paddy zieht alle Register, schließt die Augen und weckt Erinnerungen an Zeiten, in denen er noch mit langen Zottelhaaren und Lumpenhosen 14-jährige Mädels um den Finger wickelte.

Zeit, dem Ganzen etwas mehr Leben und Frohmut einzuhauchen. Bühne frei für Gentleman. Und der Offbeat-Nerd aus Osnabrück tischt ordentlich auf. Bei so viel Flow und Groove hält es Mark Forster nicht mehr auf dem Sofa. "Ich trink auf dich", ruft er seinem Jugendhelden auf der Bühne zu. Na dann: Prost!

Haste toll gemacht!

Lena würde auch noch gerne einen kräftigen Schluck nehmen. Die sonst so quirlige Pop-Bardin ist nämlich "total aufgeregt" und bekommt bereits bei der Ankündigung ihres vorbereiteten Covers von "Natalie" glasige Augen. Fünf Minuten später ist aber alles wieder in Butter. Lenas Hommage an Forsters Schwester präsentiert sich als gelungene Schluchz-Speerspitze des Abends. Abermals liegen sich alle in den Armen. Haste toll gemacht! Bist die Beste! Hammer-Abend! Das wird ja immer cooler! Die Superlative werden rumgereicht wie Bier und Sekt. Die Stimmung könnte besser nicht sein.

Auch nach der Standard-Performance der beiden Gastgeber will keine Tristesse aufkommen. Warum auch? "Flash mich!" in der Gunter-Gabriel-meets-Tarantino-Version kann man sich mit 1,0 Promille im Blut schon mal geben.

Zeit fürs Finale. Zeit für harte Rhymes aus Hessen. Zeit für den dichtesten Bart Frankfurts. Zeit für Moses Pelham! Doch der 45-jährige Hartreim-Rödelheimer macht sich klein wie ein Mäuschen. Rappen wolle er nicht. Und singen könne er nicht. Aber mitmachen will er natürlich trotzdem. Also holt er sich sein Glashaus-Medium Cassandra Steen mit auf die Bühne. Die erweist Forsters "Oh Love" mit glockenklarem Singsang die Ehre, während der bullige Eintracht-Schrank im Hintergrund an der Beat-Maschine mit Knöpfen und Tasten spielt. Passt schon. Irgendwie. Bei so viel "Liebe in the house" ist es eh schnuppe, wer mit wem und überhaupt.

Nächste Woche darf sich Stefanie Kloß entspannt auf der Couch zurücklehnen. Dann werden sich alle anderen intensiv mit Silbermond-Liedgut beschäftigen. Vielleicht zieht der Moses dann ja eine Hip-Hop-Version von "Symphonie" aus dem Ärmel. Das wär' doch mal was. Wir sind gespannt.

Quelle: ntv.de