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Auch die mögliche Thronfolgerin Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) wurde in der Serie schon vergewaltigt - von ihrem Ehemann.
Auch die mögliche Thronfolgerin Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) wurde in der Serie schon vergewaltigt - von ihrem Ehemann.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Samstag, 03. Mai 2014

Beiläufige sexuelle Gewalt: Kritik an "Game of Thrones" wächst

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" erfreut sich in den USA enormer Beliebtheit. Die explizite Darstellung von Gewalt und Sex dürfte daran einen Anteil haben. Die jüngsten Folgen riefen nun jedoch eine Welle der Empörung hervor - gegen die sich Autor Martin verwahrt.

Sex, Gewalt oder eine Mischung aus beidem gehört bei der Fernsehserie "Game of Thrones" zum Standardprogramm. Doch im Heimatland USA regt sich nun Widerstand gegen die explizite Darstellung von Vergewaltigungen in der extrem erfolgreichen Buchverfilmung. Zuschauer empören sich in Blogs, bei Facebook und Twitter zudem darüber, dass etwa auch Sex unter Geschwistern oder Minderjährigen in der Fantasy-Serie des Senders HBO vorkomme.

"Das wahre Grauen in der Menschheitsgeschichte rührt von uns selbst her", so Autor George R.R. Martin gegenüber Kritikern.
"Das wahre Grauen in der Menschheitsgeschichte rührt von uns selbst her", so Autor George R.R. Martin gegenüber Kritikern.(Foto: picture alliance / dpa)

Laut einem Bericht der "New York Times" warnen Kritiker, dass die gezeigte Brutalität vor allem gegen Frauen die monatlich allein in den USA rund 14 Millionen Zuschauer abstumpfen lasse.

So war beispielsweise in der letzten Folge zu sehen, wie mehrere Männer in einer einsamen Schutzhütte in Gruppen junge Frauen vergewaltigen. Noch mehr Anstoß erregte jedoch die vorangegangene Episode, in der ein Geschwisterpaar am Totenbett ihres inzestuösen Kindes Geschlechtsverkehr hat. Dabei drängt der Bruder die Schwester trotz mehrfachen Protestes ihrerseits zum Sex. Kritiker fürchten, dass derartige sexuelle Gewalt in der Serie immer mehr zu einem "Hintergrundrauschen" verkommt, die der traumatisierenden Natur einer Vergewaltigung nicht gerecht werde.

Auslassung wäre "falsch und unehrlich"

Die Serie basiert auf der Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin. Der US-Schriftsteller verteidigte sich gegenüber dem Blatt damit, dass es "Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt in jedem Krieg der Geschichte gab, von den alten Sumerern bis zum heutigen Tag". Er fühle sich berufen, Geschichte und die menschliche Natur wahrheitsgemäß wiederzugeben, schrieb Martin der Zeitung in einer E-Mail. "Diese Aspekte bei einer Geschichte über Krieg und Macht auszulassen wäre falsch und unehrlich", so Martin. "Es hätte ein zentrales Thema des Buches missachtet: dass das wahre Grauen in der Menschheitsgeschichte nicht Orks und dunklen Herrschern herrührt, sondern von uns selbst", rechtfertigt sich der Autor.

Die vierte Staffel von "Game of Thrones" läuft in den USA seit 6. April. Die Serie, in der auch die deutsche Schauspielerin Sibel Kekilli ("Gegen die Wand", Kieler "Tatort") mitspielt, wird inzwischen in Dutzenden Ländern ausgestrahlt.

In "Game of Thrones" kämpfen mehrere mittelalterliche Königreiche um die Vorherrschaft auf dem Kontinent Westeros.

Quelle: n-tv.de