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"Das Supertalent" - Der Start "Och du Scheise!"

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Zurück am Buzzer: Sylvie Meis wieder im Kreise ihrer Kollegen Dieter Bohlen und Bruce Darnell.

(Foto: RTL)

Der Start der zwölften "Das Supertalent"-Staffel katapultiert nicht nur Format-Queen Sylvie Meis zurück ins Prime-Time-Rampenlicht. Es verschafft auch vielen Tanz-, Akrobatik- und Gesangs-Ü-Eiern einen unvergesslichen Wow-Moment.

Nach einer siebenjährigen "Supertalent"-Pause sitzt Deutschlands Vorzeige-TV-Dekolleté endlich wieder hinter dem legendären Buzzer-Tresen. Ja, die Sylvie ist wieder da! Und das freut nicht nur alle Format-Anhänger, sondern auch die Herren Bohlen und Darnell. Noch bevor die ersten Möchtegern-Ausnahmeerscheinungen ihre Startnummern überreicht bekommen, fließen in der Jury-Garderobe bereits die ersten Tränen. "Mir geht's mega. Ich bin so glücklich", schluchzt Sylvie Meis.

Der Pop-Titan und sein überdrehter TV-"Bruder" sind natürlich auch hin und weg. Endlich wieder vereint. "Und du siehst noch jünger aus als damals", schwärmt Dieter. Ja, wie macht sie das bloß? Große Augen und offene Münder sind die Folge. Und das bleibt auch erstmal so, denn kaum sitzt der Reunion-Dreier wieder hinterm Tresen, steht das komplette Studio auch schon Kopf. Der Grund: der Comedy-Karaoke-Auftritt dreier "Rohrverleger" aus Frankfurt am Main.

Unter dem "Heddemer Dreigestirn"-Banner buddeln sich Holger, Luciano und Rosario im Puppets-Muster durchs Bohlensche Hit-Archiv. Das sorgt nicht nur für Dauerbeifall auf den Rängen, sondern katapultiert die hippen Hobby-Comedians auch ohne Umwege in die nächste Runde.

Perlweiße Vorderzähne und Taekwondo-Pirouetten

Von der träumen natürlich auch alle anderen Kandidaten. Wir alle wissen aber: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Und die ungeschminkte "Supertalent"-Realität schon mal gar nicht. Bosporus-Al-Pacino Kemal Arkin ist der Erste, dessen Traum von einem Leben auf der Entertainment-Überholspur wie eine Seifenblase zerplatzt. Trotz seiner perlweißen Vorderzähne, seines mitgebrachten Rosenstraußes und einiger durchaus vorzeigbarer Taekwondo-Pirouetten zeigen am Ende alle Jury-Daumen nach unten.

Ähnlich düster sieht es zunächst auch für die rüstige Rentnerin Gisela aus. Mit stolzen 74 Jahren will die Wahl-Dresdnerin ganz Deutschland zeigen, was für ein Organ in ihr steckt. So richtig auf Touren kommt die Rentnerin aber erst, als Gentleman Dieter auf die Bühne stürmt, das Hörgerät richtet und den liebevollen Takt-Einzähler mimt. Danach brechen aber alle Dämme.

In stilechter Titanic-Garderobe heftet sich Gisela an die Fersen von Celine Dion ("All By Myself"). Man will sich eigentlich die Ohren zuhalten. Aber man tut es nicht. Stattdessen erhebt man sich von der heimischen Couch und feiert den Mut einer Kandidatin, die sich von nichts aus der Ruhe bringen lässt - nicht einmal von fehlendem Taktgefühl.

Da es nicht "schlimmer" kommen kann, und die liebreizend trällernde Gisela schlussendlich doch noch durchgewinkt wird, ballt auch der Rest der Kandidaten hinter der Bühne bereits vor den jeweiligen Auftritten die Siegerfaust. Die meisten von ihnen hätten die Freifahrtschein-Performance aber gar nicht benötigt. Denn was so manch einer am Eröffnungsabend aufs Parkett legt, lässt nicht nur die drei Juroren in ihren Sesseln vor Staunen erstarren.

"Das wa ssooooo geil!"

Neben frühpubertärem Gymnastik-Hochglanz, verblüffender Taschentuch-Magie, halsbrecherischer Fahrrad-Akrobatik, Ein-Mann-Baumstamm-Karusselfahrten und balzfreudigen Dessous-Massagen sind es vor allem ein ukrainischer Familienvater und ein Aachener Ex-Bäcker, die bei allen Augenzeugen so richtig große Spuren hinterlassen.

Während es das Energiepaket namens Viktor mit seiner imposanten Jonglier-Show bereits bis nach Las Vegas geschafft hat, träumt der pfundige Kuchenliebhaber Andreas noch im stillen Kämmerlein von einer großen Karriere auf den Bühnen dieser Welt.

Aus dem Traum kann aber ganz schnell Wirklichkeit werden, denn die völlig unerwartete Hip-Hop-meets-Breakdance-Explosion des schüchternen Hobby-Tänzers schlägt dermaßen hohe Wellen im Studio, dass sich Bruce unter Freudentränen dazu genötigt fühlt, auf den goldenen Buzzer zu hauen. Die Folge: Goldenes Lametta von oben und ein zittriges "Och du Scheise! Das wa ssooooo geil!" von der Seite. Tja, so schnell kann's gehen. Von der Backstube auf die Show-Bühne: "Das Supertalent" macht's möglich.

Quelle: n-tv.de

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