Unterhaltung

Verleihung des Deutschen Fernsehpreises Otti Fischer schockt das Publikum

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Was ein Weibsbild! Cindy aus Marzahn führte an der Seite von Oli Pocher durch den Abend.

(Foto: dpa)

Sie haben Trash-Traumpaar-Potenzial: Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher führen durch die Gala des Deutschen Fernsehpreises. Hunderte Gäste feiern die Gewinner - doch beinahe überschattet ein Eklat die Party.

Vor wenigen Tagen verstarb der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Die Nation erinnerte sich an einen seiner berühmten Fernsehmomente: "Ich nehme diesen Preis nicht an", verkündete er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises vor fünf Jahren. Mit genau diesem Satz hat Schauspieler Ottfried Fischer an diesem Mittwochabend die Bühne betreten. Für einen Augenblick herrschte betretene Stille unter den rund 1300 Gästen im Kölner Coloneum, bis Fischer nachschob: "Eine Pointe!" Ein Glück, dass Fischer nur Spaß machte - und nicht etwa gegen das trashige Moderatorengespann Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher protestierte.

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Ein Schwergewicht des deutschen Fernsehens: Ottfried Fischer.

(Foto: dpa)

Ottfried Fischer bekam den Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk. Der 59-jährige bayerische Schauspieler, der vor gut fünf Jahren seine Parkinson-Krankheit öffentlich machte, ist dem TV-Publikum besonders als "Der Bulle von Tölz" bekannt.

Wasser bis zum Hals

Fischer berichtete, dass er aus der Gegend von Passau stamme. Die Stadt habe mit dem Fernsehen gemeinsam, dass ihr häufiger das Wasser bis zum Hals stehe. Er erzählte noch ein paar Anekdoten aus der Heimat und trug ein Gedicht über Venedig vor. Das Publikum wird Fischer künftig missen müssen: Zurzeit dreht er den letzten Film in der Reihe "Pfarrer Braun".

Susanne Wolff erhielt die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Sie wurde für ihre Leistung im ARD-Drama "Mobbing" geehrt. Wolff freute sich kräftig: "Mein Herz rast schon seit 3 Uhr heute. Es waren schöne drei Wochen, seitdem ich von der Nominierung weiß." Die Darstellerin setzte sich gegen Naja Uhl, Claudia Michelsen, Julia Jäger und Alice Dwyer durch.

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Matthias Brandt guckt ernst, freute sich aber natürlich über die renommierte Auszeichnung.

(Foto: dpa)

Bei den Herren setzte sich Matthias Brandt durch und konnte den Preis als bester Schauspieler mit nach Hause nehmen. Der 51-Jährige erhielt die Auszeichnung für seine Leistungen in den TV-Filmen "Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen", "Polizeiruf 110: Fieber", "Eine mörderische Entscheidung" und "Verratene Freunde". Brandt setzte sich gegen Robert Atzorn, Volker Bruch, Tom Schilling, Lars Eidinger und Jan Josef Liefers durch. Mit einem Förderpreis für seine schauspielerische Leistung wurde Leonard Carow bedacht, den die Zuschauer unter anderem schon im Berliner "Tatort" sehen konnten.

Preis für umstrittenes Format

Das ARD-Drama "Operation Zucker" Deutschlands bester Fernsehfilm. Die Geschichte um die Zwangsprostitution rumänischer Kinder in Deutschland mit Hauptdarstellerin Nadja Uhl erhielt den Zuschlag der Jury. Der Film setzte sich gegen "Der Fall Jakob von Metzler" (ZDF) und "Der Minister" (Sat.1) durch. Produzentin Gabriela Sperlm sagte, sie hoffe, dass sich die Politiker nun nach der Wahl mehr für Kinder und gegen Prostitution einsetzen würden.

Im Duell zweier umstrittener TV-Formate setzte sich die ZDFneo-Reihe "Auf der Flucht" gegen die RTL-II-Dauershow "Berlin -Tag und Nacht" durch. Die ZDFneo-Sendung, in der Prominente sich auf die Spur von Flüchtlingen begeben, wurde in der Kategorie Beste Unterhaltung Doku/Dokutainment ausgezeichnet. Hilfsorganisationen hatten die Reihe kritisiert.

Als Bester Mehrteiler gewann die ZDF-Produktion, "Unsere Mütter, unsere Väter" gegen den ARD-Zweiteiler "Der Turm", der leer ausging, und das ZDF-Epos "Das Adlon. Eine Familiensaga". Als Beste Show wurde die ProSiebenSat.1-Reihe "Got to Dance" gekürt, als Beste Serie "Zeit der Helden" des SWR und als Beste Dokumentation "Hudekamp - Ein Heimatfilm" des NDR. Als Beste Reportage wurde "Staatsgeheimnis Bankenrettung" von Arte gewürdigt und als Beste Sportsendung "Sport Inside" des WDR. Beste Comedy war nach Meinung der Juroren "Götter wie wir" von Zdfneo.

In einer Publikumsabstimmung wurde das heute-journal des ZDF zur besten Nachrichtensendung gewählt. In der Kategorie Beste Information sicherte sich das ZDF ebenfalls die Trophäe mit dem "Auslandsjournal XXL: Brasilien".

Geehrt wurden auch in der Kategorie Besondere Leistungen die Filmemacher Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm für ihre Langzeitdokumentation "Berlin - Ecke Bundesplatz" im RBB Fernsehen. Außerdem bekam der Autor und Philosoph Richard David Precht einen Fernsehpreis für seine Gesprächssendung "Precht" im ZDF sowie der Regisseur und Autor Joachim A. Lang, der Schauspieler Götz George und der Dokumentarfilmer Jan George für das Dokudrama "George" in der ARD.

Quelle: n-tv.de, jtw/dpa

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