Unterhaltung

Berlin Fashion Week Pur, Party, People

Endlich geht sie los, die schöne Zeit, in der Berlin in neuem Glanz erstrahlt, denn plötzlich hat jeder das Gefühl, sich was Neues kaufen zu müssen. Sogar U-Bahn-fahren kann jetzt Spaß machen. Nur Tische reservieren im Lieblings-Restaurant wird schwierig.

3g8z2825.jpg4132600018826033411.jpg

Hien Le mag es puristisch.

(Foto: dpa)

In Berlin hat die Fashion Week begonnen. Zum Auftakt der viertägigen Mammutveranstaltung zeigte der aus Laos stammende Designer Hien Le eine radikal puristische Kollektion für den kommenden Herbst und Winter - raffinierte Schnitte, weichfallende Stoffe, klare Linien, ohne Knopf, Kragen oder Schnalle.

Bei den Farben dominierten dunkles Türkis, Rost und das hautfarbene Nude. Ein Hingucker ist das neue Riesen-Karo für Damen und Herren. Auch die Kreationen der Österreicherin Lena Hoschek waren schon zu sehen. Bei ihr dominierte schwarze Spitze, Körperbetontes und ein nicht zu leugnender "Frollein"-Charme.

Bei den Laufstegschauen am Brandenburger Tor zeigen bis zum Freitag rund 50 Designer ihre Entwürfe. Daneben gibt es ein Dutzend Verkaufsmessen und zahlreiche Showrooms. Mehr als 250.000 Besucher werden erwartet.

Die Großen schwänzen wieder
3g902713.jpg8816902662981744648.jpg

Franziska Knuppe ganz goldig in Lena Hoschek.

(Foto: dpa)

Nicht dabei sind erneut die großen Namen Hugo Boss, Rena Lange und Escada. Dafür geben bei den insgesamt 50 Schauen im Modezelt am Brandenburger Tor elf Designer ihr Debüt. Dazu gehören etwa die eineiigen Zwillinge Sandra und Anja Umann (Label: Umasan), die mit ihrer veganen und nachhaltigen Mode bei einem Wettbewerb des Senats die Chance zu einem der begehrten Runway-Auftritte gewonnen haben.

Ebenfalls neu am Start: das schwedische Label Filippa K und die aufstrebende russische Designerin Alena Akhmadullina, für die das Magazin "Elle" eigens eine "Nuit Privée" in der russischen Botschaft organisiert. Der offiziellen Kampagne der Fashion Week gibt das für seine sexy Zahnlücke bekannte Model Georgia May Jagger ein Gesicht - Tochter von Jerry Hall und Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger.

Bei den begleitenden Mode-Messen, die vor allem für die Einkäufer interessant sind, verteidigt die "Bread & Butter" am ehemaligen Flughafen Tempelhof ihre Position als Platzhirsch. Wo zu Zeiten des Kalten Krieges die Rosinenbomber landeten, zeigen jetzt unter dem Motto "Ich bin ein Berliner" rund 600 Aussteller angesagte Straßen-, Sport- und Jeansmode.

Alles außer hausbacken

3g8z0139.jpg650325084812850059.jpg

Richtig wichtig ist, wer NEBEN dem Laufsteg ist! In Reihe 1 am besten!

(Foto: dpa)

Messechef Karl-Heinz Müller sorgte schon im Vorfeld mit seiner Ankündigung für Aufsehen, die Veranstaltung vom Sommer an nicht nur für Fachbesucher, sondern auch für das Publikum zu öffnen. "Einige haben behauptet: Ich bin verrückt geworden! Ich sage: Der Markt ist ver-rückt", erklärte Müller. Schließlich bestimmten immer mehr gut informierte Konsumenten und Lifestyle-Blogger die Kaufentscheidung.

Zum besonderen Berlin-Image gehört auch der Schwerpunkt Öko-Mode: Erneut ist umweltbewusste und nachhaltige Produktion ein wichtiger Teil des Messeprogramms. Der Lavera Showfloor, der Greenshowroom und die Ethical Fashion Show etwa widmen sich ausschließlich diesen Themen. Sie wollen gerade angesichts der jüngsten Skandale in der Textilindustrie zeigen, dass "grüne" Mode alles andere als langweilig und hausbacken sein kann.

Das Land Berlin freut sich über das bunte Angebot. Jede Fashion Week bedeutet nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von rund 120 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, soe

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen