Unterhaltung

Sonderbeobachtung als Bestrafung R. Kelly verklagt sein Gefängnis

US-Sänger R. Kelly erscheint während einer Anhörung in Chicago.

US-Sänger R. Kelly erscheint während einer Anhörung in Chicago.

(Foto: Antonio Perez/Pool Chicago Tribu)

Für 30 Jahre soll R. Kelly hinter Gitter. Schon drei Tage nach der Verkündung des Strafmaßes verklagt der frühere R'n'B-Superstar sein Gefängnis in Brooklyn. Er stehe unter Sonderbewachung, nicht weil er selbstmordgefährdet sei, sondern um ihn zu bestrafen, argumentieren seine Anwälte.

Nachdem R. Kelly am Mittwoch zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde, sitzt er derzeit in einer Haftanstalt im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge verklagt der ehemalige R&B-Star nun das Gefängnis. Der Sänger habe seine Haftanstalt verklagt, da sie ihn wegen Selbstmordgefährdung unter Sonderbeobachtung gestellt habe, teilten seine Anwälte mit.

Kelly wurde bereits 2021 in neun Anklagepunkten schuldig gesprochen - unter anderem wegen der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger und Kidnapping. Wie die Anklage in dem Prozess darlegte, rekrutierten Helfer junge Mädchen und Frauen für Sex mit dem Weltstar. Kelly habe "Lügen, Manipulation, Drohungen" eingesetzt, um jahrzehntelang ungestraft Frauen und Mädchen sexuell zu missbrauchen. Der R'n'B-Sänger selbst wies die Vorwürfe stets zurück. Vor Gericht stellte die Verteidigung Kelly als "Sexsymbol" dar, das ganz einfach ein "Playboy-Leben" geführt habe.

"Grausame und ungewöhnliche Bestrafung"

Die Entscheidung, Kelly unter Beobachtung zu stellen, sei aus "reinen Strafgründen" gefallen, und da ihr Mandant ein "prominenter Insasse" sei, sagte Kellys Anwältin, Jennifer Bonjean, dem US-Magazin "People" in einem Statement. In entsprechenden Gerichtsdokumenten heiße es, dass der 55-Jährige nicht selbstmordgefährdet sei und es sich um eine "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" handle. Diese Art der Sonderbewachung könne demnach "ernsthaften seelischen Schaden" anrichten.

Die zuständige Gefängnisbehörde erklärte auf Nachfrage des Magazins, dass man aus Sicherheitsgründen keine Details über die Haftbedingungen einzelner Insassen veröffentliche. Die oberste Priorität sei aber eine "humane Behandlung" inhaftierter Menschen.

Gegen das Urteil kündigten Kellys Anwälte bereits Berufung an. Mitte August soll schon ein weiterer Missbrauchsprozess gegen den Musiker in Chicago beginnen.

Quelle: ntv.de, mau/spot

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen