Unterhaltung

"Das Herz der Schlange" So schräg stirbt es sich beim "Tatort"

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Szene aus dem neuesten "Tatort": Leo Hölzer (Vladimir Burlakov), und Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) betrachten die Leiche von Cora Reuters (Joy Maria Bai).

(Foto: SR/Manuela Meyer)

Darauf muss man erstmal kommen: Im neuesten Fall aus Saarbrücken inszeniert der Vater von Kommissar Schürk seinen Tod als zoologischen Ausnahmefall. Nicht das erste Mal, dass man beim "Tatort" derart fantasievoll zu Werke geht. Hier sind sechs der ungewöhnlichsten Episoden.

"Der Alte ist mit seiner eigenen Waffe erschossen worden, aus einem Meter Entfernung", so Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) bei den Ermittlungen im Fall "Das Herz der Schlange". In einem Meter Entfernung sitzt der Sohn des Alten, Adam Schürk (Daniel Sträßer), und dennoch ist er am Ende nicht der Mörder. Vielmehr muss er mitansehen, vom lähmenden Gift einer seltenen Frosch-Art zur Regungslosigkeit verdammt, wie sein verhasster Vater den tödlichen Schuss so konstruiert, dass er aus Adams Dienstwaffe in dessen Hand stammt, ohne dass der etwas dagegen tun kann: Vater Schürk verblutet langsam vor seinen Augen.

Unglaublich, aber so steht es geschrieben. Nicht der einzige "Tatort"-Fall, bei dem es rund um den Mord, oder was auch immer dafür gehalten wurde, merkwürdig bis skurril zuging. Hier sind einige schön-schaurige Beispiele

Unsterblich schön (München, 21. November 2010)

Robert Atzorn, zwischen 2001 und 2008 selbst als Kommissar Jan Casstorff im Einsatz, gibt das alternde Model Andreas Lutz. Als er seine Frau Konstanze (Tatjana Alexander) um die Ecke bringen will - die beiden sind völlig zerstritten -, schmiedet er einen perfiden Plan. Die Gattin leidet unter einer ausgeprägten Erdnuss-Allergie. Lutz/Atzorn isst eine Handvoll Erdnüsse, gibt seiner in der Badewanne entspannenden Frau einen Abschiedskuss. Sie erleidet einen allergenen Schock und stirbt elendig. Batic und Leitmayr lösen diesen rätselhaften Fall natürlich.

Bevor es dunkel wir (Frankfurt, 25. November 2007)

Auch bei Charlotte (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) gestaltet sich die Tätersuche überaus kompliziert. Mechthild Stemmler ist Hartz-IV-Empfängerin und verteilt ehrenamtlich Lebensmittel für die Frankfurter Mittagstafel. Als sie plötzlich stirbt, wird eine Zyankali-Vergiftung festgestellt. Das tödliche Gift ist jedoch nicht übers Essen oder eine Injektion in ihren Körper gelangt, sondern … über einen Tampon. Der wiederum sollte eigentlich Regina Schottmüller (Kirsten Block) töten, Mechtild hatte ihn von ihr bekommen.

Am Ende geht man nackt (Franken, 9. April 2017)

Am Ende geht man hier nicht nur nackt, sondern auch mit Erstaunen. Denn nachdem sich Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) anderthalb Stunden abgemüht haben, um herauszufinden, wer die Asylbewerberin Neyla Mafany (Dayan Kodua) in einer Bamberger Notunterkunft umgebracht hat, müssen sie feststellen: Das war gar kein Mord, es war ein Unfall. Mafany war im Vorratsraum der Einrichtung nicht etwa eingesperrt, die Hitze eines Brandes hatte den Magnetschalter zur Öffnung der Tür funktionsunfähig gemacht.

Der Fall Holdt (Hannover, 5. November 2017)

Für Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) - und das Publikum - kommt es gleich noch dicker, denn die Entführung von Julia Holdt (Annika Martens), die schließlich ermordet aufgefunden wird, bleibt am Ende völlig ungeklärt. Lindholm hatte sich bei den Ermittlungen auf Julias Ehemann Frank (Aljoscha Stadelmann) konzentriert, der die Tat bis zum Schluss abstritt - und sich schließllich in seiner Gefängniszelle erhängte.

Land in dieser Zeit (Frankfurt, 8. Januar 2017)

Eine Erfahrung, die so ähnlich auch Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) machen müssen. Im Fall um die ermordete Friseurs-Auszubildenden Melanie Elvering fällt der Verdacht auf einen senegalesischen Flüchtling, auch Neonazis spielen eine Rolle. Am Ende verläuft buchstäblich alles im Sand, der Täter entwischt. Die Kritik ließ diese Folge dagegen nicht davonkommen. "Ein 'Tatort', der alles will und kaum etwas schafft", schrieb ntv.de Autor Julian Vetten.

Aida (München, 7. Juli 1996)

Nach derlei ungeklärt-unbefriedigenden Fällen zum Abschluss eine schöne Portion Katzen-Content. Ähnlich schräg wie die Sache mit den Erdnüssen entwickelten sich die Ermittlungen rund um den Tod des Dirigenten Hubert Kramitz. Wenig später erwischt es nach ihm auch den Startenor Luigi Bassano (Michael Habeck). Es stellt sich heraus: Der gute Mann hatte eine so ausgeprägte Katzen-Allergie, dass es ihn nach einem Kontakt mit einer Mieze flugs dahinraffte. Der Täter kam ebenfalls vom musikalischen Fach, es handelte sich um Harald Landau (Viktor Schefé), dessen Nachfolger in der Rolle des Radames in der Oper "Aida". Konkurrenz belebt das Geschäft? In diesem Fall wohl eher das Gegenteil. Miau …

Quelle: ntv.de

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