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Charles Manson ist immer von jungen Frauen umgeben. Sie würden für den Psychopathen alles tun.
Charles Manson ist immer von jungen Frauen umgeben. Sie würden für den Psychopathen alles tun.(Foto: Twitter/nbcaquarius)
Freitag, 29. Mai 2015

Duchovny, Hippies und ein Killer: Wer hat Angst vor Charles Manson?

Von Anna Meinecke

Eigentlich ist es der "Sommer of Love", doch der Hippie-Bewegung entwächst ein Monster: Charles Manson. Als Polizist will David Duchovny es mit ihm aufnehmen. Die Serie "Aquarius" zeichnet ein verstörendes Bild von der Generation, die Liebe und Frieden forderte.

Wer Musik von The Who und Jefferson Airplane mit betörenden Bildern hinterlegt, der kann nicht mehr allzu viel falsch machen. Gerade mussten Serienfans sich mit "Mad Men" von den 60er Jahren verabschieden, da steht "Aquarius auf dem Plan. David Duchovny spielt Sam Hodiak, einen Kriegsveteranen und Kommissar. Von einer verflossenen Liebe, Grace Karn (Michaela McManus), wird er zur Hilfe gerufen, als deren Tochter Emma (Emma Dumont) verschwindet.

David Duchovny ermittelt als Polizist Sam Hodiak.
David Duchovny ermittelt als Polizist Sam Hodiak.(Foto: Twitter/nbcaquarius)

Was der Zuschauer der NBC-Serie noch vor Ermittler Hodiak erfährt: Etwas Schlimmes ist Emma nicht geschehen - jedenfalls weiß sie das noch nicht. Auf einer Party mit zugedröhnten Hippie-Kindern hat sie Charlie ("Game of Thrones'" Gethin Anthony) kennengelernt. Der ist leidenschaftlicher Musiker - er will bekannter werden als die Beatles - und sagt Emma, sie sei etwas ganz Besonderes. Hinter Charlie verbirgt sich Charles Manson, der spätere Schwerverbrecher mit dem tätowierten Hakenkreuz zwischen den Augenbrauen.

Psychopath mit Charisma

Bilderserie

Mit düsteren Bildern zeigt "Aquarius" den "Summer of Love". Mit der jugendlichen Revolte hat Zugpferd Duchovny als Hodiak aber genauso wenig zu tun wie mit Schlapphüten und Fransenwesten. Der Vietnamveteran trägt Anzug, folgt dem Gesetz und verachtet die, die es missbrauchen oder sich darüber hinweg setzen.

Als Hodiak ist Duchovny so lässig sensibel und schonungslos ironisch wie als Hank Moody in "Californication". Aus Erfahrung lässt sich sagen: Wenn "Aquarius" mal die Puste ausgehen sollte, kann der Schauspieler die Show mit seinem Charme trotzdem noch über ein paar Staffeln schleppen. Aber auch Gethin Anthony überzeugt mit seiner Darbietung. Zwar sieht er dem echten Manson nicht wirklich ähnlich, doch gelingt es ihm, den Psychopathen zu geben. Darüber hinaus verleiht er seinem Charakter das irreführende Charisma, dass Manson einst so anziehend gemacht haben soll.

Kaum subtil und dennoch spannend

Als subtil kann man "Aquarius" nicht bezeichnen. In den ersten Folgen der Serie wird ein Kind zum Gruppensex genötigt und ein Mann beinahe von einem anderen vergewaltigt. Doch "Aquaris" will kein einfühlsames Drama wie "Mad Men" sein. Im Grunde ist es eine Polizisten-Serie. Es ist die Geschichte vom alten Hasen Hodiak, seinem Partner Brian (Grey Damon), mit dem er immer wieder aneinandergerät, und der jungen Kollegin Charmain (Claire Hoult).

Manchmal verfolgt "Aquarius" zu viele Handlungsstränge. Die Verschwörungstheorien um Emmas Vater Ken (Brian F. O'Byrne) drohen gerade zu Beginn der Show vom eigentlichen Verschwörer Manson abzulenken. Manchmal setzt das Format nur auf die Faszination des Kults eines gebrochenen Mannes, dessen Wahn viele Menschenleben forderte. Und manchmal werden wichtige Themen des Zeitalters wie Rassismus, Sexismus und Homophobie etwas stümperhaft in die Handlung integriert. Meistens aber überzeugt "Aquarius" mit Spannung - und das, obwohl das Ende der Geschichte, jedenfalls was Charles Mason anbelangt, bereits bekannt ist.

Quelle: n-tv.de