Unterhaltung

Dieter Nuhr fällt auf Satire rein "Wie krank sind eigentlich manche …"

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Not amused - inzwischen aber wahrscheinlich doch schon wieder: Dieter Nuhr.

(Foto: imago stock&people)

"Irre" und "Bekloppte" wähnt Kabarettist Dieter Nuhr hinter einer "Deutsche Salongutmenschen Union", die ihm auf seiner Facebook-Seite Rassismus vorwirft. Dabei handelt es sich nur um Satire. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Eigentlich wollte Dieter Nuhr seine Fans lediglich darauf hinweisen, dass ein Auftritt von ihm am 2. Oktober in Gelsenkirchen verschoben werden muss. "Weil die Escher-Lippe-Halle überraschend zum Flüchtlingsheim umfunktioniert wurde", erklärte der Kabarettist die kurzfristige Absage an dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsort. Doch eine "Deutsche Salongutmenschen Union" wollte aus dem simplen Facebook-Post scheinbar etwas anderes herauslesen - und ließ sich in einem längeren Schreiben entsprechend aus.

"Nachdem Sie bereits mit Ihrer islamophoben Hetzte bei Ihren Kabarett-Auftritten negativ auffielen und damit in braunen Gewässern zu fischen versuchten, legen Sie nun einen drauf und betreiben mit dieser Meldung Stimmungsmache gegen Flüchtlinge", wetterten die Autoren, als sei es ihnen ernst. Kabarettveranstaltungen seien "ein Privileg der wohlhabenden Industrieländer" und "nur dank der kapitalistischen und postkolonialen Ausbeutung der dritten Welt möglich". Fazit: "Die Transformation dieses Landes zu einer multikulturellen, bunten und vielfältigen Gesellschaft ist nicht einfach und nun mal auch mit Einbußen für die weiße, privilegierte Schicht verbunden. Das beinhaltet auch, dass weniger Kabarettveranstaltungen stattfinden können."

Den beabsichtigten Humor zwischen den Zeilen überlas Dieter Nuhr - und polterte gegen die "Irren, die mir Rassismus unterstellen", zurück: "Ich habe nur darauf hingewiesen, dass mein Auftritt ausfällt. Es handelt sich dabei um eine Tatsache. Ich wusste, dass sich hier viele Bekloppte rumtreiben, aber dass man eine Auftrittsabsage zum Rassismusvorwurf missbrauchen kann, war mir neu. Wie krank sind eigentlich manche im Kopf …"

Die Nerven verloren?

Tatsächlich handelte es sich bei der Zuschrift jedoch um einen Satire-Versuch. Möglicherweise durch Nuhrs harsche Reaktion aufgeschreckt, stellten die Macher wiederum auf ihrer Facebook-Seite dies mittlerweile unmissverständlich klar: "Liebe Freund*Innen der Deutschen Salongutmenschen Union, dass es in Deutschland um die Bildung nicht gut bestellt ist, sieht man ja schon daran, dass unser linkes, besseres und moralisch einwandfreies Weltbild immer noch nicht in der breiten Masse angekommen ist. Aus aktuellem Anlass möchten wir hiermit folgendes bekanntgeben: Dies ist eine Satire-Seite!"

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen - dementsprechend griffen diverse Medien die Scheinauseinandersetzung zwischen Nuhr und seinen Kritikern auf. "Der 'Stern' meint, ich hätte 'die Nerven verloren'. Stimmt nicht. Habe nachgezählt. Alle noch da", machte sich der Kabarettist inzwischen bei Facebook über einen Bericht des Magazins lustig. Zur Ehrenrettung des 54-Jährigen sei gesagt, dass angesichts der teils unfassbar tumben Kommentare, die zum Thema Flüchtling im Netz kursieren, womöglich nicht nur er der "Deutschen Salongutmenschen Union" auf den Leim gegangen wäre. Gute Satire will eben gelernt sein. Nicht wahr, Herr Nuhr?!

Quelle: ntv.de, vpr

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