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Langeweile und viele Ideen Den Spieltrieb wieder wecken

Wenn Kinder erst einmal spielen, vergessen sie die Zeit und alles um sich herum. Doch bis es soweit ist, das kann dauern. Da liegt der Griff zu irgendeiner Fernbedienung nahe. Jenseits von Geräten mit Steckern lockt eine Spielwelt, die nicht nur Kinder glücklich macht, sondern die auch noch viel für die Entwicklung der kleinen Menschen bewirkt.

Was haben Kinder eigentlich gespielt, bevor sie dazu irgendein elektronisches Gerät anschalten mussten. Ganz einfach, sie haben mit allem gespielt, was da war, die meisten Eltern von heute übrigens auch noch. Nur ist das vor lauter Gameboy, Spielekonsole und Fernsehen irgendwie in Vergessenheit geraten.

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Das Buch ist bei Ueberreuter erschienen und kostet 17,95 Euro.

Das nervt Yvonne de Bark, zweifache Mutter, und ein bisschen besserwisserisch veranlagt. Also erinnert sie in ihrem Buch "Spielen macht schlau" an all die vielen Sachen, die man so spielen kann, selbst wenn man eigentlich gar kein Spielzeug dabei hat.

Wasser zum Beispiel ist ein wahrer Spieleschatz, weil man Staudämme dafür errichten, etwas reinwerfen oder darauf schwimmen lassen und sogar reinfallen kann. Selbst die heimische Badewanne taugt dafür, man muss nur statt der idealen Waschzeit ca 2 Stunden mehr berechnen. Sand ist auch ziemlich genial oder Wolken, Kastanien oder Ahornpropeller, selbst Müll kann ein zutiefst inspirierendes Spielgerät sein.

Wer nun allerdings einen rein nostalgischen Ausflug in die Spielwelt der jeweiligen Vorfahren erwartet, der hat nicht mit de Barks erzieherischer Seite gerechnet. Denn nur noch wenige Eltern halten das kreative Spielzeug von früher gelassen aus. Darf man einen Kronkorken aufheben, der zehn Zentimeter neben einem Hundhaufen gelegen hat. Also, wir haben das früher gemacht und überlebt. Wir haben auch Obst geklaut und gegessen und Mutproben gemacht, und vor allem haben wir nicht alles unseren Eltern erzählt.

De Bark ist manchmal ein bisschen zu lustig, andererseits ist es der Kacka-Pischi-Pups-Humor, den auch Kinder zur Genüge haben. Und wenn man das ganze Getue weglässt, bleibt ein ganz schlaues Buch, was Spielen eigentlich sein soll - die Entdeckung der Welt, des eigenen Körpers, eine Annäherung mit allen Sinnen an alles. "Ein Kind spielen zu lassen, das kostet uns manchmal den letzten Nerv. Aber wenn wir uns überwinden, kann es passieren, dass wir einen zarten Schmetterlingsschlag auf unseren vergessenen Erinnerungen spüren. Wir hatten nichts. Und haben alles daraus gemacht." Das können Kinder noch immer, wenn man sie lässt.

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Quelle: ntv.de