DVD

Ertrinken? Erfrieren? Überleben? "12 Feet Deep": Gefangen im Wasser

61KG5OfdCKL__SL1500_.jpg

"12 Feet Deep" überzeugt mit Darstellerleistung und der Angst vor dem Wasser.

(Foto: Tiberius)

Zwei Schwestern treffen sich im örtlichen Hallenbad. Als der Bademeister die Anlage für das lange Wochenende abschließt, sind die beiden Frauen im Becken unter einer Fiberglasabdeckung gefangen. Das Wasser kühlt sich ab, die Luft wird knapp - da bemerken sie, dass sie nicht allein sind.

12 Feet (Fuß) sind knapp 3,65 Meter. Für ein Schwimmbecken in einem Hallenbad ist das die perfekte Tiefe. Wettkampfmaße. Bree (Nora-Jane Noone; "The Descent") genießt das kühle Nass und die Weite des fast leeren Beckens, die dem vor der Tür stehenden langen Wochenende sowie der späten Uhrzeit geschuldet sind: Das Bad schließt bald. Doch als ihre Schwester Jonna (Alexandra Park; "The Royals") am Beckenrand auftaucht, spielt die Zeit für Bree keine Rolle mehr - zu lange haben sich die beiden nicht gesehen, zu viel haben sie miteinander durchgemacht.

71q-IoFAOfL__SL1500_.jpg

Glück im Unglück: Das Bad ist noch nicht ganz leer.

(Foto: Tiberius)

Als der Bademeister die Schließung des Bades durchsagt, setzen die Schwestern ihr Wiedersehensgespräch in der Umkleide fort. Doch da bemerkt Bree, dass ein wertvoller Ring von ihr nicht mehr da ist. Es ist ein Verlobungsring - und die Frage ihres Freundes, ob sie ihn heiraten wolle, liegt noch nicht lang zurück. Neben dem unersetzbaren immateriellen Wert hat er zudem eine hübsche Stange Geld gekostet und so machen sich die beiden Schwestern auf die Suche nach dem Schmuckstück.

Ein Ring, sie zu binden

Jonna blickt ins Becken, sieht ein Glitzern am gekachelten Grund. Nun wird es dramatisch: Als sich beide im Wasser befinden und nach dem Ring tauchen, der sich verhakt zu haben scheint, ertönt eine letzte Durchsage des Bademeisters. Danach fährt eine Fiberglasdecke über das Wettkampf-Schwimmbecken und schließt es nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche. Danach macht der Bademeister das Licht aus und verlässt die Schwimmhalle. Bree und Jonna sitzen im Becken fest. Gefangen im Wasser.

81IC2nucAJL__SL1500_.jpg

"12 Feet Deep" ist bei Tiberius auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Tiberius)

Erst können die beiden ihre missliche Lage nicht fassen, dann folgen Vorwürfe und Anschuldigungen, abgelöst von verzweifelten Hilferufen und Versuchen, die Decke anzuheben oder irgendwie kaputt zu bekommen. Doch die bewegt sich kein Stück. Die Schwestern fröstelt: Ein langes Wochenende hier komplett im Wasser, das sich bereits merklich abkühlt - das ist ihr sicherer Tod.

Hilfe verspricht Brees Handy, dessen Klingeln nun die Ruhe zerreißt. Brees Verlobter, der sie abholen wollte und nun nicht weiß, wo seine Geliebte abgeblieben ist. Brees Handy klingelt mehrere Male. Dann Ruhe. Ein erneutes Klingeln. Diesmal näher am Becken. Ein Schatten taucht auf. Bree und Jonna schöpfen Hoffnung: Sie sind nicht allein, Rettung ist da!

Die große Unbekannte

Aber mal ehrlich, wenn die beiden jetzt schon gerettet würden, wäre "12 Feet Deep" doch ein bisschen arg langweilig geworden, oder nicht? Klar: Bisher trägt der Plot der sich plötzlich wiedersehenden beiden Schwestern, die eine dunkle Vergangenheit miteinander teilen, wegen der sie sich auch entzweit und aus den Augen verloren haben. Aber das kann doch noch nicht alles gewesen sein?

*Datenschutz

War es auch nicht, denn im Bad jobbt eine Ex-Gefangene, die auf Bewährung raus ist. Sie lehrt die Mülleimer, macht Hilfsarbeiten - und ist ebenfalls noch im Gebäude. Zu allem Überfluss kennt sie sich auch noch mit der Technik aus. Statt die Schwestern schnell zu befreien, schnappt sie sich erst deren weniges Geld und lässt sich dann Brees Handy entsperren. Als die beiden Schwestern ihr dumm kommen, dreht sie kurzerhand den Chlorhahn auf und zeigt Bree und Jonna damit, wer am längeren Hebel sitzt.

Das Drama nimmt seinen Lauf und spitzt sich nochmals zu, denn Bree ist Diabetikerin und muss sich schleunigst spritzen. Die Zeit wird knapp und knapper, das Überleben der beiden Schwestern hängt an einem seidenen Faden. Ob der für eine Rettung ausreicht? Und wie fällt diese aus?

"12 Feet Deep" weckt positive Erinnerungen

Das sind die Fragen, die die Spannung in "12 Feet Deep" bis zum Ende hoch halten und den Thriller sehenswert machen. Man will als Zuschauer einfach wissen, wie der Film des Regisseurs Matt Eskandari ("Victim", "The Gauntlet") ausgeht. Können sich beide Schwestern retten? Stirbt Bree? Oder Jonna?

Bei "12 Feet Deep" fühlt man sich als Zuschauer an "Frozen" des Kultregisseurs Adam Green ("Hatchet"-Reihe) erinnert. Der verfrachtete 2010 drei junge Skifahrer auf einen Skilift, der dann irgendwo über dem Hang stehenbleibt, weil der Betreiber den Hang geschlossen hat. In eisiger Höhe haben die drei nicht wirklich eine Wahl: Bleiben sie oben, erfrieren sie. Einer muss runter, um Hilfe zu holen, aber der Sprung ins Ungewisse kann ebenfalls das Leben kosten. Und dann kommen auch noch Wölfe ins Spiel. Packend bis zum Ende - wie eben auch "12 Feet Deep".

Wie "Frozen" lebt auch Eskandaris Film von mehreren überraschenden Wendungen. Die Konstante dabei bleibt die Umgebung, die eigentlich zum Spaßhaben gedacht ist und sich nun als tödliche Falle erweisen kann. Das Spiel mit der Angst, zu sterben beherrscht auch Eskandari und so bleibt zu hoffen, dass er dem Thriller-Genre treu bleibt - oder sich erneut dem Horrorgenre widmet.

ANZEIGE
12 Feet Deep - Gefangen im Wasser [Blu-ray]
EUR 8,99
*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema