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Mafia, FBI, Freunde Alle jagen den "Killerman"

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Liam Hemsworth brilliert in "Killerman" - keine Erinnerung, dafür viele Feinde.

(Foto: Capelight)

Mit Geldwäsche reich werden? Nicht als Mittelsmann. Und so versuchen Moe und Skunk ihr Glück - mit dem Geld vom Boss. Das geht natürlich schief. Der Boss will sein Geld zurück, korrupte Bullen und das FBI mischen ebenfalls mit. Dumm nur, dass Moe sein Gedächtnis verloren hat. FSK-18-Action.

Als Kleinkrimineller hat man es nicht leicht. Hier mal ein Job, dort ein bisschen Kohle abgreifen, das war's dann aber auch schon. Die richtig große Kohle gibt es erst weiter oben, bei den Bossen. Die beiden Kumpels Moe (Liam Hemsworth; "Tribute von Panem") und Skunk (Emory Cohen; "The Place Beyond The Pines") wissen ein Lied davon zu singen. Sie sind als Geldwäscher für den Drogenboss Perico (Zlatko Buric) unterwegs, der zudem Skunks Onkel ist, ihm aber nicht über den Weg traut. Moe und Skunk erhalten in regelmäßigen Abständen Geldsummen, die reingewaschen werden sollen. Sie nehmen sie, tauschen sie in Goldbarren und die dann in Diamanten um.

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"Killerman" ist bei Capelight auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Capelight)

So weit, so gut. Alles läuft immer nach Plan. Perico kann sich nicht beschweren. Er will sich von seinen kriminellen Machenschaften lossagen, will "sauber" werden, ins ganz große Immobiliengeschäft einsteigen. Doch ein Tipp eines FBI-Spitzels sorgt plötzlich dafür, dass ein Geldwäsche-Deal verschoben werden muss. Nun sind Moe und vor allem Skunk ganz heiß darauf, ein eigenes Ding zu drehen - mit dem Geld vom Boss.

Doch es kommt, wie es kommen muss: Die Sache geht mächtig in die Hose, die Polizei taucht auf, Kugeln fliegen und eine wahnwitzige Verfolgungsjagd nimmt immer mehr Fahrt auf. Sie endet abrupt mit einem Crash, der Moe zwar nicht das Leben kostet, aber sein Gedächtnis. Er weiß nichts mehr. Weder wer er ist noch was er macht noch wen er liebt. Sein Kopf braucht schlichtweg Zeit und viel Ruhe, um sich wieder zu erholen.

Doch genau das gibt es nach dem Crash für Moe nicht mehr: Nicht nur die Bullen haben Moe auf dem Kieker und wollen ihn finden. Auch Drogenboss Perico will ihn und so hofft er auch sein Geld wieder in die Hände bekommen. Und dann gibt es da ja auch noch den skrupellosen FBI-Ermittler Bill O'Donnell (John Cenatiempo), der eine besonders dubiose Rolle in dem ganzen Durcheinander um Geld, Goldbarren und Diamanten zu spielen scheint. Nur Skunk scheint Moe wirklich helfen zu wollen: Vielleicht hilft es ihm ja, wenn er seine Freundin Lola (Diane Guerrero) wiedersieht?

"Killerman" hat das Zeug zum Kult

Na? Nein, vorerst natürlich nicht. Vielmehr werden nun auch die wirklich bösen Buben auf Lola aufmerksam und so kämpfen nicht nur die beiden Kleinkriminellen um ihr nacktes Überleben - und der Film "Killerman" geht furios in sein letztes Drittel. Wenn man den Actionkracher von Regisseur Malik Bader ("Cash Only") bis dahin verfolgt hat, fühlt man sich unweigerlich an Guy Ritchies Kultfilm "Snatch" oder auch "Bube, Dame, König, Gras" erinnert: Kleinganoven, die auf das eine große Ding hoffen, auf die Chance, endlich zu Reichtum zu kommen. So einfach und schnell wie möglich.

Genau das trägt auch "Killerman", wobei Baders Film mehr am großen Action-Rad dreht als "Snatch". Dafür war Ritchies Ganunerstreifen mit etwas mehr schwarzem Humor gesegnet. Wortwitz findet sich bei beiden Filmen in ausreichender Menge, auch die Synchronisation ist ein Highlight, die Darstellerriege von "Killerman" ist es sowieso. Skurrile Typen gehören natürlich auch dazu.

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Was "Killerman" am Ende von "Snatch" abhebt, ist das Ende: Wenn man als Zuschauer gerade beginnt, es sich im heimischen Sessel oder auf der Couch so richtig gemütlich zu machen, in Erwartung eines blutigen und feuerintensiven Kugelhagels zum Filmende, gibt Regisseur und Drehbuchautor Bader dem Film mit einem simplen Twist eine neue Richtung. Nun erscheint auch der Gedächtnisverlust Moes in einem ganz anderen Licht und verleiht "Killerman" sogar das gewisse Etwas eines Thrillers.

"Killerman" kommt nicht in Hochglanzoptik daher, sondern in der rauen Schönheit einer Großstadt: asphaltierte Straßenschluchten, schmutzige Häuserecken, No-go-Areas, düstere und abgehalfterte Gestalten, Schmutz, Dreck, Kratzer, Blutflecken. Der Film ist laut, direkt, unkonventionell - ein echter Kleinkrimineller eben.

Quelle: ntv.de