DVD

Hörst du die Stimmen auch? "Amityville Horror": Wie alles begann

61RSa9OshsL__SL1500_.jpg

Sieht so ein skrupelloser Massenmörder aus?

(Foto: Tiberius)

13. November 1974, Amityville, Long Island: Ronald DeFeo Jr. tötet seine gesamte Familie. Er erschießt Vater, Mutter, Brüder und Schwestern, als diese schlafen. Was trieb ihn zu diesem Massaker? Ein neuer Film der "Amityville Horror"-Reihe sucht nach der Antwort.

Neues Jahr, neues Glück - heißt es zumindest. Gute Vorsätze werden erdacht: weniger Alkohol, weniger Fleisch, einfach gesünder und bewusster leben, mehr Bewegung. Ein Jahreswechsel bietet sich für solcherlei Ziele als Startpunkt regelrecht an. Ronald "Butch" DeFeo Jr. (John Robinson; "Elepfant", "Transformers") braucht kein Neujahr dafür. Er hat auch nur ein einziges Ziel: endlich weg von zu Hause. Zu Hause heißt für ihn nicht Liebe und Behaglichkeit, sondern ständiges Getrieze durch den Vater (Paul Ben-Victor; "Tombstone", "Daredevil"), der das Leben der Familie DeFeo mit eiserner Faust regiert. Sein Vater hat es ihm vorgemacht: Erfolgreich wird man nur, wenn man hart arbeitet.

612QoPfA8uL__SL1500_.jpg

Der neueste "Amityville Horror" besitzt den Charme des 1979er Erstlings.

(Foto: Tiberius)

Der gepeinigte Jugendliche hat genug von den Schlägen des Vaters, von der Angst der Mutter. Als er, Ronnie, noch klein war, hat er sich mit seiner Schwester Dawn (Chelsea Ricketts; "Crooked Arrows") immer versucht zurückzuziehen, sich außerhalb der Schlagweite seines Vaters zu bewegen. Ronnie und Dawn haben gebetet, Hilfe von ganz oben gesucht. Die Kinder haben sie auch gefunden. Aber das erfahren sie erst Jahre später - als es bereits zu spät ist.

DeFeo Jr. bringt am 13. November 1974 seine gesamte Familie, Brüder, Schwestern, Mutter und Vater mit einem Gewehr um. Der Jugendliche erschießt alle im Schlaf. Vor Gericht behauptet er, er habe dies auf Geheiß von Stimmen getan, die ihm das Gemetzel in dem Haus in Amityville auf Long Island befohlen haben. Die Geschichte nahm ihren Lauf, eine Legende erwachte zum Leben: "Amityville Horror: Wie alles begann".

Horror-Expertise am Werk

DeFeos Mordnacht soll auf einer wahren Begebenheit beruhen und ist der Ausgangspunkt einer Horrorfilmreihe, die mittlerweile rund ein Dutzend Filme umfasst. "Amityville Horror: Wie alles begann" widmet sich dabei der Entstehungsgeschichte, hinterfragt, wie es zu dem Massaker kommen konnte. Eine Antwortmöglichkeit liefert der Film von Regisseur Daniel Farrands gleich mit, gekonnt und obskur gleichermaßen.

Als Zuschauer merkt man schnell, dass mit Farrands einer die Fäden des Films in den Händen hält, der sich im Horrorgenre auskennt. Farrands schreibt auch Drehbücher ("Halloween 6") und produziert Horrorstreifen ("Das Haus der Dämonen"). Farrands setzt mit "The Amityville Murders", so der Originaltitel des Films, das perfekte Prequel zum eigentlichen Start der "Amityville Horror"-Reihe. Die nahm bereits 1979 mit "The Amityville Horror" ihren Anfang, setzt aber erst nach den Morden Ronnie DeFeo Jr. an.

Familiendrama mit Horrorelementen

Farrands Film spielt mit der Psyche der Zuschauer. Die Taten DeFeos sind bereits bekannt, werden dem eigentlichen Plot vorangestellt. Damit ist bereits der erste Spannungsbogen gesetzt und man will wissen, was den Vollbart tragenden Jugendlichen zu den Morden getrieben hat. Waren es die Drogen? Die nahm er wie fast alle anderen Jugendlichen in dieser Zeit auch. Waren es die Absagen mehrerer Colleges, an denen er sich beworben hatte? Oder gab eine Demütigung durch den prügelnden Vater den Ausschlag? War sie der Tropfen, der das Fass letzten Endes zum Überkochen brachte? Aber warum tötete er dann seine gesamte Familie und nicht nur den verhassten Vater?

ANZEIGE
Amityville Horror - Wie alles begann [Blu-ray]
9,99 €
*Datenschutz

Damit beschäftigt sich "Amityville Horror: Wie alles begann". Farrands Film ist damit zuallererst ein Familiendrama, dessen ungeklärtes Motiv und die damit verbundenen wilden Spekulationen und Gerüchte es zu einem Suspense-Horrorstreifen machen. Ob er den Kultstatus des Erstlings von 1979 erreichen wird, muss die Zeit zeigen. Ein Guter-Vorsatz-Tipp für die Zuschauer: "Amityville Horror: Wie alles begann" hat eine Chance wirklich verdient - er macht Hunger auf die restlichen "Amityville"-Filme.

Quelle: ntv.de