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Slasher für besinnliche Stunden "Black Christmas", I gave you my heart ...

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Hallo, wer spricht denn da?

(Foto: Capelight)

Man nehme ein paar weibliche Studentinnen und einen Psychopathen, der diese mit obszönen Anrufen belästigt, verfrachte das Ganze dann in ein altes Haus, in die 1970er-Jahre und in die Weihnachtszeit. Dann kann man sich zurücklehnen und Slasherhorror genießen.

Die Tage um Weihnachten sind die Zeit der Besinnung. Man kommt zur Ruhe, tankt Kraft im Kreis seiner Liebsten. Alles gut, wenn nur der ganze Einkaufs- und Dekorationsstress nicht wäre. Einen Weihnachtsbaum aufstellen? Okay, gebongt. Aber hier noch ein paar Lämpchen ins Fenster, dort noch ein leuchtender Weihnachtsmann, da noch ein kleiner Engel, ein künstliches Gesteck auf dem Tisch, der obligatorische Schwibbogen, möglichst noch aus dem Erzgebirge: Das ist für den einen oder anderen dann doch der pure Horror! Also warum nicht gleich einen solchen Film schauen? Und wegen der ganzen Besinnlichkeit und so vielleicht doch mal einen Klassiker aus den 1970er-Jahren, der passend zum Weihnachtsgeschäft bei Capelight als Collectors Edition neu erschienen ist: "Black Christmas".

Der Titel passt doch schon einmal. Sofort schießen Assoziationen in den Kopf, die mit Jesu Geburt nichts zu tun haben, ganz im Gegenteil. Schwarze Magie, Teufelsanbetung, Dämonen. Yeah! Aber nein, von alldem kann bei "Black Christmas" nicht die Rede sein. Der deutsche Titel "Jessy - Die Treppe in den Tod" ist der eindrucksvolle Beweis. Aber nicht abwenden: Es handelt sich wohl um die Mutter des Slasherhorrors! Richtig gelesen. Und das Geburtsland ist Kanada. Celine Dion und William Shatner lassen grüßen. Letzteren könnte man sich durchaus in dem Plot von 1974 vorstellen. Aber Captain Kirk hatte damals andere Prioritäten, er drang damals lieber in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat ...

Wohnheim, Frauen, Weihnachtszeit

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"Black Christmas" ist bei Capelight als Collector's Edition auch in einer VHS-Box erschienen.

(Foto: Capelight)

Gut, das trifft letzten Endes eben auch auf "Black Christmas" zu. Der Film des Regisseurs Bob Clark ("Fröhliche Weihnachten", "Porky's") entführt in ein Studentenwohnheim der 1970er-Jahre und in die Weihnachtszeit. Die Vorbereitungen für die freien Feiertage laufen auf Hochtouren am letzten Abend vor dem 24. Dezember. Das Haus beherbergt nur Studentinnen; eine dem Alkohol nicht ganz abgeneigte, ältere Frau hat als Wohnheimmutter die Aufsicht. Sie lässt ihren "Schäfchen" aber viel Freiraum. Den nutzt vor allem Barb (Margot Kidder; Lois Lane im 1978er "Superman") aus: Volltrunken legt sie sich mit nahezu jeder anderen Studentin an - auch mit Claire (Lynn Griffin; "Dream House") und Jess (Olivia Hussey; "Tod auf dem Nil").

Claire hat davon bald genug und verzieht sich auf ihr Zimmer, um für den nächsten Morgen zu packen. Sie will sich mit ihrem Vater treffen. Doch dieses Treffen wird nie stattfinden. Der nächste Tag bricht an, Jess und der Rest glauben, dass Claire sich ohne zu verabschieden bereits aus dem Staub gemacht hat. Ihr Vater weiß es bald besser, denn Claire taucht am vereinbarten Treffpunkt nie auf. Er geht zum Wohnheim, danach zur Polizei. Doch Lieutenant Fuller (John Saxon; "Nightmare - Mörderische Träume") nimmt Claires Vater nicht für voll. 

Das ändert sich jedoch schnell, als ein nach und nach weitere Mädchen verschwinden. Plötzlich spielt es auch eine Rolle, dass die Studentinnen des Wohnheims von einem Anrufer terrorisiert wurden: Obszöne Andeutungen, Beschimpfungen, Gestöhne - zu erkennen gab er sich jedoch nie. Lt. Fuller ist nun gefordert. Eine Fangschaltung soll den Anrufer enttarnen und damit wohl auch den Mörder.

Es dauert etwas, bis die Sache anläuft, doch dann stellt sich der Erfolg ein: Der Anruf kann zurückverfolgt werden. Das Telefon, von dem er ausgeht, steht allerdings im Wohnheim - in der oberen Etage. Als Jess diese Information erhält, blickt sie mit vor Angst geweiteten Augen die Treppe hinauf - in den Tod.

Psychopath mit Tourette

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Ganz klar: "Black Christmas" ist ein Horrorklassiker. Die Figuren sind liebenswert, selbst Barb und die schrullige Hausmutter Mrs. Mac (Marian Waldman; "Besessen"), die am liebsten mit Claires Vater und einer Flasche Schnaps in die Kiste springen will. Mrs. Mac stirbt genauso wie Barb. Die Art des blutigen Hinmeuchelns galt damals neu und mittlerweile als wegweisend für das Slashergenre. Heute lässt es den Zuschauer nahezu kalt. Andere Zeiten, andere Sitten.

Was aber nach Jahrzehnten immer noch schaurige Gänsehaut erzeugt, sind die Anrufe des Mörders, der sich in das Haus geschlichen hat. Ein Psychopath mit Tourette. Erst nur ein leises Stöhnen, dann eine säuselnde Stimme, die urplötzlich in einen dahingerotzten Wutausbruch übergeht. Dazu passend die alten Hörertelefone - einfach nur herrlich. Auch das ist Weihnachten, "Black Christmas".

Quelle: ntv.de