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Beißender Down-Under-Horror "Boar": Ey, was für 'ne Schweinerei!

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Die Idylle trügt, das Wildschwein hat bereits Witterung aufgenommen.

(Foto: Meteor)

Schlangen? Spinnen? Die Tierwelt Australiens ist gefährlich. Aber gegen dieses Wildschwein mutet selbst die giftigste Spinne an wie ein kuscheliges Katzenbaby. Glauben Sie nicht? "Boar" - im Outback hört dich keiner quieken!

Für einen guten Horrorfilm braucht es nicht viel: ein bisschen Grusel, dazu noch schreiende Frauen und Blut. Sind diese Zutaten vorhanden, kann man sich als Genrefan ruhigen Gewissens zurücklehnen und genießen. Gut, manchmal reichen auch schon schreiende Frauen und Blut aus, aber dann muss es schon mehr von beiden sein. So gesehen hat "Boar" alles richtig gemacht: Der Australo-Schocker kommt mit einer Menge Geschrei daher, noch mehr Blut - und einem Wildschwein.

Doch das ist kein normales Wildschwein, wie es sich derzeit durch die Böden der Thüringer Wälder wühlt. Nein, damit kann man in Down Under niemanden hinterm Ofen hervorholen. Da muss es schon das "verfickt größte Wildschwein" sein, das ein Mensch je gesehen hat. Freilich, damit groß rumprahlen könnte er nicht, denn die Begegnung mit dem Riesenviech würde er nicht überleben: Dafür ist der Blutdurst des Schweins einfach zu groß.

Das lässt "Boar"-Regisseur Chris Sun ("Charlie's Farm") erst einmal im Dunkeln. Ist ja auch nicht wichtig, ob eine Sau einen nach Strich und Faden zerfleischt oder ein Eber. Für den Plot spielt es eh keine Rolle. Der ist auch so kurz wie der Filmtitel selbst: Zu groß geratenes Wildschwein reißt alles, was sich ihm in den Weg stellt, in Fetzen. Schluss.

Darf's ein bisschen mehr sein?

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"Boar" ist bei Meteor als DVD und BD erschienen.

(Foto: Meteor)

Aber es geht auch etwas ausführlicher: Eine kleine Gemeinde irgendwo in Australien, die fast nur aus einer Farm mit Zäunen und Schafen sowie einem Pub besteht, wo sich alle Bewohner die Klinke in die Hand geben und dem Bier feucht-fröhlich gefrönt wird, sieht sich plötzlich mit zerstörten Zäunen und gerissenen Schafen konfrontiert. Der Dorftrinker will zudem gesehen haben, wie irgendein Viech einen Menschen angefallen hat.

Klar, dass keiner dem Gebrabbel des daueralkoholisierten Dorfspinners Glauben schenkt. Tja, hätten sie alle das mal lieber getan. Und so folgen auf zerstörte Zäune und gerissene Schafe alsbald zerfetzte Menschenkörper: Farmer, Camper, komplette Familien - nichts ist vor den mörderischen Hauern des Schweins sicher. Selbst mehrere Schüsse können ihm nichts anhaben, im Gegenteil: Das Viech wird nur wütender.

Oh bitte, noch ein bisschen mehr!

Aber warum ist es denn eigentlich so aus der Art geschlagen? So groß? So blutrünstig? Muss es irgendetwas verteidigen? Fühlt es sich von den dummen Dorfbratzen bedroht? Stammt es von einem alten Indianerfriedhof? Viele Fragen, keine Antworten. Und mal ehrlich: Will man den Film so richtig genießen, braucht es auch keine Antworten auf all die Fragen.

"Boar" muss man so nehmen, wie er ist: Brutal, blutig, schlecht synchronisiert - und das alles von der ersten Minute an. Die Namen der Darsteller braucht man sich nicht zu merken, sie hätten auch einfach nur "Toter 1" bis "Toter ..." heißen können. Eindruck schindet allein das borstige Schweineviech. Dem will man nicht in natura begegnen, selbst wenn man bis über beide Ohren mit Gewehren, Granaten oder Raketen bewaffnet wäre. Allein die Geräusche, die das Schwein von sich gibt, dieses wütende, wüste Gegrunze, reichen aus, um zu wissen: Hier ist der Mensch nicht mehr an der Spitze der Nahrungskette und damit ist wegrennen angesagt!

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Aber selbst das hilft am Ende nicht: Die menschlichen Häppchen drehen sich nur ein einziges Mal um und schon hat sie das Schwein in der Schnauze, zwischen den Hauern, und die Körperteile fliegen so wild durch die Gegend, als herrsche die Chaos-Theorie in seiner reinsten Form.

Kurzum: Das mörderische Schwein zeigt einem eindrucksvoll, dass eine Menge Blut und viel Gekreische und Geschreie vollkommen ausreichend für einen kurzweiligen und sehenswerten Horrorfilm sind. "Boar", ey!

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Quelle: n-tv.de