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Wenn ein 18. Geburtstag ausufert "Book of Monsters": Blutiges Party-Crashing

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Scream-Queens: Kein Monsterhorror ohne Monstergekreische!

(Foto: Tiberius)

Viele Eltern kennen das: Wenn der Nachwuchs 18 wird, artet die dazugehörige Party oft aus. Manchmal gibt dann auch die Polizei, dein Freund und Helfer, den Party-Crasher höchstpersönlich. Bei Sophies 18. Geburtstag sind es dagegen richtige Monster.

Die Volljährigkeit wird hierzulande gern sehr groß gefeiert. In Zeiten von Facebook, Twitter, Instagram und Co. kann die Party dann schnell mal aus dem Ruder laufen. Heißt im Klartext: zu viele Partygäste, Gewalt, Polizeieinsatz, Bericht in den bundesweiten Nachrichtensendungen. Schöne neue Welt. Aber Sophies (Lyndsey Craine; "The Dark Below", "Zomblogalypse") 18. Geburtstag setzt dem Ganzen die Krone auf.

Sophie ist nicht die beliebteste Schülerin ihrer Klasse. Das hat mehrere Gründe: Sie ist fleißig, bekommt in der Regel gute Noten, die Lehrer lieben sie. Darüber hinaus ist sie eher eine der ruhigen Sorte. Eine Party bei sich zu Hause? Da müssten schon Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Zudem hält sich an der Schule hartnäckig das Gerücht, dass Sophie lesbisch ist.

Party-Crasher der besonderen Art

Zu ihrem 18. Geburtstag nimmt deshalb eine Freundin von ihr das Heft der Organisation in die Hand: Immerhin soll es eine Party zum Wiegenfest geben, zum Eintritt in die Welt der Erwachsenen. Klein zwar, aber immerhin. Eine Mitschülerin Sophies, Erzfeindin trifft es vielleicht besser, plustert die Einladung jedoch auf - und schon tummeln sich jede Menge Unbekannte auf Sophies Geburtstagsparty und der Alkohol fließt in Strömen. Sophie ist zunächst entsetzt, aber denkt sich dann irgendwann auch: Wenn mich mein Papa morgen eh umbringt, kann ich heute zumindest mal so richtig feiern.

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Sophie feiert bald eine "Monster"-Party!

(Foto: Tiberius)

Dumm nur, dass sich unter das jugendliche Partyvolk auch eine einige uralte Monster gemischt haben. Und schon bald nimmt die Zahl der Feiernden merklich ab. Allerdings kristallisiert sich auch heraus, dass die Monster Sophie nichts tun, ihr nicht ans Leder wollen oder gar nach dem Leben trachten. Was steckt dahinter?

Die Lösung liegt in Sophies Kindheit. Dass sie eine Sonderrolle in der Klasse innehat, ist auch der Tatsache geschuldet, dass sie ein Jahr in einer psychiatrischen Klinik verbracht hat. Der Grund: Sie hat mit acht Jahren gesehen, wie ein Monster ihre Mutter zerstückelt hat. Der Vater war nicht zu Hause, als er dann kam, fanden sich die Überreste seiner Frau unter dem Bett der Tochter. Zwar fanden alle ihre Aussagen komisch, dass ein Monster ihre Mutter hingemetzelt hat. Als Mordverdächtige galt Sophie jedoch nie, zu grausam war das Verbrechen an der Mutter. Eine Achtjährige konnte dazu einfach nicht in der Lage sein.

Das jüngste Gericht

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"Book of Monsters" ist bei Tiberius erschienen.

(Foto: Tiberius)

Zehn Jahre nach diesem schrecklichen Ereignis wird Sophie nun klar, dass ihre Mutter eine ganz besondere Person gewesen sein muss: Die Schlüssel zu dieser Erkenntnis sind die Monster auf der Party und ein Buch, aus dem Sophies Mutter dem damals kleinen Mädchen immer Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen hat. Es war kein klassisches Märchenbuch, sondern das "Book of Monsters" - von ihrer Mutter selbst verfasst, denn sie war Monsterjägerin. Nun muss Sophie in ihre Fußstapfen treten, um die Welt zu retten. Denn die monströsen Party-Crasher sind nur die Vorhut, beenden sie ihr mörderisch-blutiges Ritual, werden alle Gestalten des "Book of Monsters" frei- und auf die Menschheit losgelassen. Der Tag des jüngsten Gerichts stünde dann bevor. Die Apokalypse. Armageddon. Das Ende der Welt - wie wir sie kennen.

Eine Horrorvorstellung, zugegeben. Aber bei "Book of Monsters" fragt der Zuschauer sich lange: Wieso hat der Film des Regisseurs Stewart Sparke ("The Dark Below") eine FSK-16-Einstufung erhalten? Als dann aber die Monster loslegen, die Partygäste zerlegen und erst recht, als die paar Übriggebliebenen unter Sophies Führung dann zurückmetzeln, weiß der Zuschauer es. Hier ein Kettensägenschnitt mehr, da ein bisschen mehr Kunstblutfontäne - und es wäre auch FSK-18 drin gewesen.

Partymonster? Monsterparty!

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"Book of Monsters" ist eine Hommage an die Monsterfilme der 1980er.

(Foto: Tiberius)

Aber auch FSK-16 reicht am Ende, denn "Book of Monsters" will kein purer Slasher sein. Er ist eher halb Teenie-Komödie, halb Creature-Feature. Und damit irgendwie auch Hommage an die Monsterfilme der 1980er-Jahre ("Das Ding", "A Nightmare on Elm Street", "Gremlins" ...). Damals, als die Filme und Monster noch handgemacht waren und nicht am Computer entworfen. Als ein guter Monsterfilm auch daran bemessen wurde, wie viel Liter Kunstblut am Ende geflossen waren. Und als Humor in Horrorfilmen ein Muss war. Die gute alte Zeit eben.

Bei "Book of Monsters" sorgt dieses herrliche Old-School-Feeling auch dafür, dass man als Zuschauer über die eine oder andere Schwäche hinwegschauen kann: Da wären logischerweise die Darstellerleistungen. Gegen Monster kann man als Schauspieler einfach nicht anstinken. Da wäre aber auch die Synchronisation, die zum Teil schwachen Dialoge.

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Alles in allem macht "Book of Monsters" aber Spaß, ist unterhaltsam und bietet für Eltern junger Kinder zudem einen Zusatznutzen. Wenn der 18. Geburtstag der Tochter oder des Sohnes ansteht, organisiert die Party selbst! Spielt den DJ, mixt die Bowle selbst, habt immer ein Auge auf die kleinen Racker. Nur dann habt ihr es in der Hand, ob es eine unvergessliche Monsterparty oder ob die Feier monstermäßig gecrasht wird. Und mal ehrlich: Wer will schon freiwillig in die bundesweiten Nachrichtensendungen?

Quelle: ntv.de