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Nazis, Zombies, Aliens - Trash! "Bunker of the Dead": Tarnname "Cerusit"

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Die Ego-Shooter-Perspektive von "Bunker of the Dead" weckt Erinnerungen an die "Wolfenstein"-Computerspielreihe.

(Foto: Koch Media)

Nazis und Zombies? Das passt wie Arsch auf Eimer - filmisch gesehen. Top-Schauspieler, eine Story oder ein hohes Budget sind da vollkommen kontraproduktiv. Das beweist eine deutsche Produktion, die auf den Ego-Shooter-Modus setzt.

Mal selbst auf Nazi-Jagd gehen? Mit Messer, Pistole, Handgranate oder Maschinengewehr? In den 1980ern und 1990ern ging das am Computer mit der "Wolfenstein"-Reihe. Erst in 2D, dann auch realitätsnaher in 3D. Der erste Ego-Shooter war geboren, gespickt mit Nazi-Symbolen und die Indizierung in Deutschland damit unausweichlich. Dem nun auf DVD erschienenen Film "Bunker oft he Dead" blüht dieses Schicksal nicht, obwohl auch da mit Nazis, Hakenkreuzen und Gewalt nicht gegeizt wird. Ein Grund könnte die trashige Aufmachung sein.

Bei "Bunker of the Dead" des deutschen Regisseurs Matthias Olof Eich kommen die beiden Freunde Markus und Thomas an ein geheimes Tagebuch aus dem Zweiten Weltkrieg. Darin geht es um eine Forschungsanlage mit Tarnnamen "Cerusit". Die wurde 1943 in die Conrad-von-Hötzendorf-Kaserne im oberbayerischen Oberammergau verlegt, heute befindet sich dort die Nato-Schule und in Oberammergau das Bundeswehrverwaltungsschule.

Ein todsicherer Plan

Markus und Thomas sind sofort Feuer und Flamme: In ihren Köpfen dreht sich nun alles um das nach dem Zweiten Weltkrieg spurlos verschwundene geheime Beutegold der Nazis. Millionen, ach was, Milliarden wert. Sie schmieden einen Plan und Markus soll ihn mit Funk und 3D-Kamera ausgestattet, in die Tat umsetzen: Vvrdringen in das Gelände, den Eingang zur Anlage suchen, in den unterirdischen Bunker vordringen, das Gold finden - und wieder abhauen. So was macht man doch jeden Tag!

Mit dem Equipment ausgestattet, gelangen sie mit einer List (gefälschter Passierschein) auf das vom Militär bewachte Gelände. Danach geht alles ganz schnell: Markus fliegt auf, flieht im Kugelhagel und findet zufällig den Eingang in den Bunker. Doch es dauert nicht lange und Markus merkt, dass er hier unten in der Jahrzehnte unberührt geglaubten Dunkelheit nicht allein ist. Und die plötzlich auftauchenden Nazi-Zombies sind nicht sein einziges Problem ...    

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Die Nazi-Zombies können sich sehen lassen.

(Foto: Koch Media)

Eine Story oder Top-Schauspieler braucht dieser Film nicht, denn er hat Nazis und Zombies. Über den einen oder anderen Logikfehler kann man als Zuschauer anhand des wohl eher mickrigen Budgets auch großzügig hinwegsehen. Aber zwei Sachen sollte man sich bei "Bunker of the Dead" vergegenwärtigen.

Mittendrin statt nur dabei

Der Film ist der erste First-Person-Shooter der Welt. Das sagt zumindest die Werbung. Wie bei "Wolfenstein" wandelt der Zuschauer als Hauptdarsteller Markus durch die düstere, verstaubte Bunkeranlage. Man lugt um Ecken, blickt durch Türritzen und ist gewissermaßen live dabei, wenn Nazi-Zombies mit dem Brecheisen der Kopf zertrümmert wird.

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Was trieben die Nazis in der Bunker-Anlage nur?

(Foto: Koch Media)

Will man das? Sagen wir, es hilft dabei, sich auf den Film einzulassen, denn das Geheimnis der Forschungsanlage wird recht schnell gelüftet - und bietet wenig Überraschendes. "Akte X" lässt grüßen: Cerusit war eine ausgelagerte Forschungsanlage von Messerschmidt.

Wer killt Markus endlich?

Als Zuschauer kann man sich zwar an die Ich-Perspektive von Markus gewöhnen (immerhin muss man ihn nicht sehen). Aber man muss ihm zuhören. Sobald er die ersten Nazi-Zombies gesichtet hat, scheint in ihm etwas Klick gemacht zu haben und das lässt er dann auch verbal raus. Das nervt so dermaßen, dass man sich als Zuschauer wünscht, der Hauptdarsteller wird vom erstbesten daherkommenden Nazi-Zombies gekillt.

Wird er natürlich nicht. Zumindest nicht am Anfang. Na gut, auch am Ende nicht. Aber es gibt ja noch diverse US-Soldaten, die ihn suchen und eine plötzlich im Bunker platzierte Atombombe. Ganz schön viel Tobak für einen Film, bei dem es gereicht hätte, die Nazi-Zombies auf den Hauptdarsteller loszulassen. Immerhin: Die können sich sehen lassen und die Menge an geflossenem Kunstblut ebenfalls.

Trash - mit Potenzial

Eine andere Stimme, weniger Text für Markus und "Bunker of the Dead" - angelegt als Horrorkomödie - würde auch tierisch Spaß machen. Pointiert gesetzter Wortwitz hätte dem Film gut getan. So kann er nur mit der Ego-Shooter-Position punkten. Das gelingt aber und macht durchaus Lust auf mehr.

Und mal ehrlich: Jeder weiß doch, dass das verschollen geglaubte Beutegold der Nazis im thüringischen Jonastal liegt. Bunker gibt es da auch, wieso nicht einen zweiten Teil drehen oder eine ganze Saga wie bei "Wolfenstein"?

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Quelle: ntv.de