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Jeder hat eine dunkle Seite "Cabin Weekend": Der perfekte Ehemann?

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Viola leidet - oder?

(Foto: Indeed)

Wenn eine Frau in einem Film ihr Baby verliert, hat sie die Sympathie der Zuschauer. Es gehört schon eine Menge dazu, diese dann wieder zu verspielen. Viola schafft das in "Cabin Weekend" problemlos. Aber diese Masche macht den FSK-18-Streifen sehenswert.

Das Gute kann ohne das Böse nicht existieren. Wo Licht ist, ist auch Dunkelheit. Auf den ersten Blick sind Viola (Gabriella Wright; "The Transporter: Refueled", "Beverly") und Nicola (Bret Roberts; "May", "Alcoholist") ein absolut glückliches Ehepaar. Als Viola auch noch schwanger wird, scheint ihr Glück perfekt. Dann schlägt das Schicksal zu: Das Kind stirbt bei der Geburt und von nun an ist nichts mehr, wie es früher war.

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Schickes Paar: Viola und Nicola. Aber es gibt auch ein düsteres Geheimnis.

(Foto: Indeed)

Viola leidet an Depressionen, Stimmungsschwankungen, ist in psychiatrischer Behandlung und schluckt Tabletten. Nicola, der sich nichts anmerken lässt, versucht alles, um seine Frau wieder ins normale Leben zurückzuholen: Er hört ihr zu, ist einfühlsam, liebt sie noch mehr als vorher - Nicola bietet die starke Schulter, die Viola nun benötigt. Er organisiert ein Wochenende nur für sie zwei in der alten Waldhütte seines Onkels. Abgelegen zwar, aber dafür mit einem exzellenten Weinkeller ausgestattet, wie er Viola verspricht.

Sie will auch, dass ihr altes Leben zurückkehrt. Sie liebt Nicola nach wie vor, vielleicht tut ihnen dieses Wochenende wirklich gut. Sie willigt ein und so machen sich die beiden auf den Weg. Unterwegs, bereits kurz vor dem Ziel, bricht Viola depressive Seite durch: Sie muss raus aus dem Auto, frische Luft schnappen. Sie ist lange weg. Nicola lässt ihr die Zeit, aber als sie zurückkehrt, bellt sie ihm den Vorwurf entgegen, warum er sie nicht gesucht habe. Nicola schluckt seinen Ärger herunter und kurz darauf ist Viola wieder die Frau, in der er sich einst verliebt hat: wunderschön, einfühlsam, liebevoll.

Viola nervt

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"Cabin Weekend" ist FSK 18 - zu Recht.

(Foto: Indeed)

Als männlicher Zuschauer von "Cabin Weekend" (Original: "The Perfect Husband") hat man an dieser Stelle schon jedwede Sympathie für Viola verloren. Ihre Stimmungsschwankungen, ihr Rumgezicke: einfach nur nervig. Wie Nicola das aushält, bleibt ein Rätsel. Genau in dieser Stimmungslage vollführt Regisseur Lucas Pavetto ("Alcoholist") eine Kehrtwende: Viola soll Wasser aus dem Brunnen holen. Auf dem Rückweg wird sie plötzlich ohnmächtig. Ein Ranger findet sie und bringt sie zur Waldhütte. Nicola, der Viola bereits gesucht hat, bedankt sich tausend Mal, wird aber hellhörig, als der Ranger etwas von einem "Kaffee" sagt. Was hat der Ranger mit Viola gemacht? Hat er sie in seine Schutzhütte mitgenommen? Wie lange waren die beiden dort? Hat er sie missbraucht?

Der Ranger merkt, dass die Stimmung kippt und verabschiedet sich schnell. Nicola blickt ihm nach und kümmert sich dann um Viola und das Essen. Ohnmächtig, einfach so? Beim Essen platzt es dann aus ihm heraus, etwas hat sich angestaut: Er habe Viola mit ihrem Chef gesehen, als sie in dessen Haus gegangen sind, vor ein paar Tagen. Viola versichert, da wäre nichts gewesen, Verwechslung. Sie wird laut, Nicola auch. Zwei Minuten Gezeter. Danach haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Er schenkt ihr ein Armband und beichtet ihr, dass sie es noch einmal versuchen sollten mit einem eigenen Kind. Viola ist erst sprachlos, aber am Ende des Tages landen sie doch im Bett.

Nicola schlägt zu

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"Cabin Weekend" ist bei Indeed erschienen.

(Foto: Indeed)

Dort fesselt Nicola sie erst, konfrontiert sie dann mit Anschuldigungen. Fremdgehen. Hure. Das ganze Programm. Dann schlägt er sie. Mehrere Male. Der liebende Ehemann ist nicht mehr da. Hat sich zu viel in den vergangenen Wochen bei ihm angestaut? Muss nun alles raus? Sofort? Er schlägt erneut zu und holt eine Kanne Wasser. Mit Waterboarding will er Viola zwingen, ihm die Wahrheit zu sagen: Hat sie ihn betrogen? Mit dem Ranger? Mit ihrem Chef?

Doch er geht zu weit. Viola liegt leblos da und Nicola scheint zurück in der normalen Welt. Was hat er nur getan? Er springt auf, um Violas Medikamente zu suchen. Die helfen bestimmt. Genau diese Zeit nutzt Viola, wieder zu sich gekommen, um sich zu befreien. Was danach folgt, ist ein blutiger Kampf ums nackte Überleben - für Viola, Nicola, den Ranger und jedem, der dem Paar über den Weg läuft.

Gut? Böse? Sehenswert!

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Dann folgt erneut ein Pavetto-Twist - und der Zuschauer zweifelt an sich selbst und seiner Menschenkenntnis. Wer ist am Ende der Böse? Wessen dunkle Seite hat die Oberhand gewonnen und behalten? Das reißt zum Schluss einiges raus, macht einige nervige Schrei- und Kreischszenen wieder wett. Der Showdown der beiden bösartigen Ehe-Furien und die vermeintliche Auflösung sind das, was "Cabin Weekend" gut und sehenswert machen.

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Quelle: n-tv.de

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