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"The Bravest": Firefighter-Epos China spielt mit dem Feuer

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Helden-Epos mit viel Feuer: "The Bravest".

(Foto: Capelight )

Im Hafengelände einer chinesischen Millionenmetropole explodiert eine Ölpipeline. Das Feuer gerät außer Kontrolle. Es droht auf einen Chemiepark überzuspringen - es wäre der Super-Gau, würde Millionen Tote bedeuten. Eine Feuerwehrstaffel will das verhindern. "The Bravest" zeigt, ob es gelingt.

Den Traum, Feuerwehrmann zu werden - welcher Junge hat den nicht? In großen roten Autos über die Straßen brettern und rote Ampeln überfahren. Menschen aus brennenden Häusern retten. Held sein eines Dorfes, einer Stadt. Aber ist der Junge erwachsen, schaut er meist nur noch höchstens verträumt den roten Autos hinterher, wenn sie zu einem Einsatz rasen. Der Traum aus der Kindheit hat sich nicht erfüllt, das Schicksal hat einen anderen Weg genommen. Bei Jiang Liwei (Xiaoming Huang) ist das anders. Er ist Kapitän einer Feuerwehr-Spezialstaffel in einer chinesischen Küstenmetropole mit rund neun Millionen Einwohnern.

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"The Bravest" ist bei Capelight auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Capelight )

Der Job macht Liwei Spaß, er fordert ihn, bringt ihn an seine Grenzen. Dann schlägt das Schicksal auch bei ihm zu: Er befehligt einen Löscheinsatz, als es zu einer unerwarteten Gasexplosion kommt. Ein Kamerad Liweis stirbt, er selbst überlebt verletzt. Allerdings ist er nun seinen Kapitänsrang los und muss die Spezialstaffel verlassen.

Von Streufeuern und Kettenreaktionen

Dann bricht das Inferno los: Im Hafen der Millionenmetropole explodiert eine Ölpipeline. Die Flammen fressen sich durch das Gelände, eine Feuerwalze zerstört alles, was ihr in den Weg kommt. Erreicht der Brand die Tanks mit Ölvorräten, der größte fasst 100.000 Kubikmeter. Und fliegen diese in Luft, droht auch der benachbarte Chemiepark zu einem flammenden Inferno zu werden. Schlimmer noch: Geraten die dort gelagerten Chemikalien in Brand, käme das für die Menschen der Millionenmetropole einer Apokalypse gleich. Experten der Regierung sprechen im Fernsehen von der Explosionskraft von 20 Atombomben.

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Bildgewaltig und emotional kommt das Popcorn-Action-Feuerwerk aus China daher.

(Foto: Capelight )

Während die Feuerwehr-Spezialstaffel ohne Liwei versucht, im Hafen des Feuers Herr zu werden, meldet sich Liwei als Freiwilliger für ein Selbstmordkommando: Die Ventile des Öltanks, den es um jeden Preis zu beschützen gilt, können nur per Hand geschlossen werden. Um den anschließenden Super-Gau zu verhindern, sind pro Ventil 8000 Umdrehungen nötig - in einer lebensgefährlichen Umgebung, inmitten meterhoher Flammen. Nun ist es an Liwei, zu zeigen, dass er zum Feuerwehrmann geboren wurde, zum Helden, zu "The Bravest".

Til Schweiger, übernehmen Sie!

"The Bravest" lautet dann auch der Titel dieses chinesischen Bombast-Action-Highlights, bei dem Tony Chan Regie führte. Und Chan dürfte wohl freie Hand und nahezu unbegrenzte Mittel gehabt haben - so gefräßig bahnen sich die Flammen ihren Weg durch das Hafengelände; so krachend ertönen die Explosionen, so brachial-bombastisch klingelt der Score in den Ohren der Zuschauer des Films. Es ist ein wahres Fest für Augen und Ohren und dürfte auch eines für die Computerexperten der Filmcrew gewesen sein.

Jede Kameraeinstellung, jeder Blickwinkel wurde nahezu perfekt gesetzt. Das flammende Inferno ist grandios inszeniert. Und selbst die menschlichen Nebenhandlungen - Ehe-Kram, Schulstress des Sohnes, Angst um die Eltern, Flucht aus der Stadt - machen etwas her. Sie lenken nicht ab vom Hauptplot, ergänzen ihn stattdessen vielmehr und runden ihn so gekonnt ab.

Die Spannung wird dabei immer hoch gehalten: Gerade wenn man als Zuschauer denkt, das muss es doch jetzt gewesen sein, bricht sich irgendwo ein neuer Katastrophenherd in den Vordergrund. Die knapp zwei Stunden Spieldauer vergehen dadurch wie im Flug. Nur das immer wieder hervorgekramte Pathos nervt am Ende. Klar: Wäre "The Bravest" ein Hollywood-Blockbuster, würde das Thema Heldenverehrung nicht minder gefeiert und deshalb ebenso negativ ins Gewicht fallen. Aber in China hat man als westlicher "Zuschauer" einfach das Gefühl, das in "The Bravest" Gezeigte könnte wirklich real werden.

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Die Einwohner einer Neun-Millionen-Metropole auf der Flucht? In Wuhan wurde dem nur durch das Verhängen einer Quarantäne ein Riegel vorgeschoben. Eine simple Explosion, die sich zum Menschenleben kostenden Inferno aufschaukelt? Immer wieder auftauchende Berichte über brennende Fabriken und Bergbaukatastrophen mit zum Teil Hunderten Toten belegen, dass der Plot von "The Bravest" zwar frei erfunden ist, aber eben doch so passieren könnte - auch weil die Regeln chinesischen Ökonomie andere sind als beispielsweise hierzulande.

Lässt man das Pathos und die Heldenverehrung aber außer Acht, ist "The Bravest" ein absolut sehenswerter Katastrophenfilm mit viel Kabumm, Gefühl, Witz und Spezialeffekten. Vor allem aber ist der Film ein Loblied auf Chinas "Firefighter". Und mal ehrlich: Auch den deutschen Feherwehrmännern und -frauen stünde solch ein Actionfilm gut zu Gesicht. Til Schweiger, übernehmen Sie!    

Quelle: ntv.de