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Extrem. Extremer. "Extremity"! Davor wirst du Angst haben

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Wovor hast du Angst? Vielleicht vor dem Ertrinken?

(Foto: Tiberius)

Allison ist horrorgeil. Sie liebt Gewalt und das Spiel mit der Angst. Allison weiß auch, dass ihr Vater daran nicht unschuldig ist und um mit dem Dämon ihrer Kindheit endlich abzuschließen, nimmt sie an einer "Perdition" teil, einem Spiel ohne Regeln - das am Ende blutig ausartet.

"Ich gebe die Kontrolle über meinen Verstand und meinen Körper ab an die Hölle. Ich bin ein Nichts, nur ein Spielzeug des Verderbens. Tut mit mir, was immer ihr wollt!" Als Allison (Dana Christina) diese Worte laut ausspricht, ist sie sich der möglichen Folgen vollkommen bewusst. Sie will sich ihren Ängsten stellen, an ihre Grenzen gehen und alte Dämonen, die sie seit ihrer Kindheit mit sich herumschleppt, endlich besiegen. Allison hat sich deshalb als Teilnehmerin einer "Perdition" angemeldet und wurde ausgewählt.

Stell dich deinen Ängsten!

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Allison würde "Extremity" lieben.

(Foto: Tiberius)

Eine verzerrt-verstellte Männerstimme nannte ihr am Telefon einen Ort, eine Adresse. Dort angekommen, lässt sie ihr Telefon und ihr Auto wie befohlen zurück. Ein junger Mann gesellt sich zu ihr, quatscht sie von der Seite an, stellt sich als Zachary (Dillan Sloane) vor - und hat das gleiche Ziel wie Allison. Sie betreten das Haus, unterschreiben ein Formular, ohne es zu lesen und wagen sich weiter in die Dunkelheit des unbekannten Hauses vor. Als plötzlich vermummte Gestalten auftauchen, geht alles ganz schnell. Die beiden "Teilnehmer" werden in einen Lieferwagen verfrachtet und zu einem anderen Ort gebracht. Dort angekommen, beginnt das Spiel. Allison und Zachary beten die Worte nach - und damit beginnt die "Hölle" auf Erden für sie.

Sie werden gejagt, zu Tode erschreckt, mit ihren Urängsten konfrontiert, Lärmfolter ausgesetzt und so immer weiter an ihre Grenzen getrieben, an das, was ein Mensch ohne bleibenden psychischen Schaden verkraften kann. Genau das war es, was Allison gesucht hat. Doch sie ist noch immer nicht zufrieden. Sie kann noch weiter gehen. Immer weiter und weiter, noch mehr Strapazen ertragen.

Und die vermummten Gestalten lassen sich nicht zwei Mal bitten: erst Waterboarding, dann ab in ein Wassergefängnis. Danach raus in den Winter zur Menschenjagd. Doch dabei geschieht ein Unfall: Zachary, der gegen die ihm von seinen Eltern eingepflanzten Versagensängste kämpft, wird gestellt. Ihm droht der Tod, aber nicht die "Jäger" erschießen ihn, Allison soll es tun. Sie wird aufgepeitscht, sieht in Zachary ihren Vater - und drückt ab. Das hatten die "Jäger" einkalkuliert, dafür gab es eine extra mit Platzpatronen präparierte Waffe. Nur kam die nicht zum Einsatz und Zachary bricht zusammen. Überall ist Blut.

"Extremity" = "Saw" + "Hostel" + Selbstironie

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"Extremity" (Tiberius) erscheint am 2. Mai auf BD.

(Foto: Tiberius)

Nun könnte "Extremity" in Richtung "Savaged" oder "Hostel" ausarten und zu einem blutigen Rachefeldzug auf Zelluloid werden. Ein klein wenig spielt der Film auch mit diesem Horrorklischee, aber der Streifen des Regisseurs Anthony DiBlasi ("Dread", "Last Shift") wartet zudem mit pointiert gesetzten Twists auf. Gerade als man als Zuschauer an seine Grenze der Aufnahmefähigkeit, was Gewalt, Blut und Geräuschkulisse anbetrifft, gelangt ist, bekommt die Handlung einen wohltuenden Richtungswechsel. Dabei sei nur so viel verraten: Zachary ist nicht tot und Allisons Vater nicht ganz aus ihrem Leben verschwunden.

"Extremity" gibt dabei keine direkte Richtung vor, lässt stattdessen mit häppchenweise vorgesetzten Bildschnipseln und Rückblenden das Kopfkino der Zuschauer arbeiten - zugegebenermaßen auf Hochtouren. Das liegt auch daran, dass "Perditions" oder eben der morbide Hang zum Aufsuchen solcher Horrorhäuser vor allem in den USA seit Jahren im Kommen sind.

Sich an einen unbekannten Ort zu begeben, Handy und Auto und damit auch eine sichere Verbindung in die reale Alltagswelt einfach so zurückzulassen und stattdessen etwas völlig Neues auszuprobieren, bei dem man nicht weiß, wo es endet: Da sträuben sich bei vielen die Nackenhaare. Gewalt ist ein Thema, aber "Extremity" bietet mehr als nur tumbe Knüppel-aus-dem-Sack-Action und Blutfontänen.

DiBlasis FSK-18-Film punktet auch mit pointiert gesetzter Selbstironie. Ein Beispiel gefällig? "Horror ist nicht besser als Pornografie. Das ist Dreck, verkleidet als Unterhaltung und erfüllt überhaupt keinen Zweck. Das ist Tod zum Kauf - und noch dazu billig." Das sagt Allisons Therapeutin über den Hang und die Liebe zum Horror und zur Gewalt ihrer Patientin. Da bleibt zum Schluss nur noch zu sagen: Machen Sie sich selbst ein Bild davon - "Extremity" kostet 15,99 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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