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"Origin Unknown" Der Schlüssel zum Mars heißt KI

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Der Rote Planet: Das nächste Ziel der Menschheit?

(Foto: Splendid)

2030: Der Mars ist von der Erde in 80 Tagen erreichbar - Hyperlichtkommunikation und Künstliche Intelligenz sind der Schlüssel. Doch dann endet eine Marsexpedition in einer Katastrophe. Der Grund könnte das Ende der Welt bedeuten.

Wenn derzeit etwas hip, in und trendy ist, dann Künstliche Intelligenz (KI). Die Literatur hat das Thema neu entdeckt, die Medien sowieso. Selbst die Politik kommt damit plötzlich um die Ecke, denn KI polarisiert. Freigeister sehen nur das Positive: Maschinen, die die Welt besser machen, die den menschlichen Unsicherheitsfaktor aus der Gleichung nehmen. Aber auch die Angst regiert, denn wer weiß schon, was passiert, wenn es Maschinen gibt, die intelligenter und mächtiger sind als die Menschen. Ist der Mensch dann überflüssig? Kann er von der Erde getilgt werden?

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KI - nur wie?

(Foto: Splendid)

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich der Film "Origin Unknown". Angesiedelt in der nahen Zukunft der 2030er-Jahre verbindet er Künstliche Intelligenz und Raumfahrt gekonnt zu einem spannungsgeladenen, tricky-wendigen SciFi-Wissenschaftsthriller, der zum Nach- und Weiterdenken anregt. Wie das geht?

Alles ist möglich

Die Erde, 2030: Mack (Katie Sackhoff; "Battlestar Galactica", "Riddick") arbeitet bei der United Space Planetary Corporation (USPC) und leitet vom Kontrollraum die Marsian-1-Mission. Während des Starts auf der Erde und während des 80-tägigen Flugs verläuft alles perfekt und reibungslos. Beim Landeanflug auf den Roten Planeten geht jedoch etwas schief, die Mission endet in einer Katastrophe, alle Astronauten - darunter auch Macks Vater - sterben.

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A.R.T.I. und Mack: KI und Mensch.

(Foto: Splendid)

2036: In der Folge stellt sich die USPC neu auf. Alle Missionen werden nun von KI geführt. Massenentlassungen sind die Folge und nur ein paar Mitarbeiter werden zur Aufsicht weiterbeschäftigt - Mack gehört zu ihnen. Sie soll mit Hilfe der KI A.R.T.I. die Katastrophe des ersten bemannten Flugs zum Mars untersuchen. Doch nicht Mack hat das Sagen, A.R.T.I. gibt den Ton an. Eine Mission wird gestartet, die dafür einen Rover auf den Roten Planeten bringen soll.

Wer hat die Macht?

Das gelingt, auch wenn es zwischenzeitlich Probleme gibt, die aber A.R.T.I. und Mack gemeinsam aus der Welt schaffen. Vor allem für Mack ist das keine Selbstverständlichkeit - sie bezweifelt, dass die KI mit ihrer neuen Macht, sich vom Menschen nichts mehr sagen zu lassen und eigenständig zu handeln, verantwortungsvoll umgeht.

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"Origin Unknown" erschien am 7. August bei Splendid.

(Foto: Splendid)

Ihre Bedenken erhalten neue Nahrung, als A.R.T.I. plötzlich eine Bedrohung wahrnimmt und einen um den Mars kreisenden Satelliten abschießen lässt. Macks Verwunderung darüber wird noch größer, als der Rover bei der Erkundung des Mars' in unmittelbarer Näher der Marsian-1-Landestelle eine Art Monolithen entdeckt, ein Artefakt, Herkunft unbekannt. Mack ist sich hundertprozentig sicher, dass dieses Ding vor sechs Jahren noch nicht da war.

A.R.T.I. ist völlig unbeeindruckt. Für die KI heißt es nun: Lernen, um herauszufinden, worum es sich bei diesem unbekannten "Gegenstand" handelt und wo er herkommt. Als A.R.T.I. den Marsrover veranlasst, eine Probe zu nehmen, kommt es zu magnetischen Störungen, der Artefakt scheint um eine Längsachse zu rotieren - und ist plötzlich verschwunden. So verdattert Mack davon ist, ihre Verblüffung wächst noch, als das Artefakt plötzlich auf der Erde auftaucht, in der Nähe des chinesischen Raumfahrtzentrums.

Sind die Chinesen ebenfalls im Besitz einer KI? Ist diese sogar weiter als A.R.T.I.? Oder steckt jemand oder besser "etwas" anderes dahinter? Fragen, die sich Mack selbst und auch an A.R.T.I. stellt. Doch der leitet gerade eine Raketenstartsequenz ein, an deren Ende die völlige Auslöschung der Menschheit stehen wird ...

Die Zukunft beginnt jetzt

Schicker SciFi-Tobak, den Regisseur Hasraf Dulull ("The Beyond") da inszeniert hat. Viel CGI, wenig Schauspieler - das passt perfekt zum Filmstoff selbst. Viel Rot in der Farbgebung hat dabei eine doppelte Bedeutung: Zum einen steht es für den Mars, den Roten Planeten; zum anderen aber auch für Warnung, Achtung, Vorsicht zum Thema KI.

Noch weiß die breite Öffentlichkeit nicht viel darüber, verbinden die meisten noch die "Terminator"-Filmreihe damit. Sätze wie "Hasta la vista, Baby" oder "I'll be back" hallen nach. KI wird verbunden mit Zeitreisen und der Möglichkeit, durch die Vergangenheit die Zukunft zu ändern. Das greift auch "Origin Unknown" in gewisser Weise auf, denn binnen weniger Jahre macht KI Teleportation möglich. Und das nicht von Lüdenscheid-Nord nach Herne-West oder vom Trump Tower in den Kreml - nein, vom Mars auf die Erde und umgekehrt. Ohne Zeitverlust. Wenn das mal keinen Nobelpreis wert ist. Aber Nobelpreise erhalten ja eigentlich nur Menschen ...

"Origin Unknown" wirft einen Blick in die Zukunft, die durchaus in Kürze Gegenwart sein könnte. Wer weiß schon, was in den Alphabet-Kellern und auf den -Serverfeldern so vor sich geht. Der Film könnte sich zudem als "Eisbrecher" herausstellen, dem dann viele weitere artverwandte Verfilmungen nachfolgen werden. Das Thema KI gibt es her - auch weil deren Möglichkeiten schier unbegrenzt erscheinen. Da ist es letzten Endes auch egal, ob sie den Geist anstacheln oder verängstigen. 

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Origin Unknown [dt./OV]
EUR 3,99
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Quelle: n-tv.de