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Waidmannsheil! "Die Beute": aufspüren, jagen, töten

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Vom Selbstfindungs- zum Survival-Trip: "Die Beute".

(Foto: Tiberius)

Mehrere Frauen, auf sich gestellt in scheinbar unberührter Natur, auf einem Selbstfindungstrip? Wunderbarer Filmstoff. In den Händen der "Final Destination"-Jungs wird daraus ein filmischer Überlebenskampf nach dem Motto: Survival of the fittest!

Mach kaputt, was dich kaputt macht? Für die geschundene Seele vielleicht ein Weg zur Heilung. Kat (Nicole Marie Johnson) versucht es auf einem anderen Weg: Die junge Frau, die sich gerade von ihrem gewalttätigen Freund getrennt hat, der sie aber nach wie vor mit Anrufen terrorisiert, ihr dabei erst die große Liebe schwört, um ihr kurz darauf die Pest an den Hals zu wünschen, will via Selbstfindungs-Survival-Training zu sich selbst finden. Also macht sie sich auf in die Wildnis, um dort mit einer Gruppe Gleichgesinnter durch die scheinbar unberührten Wiesen und Wälder zu streifen.

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Kat kommt vom Regen in die Traufe: Statt des gewalttätigen Ex-Freundes trachten ihr nun durchgeknallte Hillbillies nach dem Leben.

(Foto: Tiberius)

Jede der Teilnehmerinnen des Survival-Trips durch die Natur hat ihr Päckchen zu tragen: Die eine ist drogenabhängig und plant einen kalten Entzug, andere wollen den Marsch als Paartherapie nutzen. Ein paar schöne Tage an frischer Luft genießen, Kraft tanken. Aber dass es schon kurz nach Beginn der Tour ums nackte Überleben geht, damit hat keine der Frauen gerechnet - am allerwenigsten Kat.

Selbstfindungstrip in der Theorie

Sie kommt zwei Tage zu spät, schiebt eine Reifenpanne vor, die es nicht gab, und steht bei den anderen Frauen daher gleich auf der Abschussliste à la "Die will doch nur ihr eigenes Ding durchziehen, die Gemeinschaft ist ihr egal". Schnell stellt sich aber heraus, dass Kat diejenige ist, die für das Wohl der Survivalistinnen am meisten tut. Denn die Frauen werden angegriffen.

Ein Schuss peitscht durch die Luft, eine Frau bricht tödlich getroffen zusammen. Der nächste Schuss durchbricht die Stille. Dann ist der Hühnerhaufen fertig. Schreie, wildes Gekreische und Durcheinandergerenne. Wieder ein Schuss. Kat hat sich bereits in Deckung gebracht. Ein paar andere aus der Gruppe tun es ihr gleich. Der nächste Schuss.

Survival-Training in der Praxis

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Sieht so eine Überlebende aus?

(Foto: Tiberius)

Offenbar sind die Frauen zur Beute von ein paar durchgeknallten Hillbillies geworden. Die Männer haben bereits zuvor zwei jüngere Männer, die sich durch "ihren" Wald wagten, kaltblütig zur Strecke gebracht. Erlegt. Und genau das haben sie nun auch mit dem weiblichen Survival-Trupp vor. "Lustiges Scheibenschießen" auf bewegliche Ziele. Aufspüren. Jagen. Töten.

Nur haben die Menschenjäger die Rechnung ohne Kat gemacht. Die denkt gar nicht dran, sich ihren Fangschuss abzuholen. Ihr Überlebensinstinkt übernimmt die Regie. Und schon läuft auch bei den Hillbillies der Bodycount auf Hochtouren. Showdown inklusive.

Waidmannsdank!

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"Die Beute" erscheint am 1. August auf DVD und BD.

(Foto: Tiberius)

Was nach "Zehn kleine Negerlein" in Menschenjagdversion klingt, ist ein ganz passabler Rape-and-Revenge-Thriller, halt ohne das Rape zu Beginn. Dass das Produzententeam der "Final Destination"-Reihe am Werk war, sieht man dem einen oder anderen Sterbeakt durchaus an. Das wertet den Film "Die Beute" (im Original: "Quarries") des Regisseurs Nils Taylor auf. Auch die Synchronisation stimmt.

Die Charaktertiefe der Figuren bleiben dagegen eher flach. Bis auf Kat sind alle anderen Frauen austauschbar. Zudem hätten es ein paar weniger sein dürfen. Die Jagdhorde und ihr Motiv bleibt auch im Dunkeln. Durchgeknallte Eingeborene halt. Gibt es überall. Vor allem oft in Horrorfilmen. Ein Horrorfilm ist "Die Beute" aber nicht. Wenn es um eine Gruppe Frauen geht, die nach und nach dahingerafft wird, ist "The Descent" nach wie vor die unangefochtene Nummer eins.

"Die Beute" kommt eher im Gewand eines Thrillers daher - dessen Story austauschbar ist, der aber am Ende dennoch gut unterhält. Was in erster Linie an den wunderschönen Naturaufnahmen liegt. Das Grün der Wiesen und Wälder beruhigt. Von daher: Mach kaputt, was dich kaputt macht, nur, wenn es wirklich um Leben und Tod geht!   

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Quelle: n-tv.de

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