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Anwälte, Mafia, FBI und Verschwörungen "Die Firma" macht süchtig

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Gemeinsam durch dick und dünn, in guten wie in schlechten Zeiten: Mitch und Abby McDeere..

(Foto: WVG Medien)

Wenn John Grisham und "The Blacklist"-Produzent Lukas Reiter an einer Crime-Gerichtsserie tüfteln, ist Spannung garantiert. Wenn man dann noch die Mafia ins Boot holt und die eine oder andere weitreichende Verschwörung, besteht Suchtgefahr.

Selbst jemand zu sein in einer Welt, die ständig versucht, jemand anderen aus dir zu machen, ist die größte Leistung. Diese Erkenntnis von Patrick Waldo Emerson ist das Leitmotiv, der rote Faden, der sich durch Mitch McDeeres (Josh Lucas; "Sweet Home Alabama") Leben zieht. Vor zehn Jahren wurden der Anwalt und seine Familie ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen, weil die Kanzlei für die McDeere arbeitete, den Chicagoer Mafia-Boss Morolto hinter Gittter brachte. Nun versucht McDeere einen Neuanfang – in Washington.

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Erst auf der Flucht vor der Mafia, dann vor einer noch mächtigeren Organisation: Mitch McDeere.

(Foto: WVG Medien)

Er fängt klein mit einer eigenen Kanzlei an. Mit im Boot sitzen sein Bruder Ray (Callum Keith Rennie; "The Killing") und dessen Freundin Tammy (Juliette Lewis; "Natural Born Killers", "From Dusk Till Dawn"). Mitchs Frau Abby (Molly Parker; "House of Cards") unterrichtet an einer Schule, in die auch ihre gemeinsame Tochter Claire (Natasha Calis; "Possession – Das Dunkle in dir" geht. McDeere übernimmt scheinbar hoffnungslose Fälle, vertritt Arme als Pflichtverteidiger. Die Normalität hält Einzug in ein Leben, das zuvor aus jahrelanger Flucht, diversen Umzügen, Neuanfängen und aus ständiger Furcht davor bestand, dass die Mafia trotz Zeugenschutzprogramm Mitch und seine Familie findet. Der Tod ist ihnen sicher, denn Morolto hat den Knast nicht überlebt. Sein Sohn Joey (Gianpaolo Venuta) ist nun der Capo.

Angebot, das er nicht ablehnen kann

Mitch weiß das, aber er lernt mehr und mehr die Angst um seine Familie auszublenden. Seine Erfolge vor Gericht lassen aber nicht nur die Mafia wieder auf ihn aufmerksam werden, sondern auch eine der größten Kanzleien des Landes. "Die Firma" will ihn, um eine Strafrechtsabteilung aufzubauen. Die Firma macht McDeere ein Angebot, das er nicht ablehnen kann, denn er braucht das Kapital und das Standing für einen anderen Fall. Und so willigt er ein.

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Endlich wieder im Fernsehen zu sehen: Multitalent Juliette Lewis.

(Foto: WVG Medien)

Aber eigentlich sind die Pläne der Firma mit McDeere ganz andere. Es geht um eine junge Mandantin von ihm, die des Mordes verdächtigt wird. Es stellt sich heraus, dass sie einst als Sanitäterin im "Desert Storm" gedient hat – und dort offenbar an die falschen Leute gelangt ist. McDeere kommt einer Gruppe auf die Spur, die sich "Die wahren Heiler" nennt und bringt dabei nicht nur sich in tödliche Gefahr.

Der Fall läuft groß durch die Medien. McDeere wird zum Staranwalt – und schon holt ihn die Vergangenheit ein. Moroltos Sohn steht plötzlich in McDeeres Büro, ein unmoralisches Angebot im Gepäck. Ein Angebot aber, das McDeere ablehnen will, ja muss, es aber nicht kann, zu viel steht auf dem Spiel. Allerdings weiß er da noch nicht, dass der Morolto-Clan sein kleinstes Problem ist, denn er kann nur gewinnen, wenn er seine Ideale über Bord wirft. Aber selbst dann gibt es keine Garantien.

Hat was – garantiert!

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"Die Firma" ist auf DVD und Blu-ray bei WVG Medien erschienen.

Garantien gibt es auch bei der NBC-Serie "Die Firma" nicht, die im Vertrieb von WVG in Deutschland auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Satte 890 Minuten erstklassige und kurzweilige Unterhaltung bietet sie – und holt ein schon längst verstaubt geglaubtes Genre wieder ans Licht: Gerichtsthriller.

Es macht Spaß, McDeere vor Gericht zuzuschauen, seinen Argumenten zu folgen, wie absurd sie im ersten Moment auch klingen mögen. Manchmal liebt man ihn für seine Taten, die Unschuldigen und Armen zu verteidigen. Manchmal hasst man ihn aber auch dafür. McDeere ist ein Sympath, aber mit Ecken und Kanten. Das überzeugt am Ende. Lucas schauspielerische Leistung ist gut, aber nicht herausragend. Da unterscheidet er sich nicht vom Rest der Hauptprotagonisten. Schön ist es auf jeden Fall, wieder einmal Juliette Lewis sehen zu können, in einer wie für sie gemachten Rolle, einer schrägen durchgeknallten Anwaltsgehilfin.

Süchtig nach Gerichtsdramen

Der Plot umfasst 21 Folgen, mit Rückblenden und kurzen Zusammenfassungen – sowie erstklassigen Cliffhangern. Das sorgt dafür, dass man sich eine Folge nach der nächsten anschaut und dabei die Zeit völlig vergisst. Süchtig nach Gerichtsdramen, fast so wie einst bei Matlock. Gute alte Zeit.

Dass dem so ist, dafür sorgt zum einen "The Blacklist"-Produzent Lukas Reiter und ihm zur Seite steht kein Geringerer als Bestsellerautor John Grisham, auf dessen Erfolgsbuch aus den 1990er-Jahren "Die Firma" die Serie aufbaut. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Es bleibt bei den 21 Folgen, denn im TV konnte die Serie nicht überzeugen, die Einschaltquoten reichten nicht für eine Fortsetzung. Schade! Aber McDeere hat dafür die passenden Worte parat: "Vergessen Sie nie: Vor Gericht gibt es keine Garantien!"

Quelle: ntv.de