DVD

"Daughter of the Wolf" Die mit dem Wolf tanzt

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Geheimnisvoll, mysteriös, Nature-Adventure: "Daughter of the Wolf".

(Foto: Tiberius)

Als ihr Sohn entführt wird, ist für Clair klar: Sie wird alles tun, um ihn lebendig wieder in ihre Arme zu schließen. Eine Lösegeldübergabe in der Wildnis British Columbias schlägt fehl. Aber Clair bleibt den Entführern auf den Fersen, kommt ihnen näher. Auch dank eines Beschützers im Wolfspelz.

Eine verlassene Straße irgendwo in den Bergen British Columbias. Sie wird eingerahmt von einer traumhaft schönen Schnee- und Berglandschaft. Aber die Idylle trügt, denn auf der Straße stehen sich zwei SUV mit etwas Abstand gegenüber. Mehrere Männer auf der einen, eine Frau auf der anderen Seite. Sie mustern sich. Dann ein kurzer Wortwechsel. Die Frau wirft den Typen eine Tasche vor die Füße. Dann geht alles ganz schnell: Waffen werden gezückt, Schüsse zerreißen die Ruhe. Der Lösegeldwechsel ist gescheitert.

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"Daughter of the Wolf" ist bei Tiberius auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Tiberius)

Clair (Gina Carano; "Haywire", "Deadpool") hat bereits beim Aussteigen aus ihrem Wagen gemerkt, dass etwas hier nicht stimmt. Sie ist Soldatin, zurück von einem Einsatz, um den Nachlass ihres Vaters zu ordnen. Da wird ihr Sohn Charlie aus heiterem Himmel entführt und ein Lösegeld verlangt, das der Höhe des Nachlasses entspricht. Die Mutter will ihren Sohn sehen, sie will wissen, ob es ihm gut geht, ob er wohlauf ist. Doch die maskierten Entführter wiegeln ab, wollen erst das Geld sehen. Ihr eigentlicher Plan: Charlie, der nicht im Auto sitzt, soll gar nicht freigelassen, sondern meistbietend an irgendjemand verkauft - und Clair getötet werden.

Nehmerqualitäten

Doch die hat noch nicht vor zu sterben, minimiert stattdessen die Zahl der Entführer. Als diese mit dem Wagen fliehen, rast sie hinterher. Es kommt, wie es auf kurvigen, zum Teil vereisten Straßen kommen muss: Ein Unfall spielt Schicksal und Clairs Wagen stürzt von der Straße und überschlägt sich. Sie bleibt dabei nahezu unverletzt. Und macht nun zu Fuß Jagd auf die Entführer. Eine Blutspur weist ihr den Weg. Doch als sie den jungen Mann stellt, gibt plötzlich der verschneite Boden unter ihr nach, sie bricht in ein Wasserloch ein, geht unter. Der junge Mann schaut zu. Zunächst. Dann rettet er sie und zieht seines Weges.

Clair liegt in nasser Kleidung im Schnee, sie träumt. Ein Albtraum. Ein Wolf, der um ihren Körper kreist. Sie immer wieder mustert. Neugierig. Und dann abzieht. Clair ist noch nicht tot, so viel ist mal sicher. Und als sie wieder zu sich kommt, geht ihre Jagd weiter. Sie holt den jungen Mann ein und stellt ihn. Er heißt Larsen (Brendan Fehr; "Final Destination") und verspricht der Mutter, sie zu ihrem entführten Sohn zu bringen. Bis es so weit ist, vergehen Stunden und Clair erfährt von Larsen immer mehr über die Hintergründe und das Motiv der Entführung. Ihr schauert - nicht vor Kälte. Sie weiß nun, dass sich ein Showdown anbahnt, aus dem sie um des Lebens ihres Sohnes willen als Sieger hervorgehen muss. Dann ertönt Wolfsgeheul, weitflächig. Und Gewehrschüsse peitschen.

Mystik, Action, Gänsehaut

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Tough und geheimnisvoll wie der Wolf: Clair.

(Foto: Tiberius)

Die Bilder von "Daughter of the Wolf" kann man nicht anders als majestätisch bezeichnen. Inmitten der scheinbar unberührten Natur, des leuchtend weißen Pulverschnees und der endlos erscheinenden Bergketten am weiten Horizont sind die Menschen nur Beiwerk, störend zuweilen. Der Wolf schmiegt sich dagegen perfekt in dieses Naturschauspiel ein. Anmutig schreitet er durch die Landschaft, lugt hier hinter einem Baum hervor, dort hinter einem kleinen Felsen. Als Zuschauer sieht man ihm sofort seine Stärke an, seine Unnachgiebigkeit. Und das ist es auch, was Regisseur David Hackl ("Saw V") mit seiner Titelheldin Clair vermitteln will: Als Soldatin kommt sie in jedem Terrain zurecht, wird eins mit der Umgebung. Als Mutter will sie nichts anderes, als ihren Sohn zu beschützen. Komme, was wolle.

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Das passt perfekt. Über kleine Schwächen im Plot kann man da getrost hinwegsehen. Dass Clair einfach nicht totzukriegen ist, stunden-, ja tagelang durch die Wildnis irrt ohne Wasser und Essen, lässt übermenschliche Kräfte vermuten. Aber werden genau nicht solche frei, wenn das Leben des eigenen Nachwuchses in Gefahr ist? Die Entführer stellen sich als eine große Familie heraus, die etwas Hinterwäldlerisches an sich hat. Der Chef (Richard Dreyfuss; "Der weiße Hai") ist der Vater des Clans, die Kinder aber nicht etwa seine eigenen. So wie Charlie entführt und verkauft werden soll, ist es zuvor etwa auch bei Larsen gelaufen: Er und seine Mutter hatten Schulden, kurzerhand wurden beide entführt, die Mutter später getötet und Larsen als eigener Sohn großgezogen. Clairs Vater soll nun ebenfalls Schulden gehabt haben, die durch Charlie beglichen werden sollten. Aber Clair hat etwas dagegen.

So direkt wie "Daughter of the Wolf" mit den sich gegenüberstehenden und belauernden Parteien beginnt, so mythisch endet er: Ein Wolf schaut sich die Überlebenden des Showdowns von einer erhöhten Position an, scheint die Mutter und den Sohn zu grüßen. Und trottet von dannen. Gänsehautstimmung.

Quelle: ntv.de