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Milla Jovovich: erst "Das fünfte Element", nun "Die vierte Art".
Milla Jovovich: erst "Das fünfte Element", nun "Die vierte Art".
Dienstag, 19. Dezember 2017

The deadly truth is out there: "Die vierte Art" - Aliens sind unter uns

Von Thomas Badtke

Die "X-Files" waren in TV und Kino ein Hit, aber ihr Wahrheitsgehalt dafür wohl vergleichsweise gering. "Die vierte Art" ist anders: eine wahre Begebenheit, Doku-Found-Footage und ein banger Blick zurück machen ihn zum verstörendsten Film des Jahres.

Oktober 2000: Mit Dr. Abigail Tyler will keiner tauschen. Sie hat ihren Mann vor knapp zwei Monaten verloren. Die Psychologin macht einen Einbrecher dafür verantwortlich. Ihre kleine Tochter Ashley ist seitdem blind, der ältere Sohn Ronnie macht Abigail Vorwürfe. Ihr Mann arbeitete an einer Studie in Nome, Alaska. Dort verschwanden in den vergangenen Jahrzehnten Hunderte Menschen. Spurlos.

Alien-Begegnungen

Eine Begegnung der "ersten Art" ist die Sichtung eines Ufos. Die "zweiten Art" ist der Beweis dafür, etwa Kornkreise. Die "dritte Art" ist der Kontakt mit Außerirdischen. Bei einer Begegnung der "vierten Art" nehmen die Außerirdischen dich mit.

Abigail führt die Studie ihres Mannes fort und hofft dadurch auch Antworten über den Tod ihres Mannes zu erhalten. Dass ein Einbrecher ihn getötet hat, ist nur eine Schutzbehauptung Abigails. In Wahrheit hat er sich das Leben genommen - trotz glücklicher Ehe, trotz zweier fantastischer Kinder und trotz Erfolg im Job. Also warum hat er sich umgebracht?

Eine Eule mitten in der Nacht

Die Psychologin beginnt mit der Arbeit. Tommy ist Bürger von Nome. Er klagt darüber, immer den gleichen Traum zu haben: Er wacht auf und sieht eine Eule vor dem Fenster. Eine weiße Eule. Sie starrt ihn an. Und dann passiert, worüber Tommy nicht sprechen kann, obwohl er doch will.

Abigail will den "Vorkommnissen" auf den Grund gehen.
Abigail will den "Vorkommnissen" auf den Grund gehen.

Abigail versucht es mit Hypnose. Das Ergebnis ist verstörend und äußerst angsteinflößend: Tommy schreit wie am Spieß, aber er kann noch immer nicht sagen, was passiert. Abigail weckt ihn auf, Tommy geht nach Hause - als wäre nichts gewesen.

In der Nacht wird Abigail aus dem Schlaf geklingelt, Nomes Sheriff ist am Telefon: Tommy hat sich zu Hause verbarrikadiert und bedroht seine Frau und Kinder mit einer Waffe. Tommy will mit nur mit Abigail sprechen. Als diese ankommt, kann sie nur noch ein paar Worte mit Tommy wechseln, ehe der seine Familie und dann sich selbst erschießt.

In Nome geht die Angst um.
In Nome geht die Angst um.

Der Sheriff ist außer sich. Abigail hatte nichts davon erzählt, dass Tommy am Nachmittag noch bei ihr gewesen war, in Behandlung. Die Psychologin entgegnet, diese Situation sei nicht vorhersehbar gewesen.

Eine Eule, die sumerisch spricht

Bei Scott passiert Ähnliches: Auch er sucht Abigail auf, will seine Träume von der weißen Eule loswerden. Will wissen, was das alles zu bedeuten hat. Abigail versetzt ihn in leichte Trance. Aber auch das endet in einer Katastrophe: Scott wacht auf und hat sich die Wirbelsäule gebrochen.

Nun hat der Sheriff Abigail auf dem Kieker. Auch wenn er selbst nicht weiß, was genau vorgeht, die Psychologin ist irgendwie involviert. Aber auch sie hat diesen Traum von der weißen Eule, die sie des Nachts heimsucht.

"Die vierte Art" ist bei Universum erschienen.
"Die vierte Art" ist bei Universum erschienen.

Auf einer Bandaufnahme einer ihrer Sitzungen nimmt sie ein paar Fetzen fremder Worte wahr: Sie klingen aggressiv, furchteinflößend, nicht von dieser Welt. Sie forscht in den Aufzeichnungen ihres Mannes und entdeckt einen Sprachforscher darin: Sie ruft ihn an, stottert, legt auf. Der Sprachforscher kommt trotzdem nach Nome - die Wortfetzen auf Abigails Band sind Sumerisch.

Jahrtausende älter als die ägyptischen Hieroglyphen finden sich auf sumerischen Zeichnungen Bilder von Raketen, die der Apollo ähneln. Haben Außerirdische bereits vor Jahrtausenden die Erde besucht? Kommen sie nun zurück? Was wollen sie von uns? Wieso gerade Nome in Alaska?

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

Das sind die Fragen, die "Die vierte Art" des Regisseurs Olatunde Osunsanmi stellt - und offen lässt, damit sich jeder Zuschauer ein eigenes Bild machen kann. Er mischt echte Archivaufnahmen der wahren Abigail Tyler aus Nome mit fiktiven, sich aber an den wahren Begebenheiten orientierenden Sequenzen, in denen Milla Jovovich ("Das fünfte Element", "Resident Evil"-Reihe) die Rolle der Abigail Tyler spielt.

Die Psychologin hat vom den Ereignissen vom 1. bis 9. Oktober 2000 rund 65 Stunden Audio- und Videomaterial gesammelt, auf das der Regisseur Osunsanmi zurückgreifen konnte. Zudem führte er Dutzende Gespräche mit Abigail Tyler rund um die Geschehnisse.

Am Ende steht eine wirklich verstörende Mischung aus Biopic, Dokumentation, Found Footage, Psychothriller, Krimi und "X-File"-Folge. Milla Jovovich sorgt als Hollywoodstar zudem für eine gewisse Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit.

Die hat bis dato kaum etwas vom Örtchen Nome in Alaska gehört. Und das, obwohl das FBI seit den 1960er-Jahren mehr als 2000 Mal vor Ort gewesen ist. Zum Vergleich: In der Stadt Anchorage, die 73 Mal so groß wie Nome ist, war sie im gleichen Zeitraum nur 353 Mal. Das ist die Faktenlage im Dezember 2017. Was Sie jetzt letztendlich glauben, bleibt Ihnen überlassen.

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Quelle: n-tv.de