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"Exorzismus der Tracy Crowell" Don't fuck with the Devil!

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Die FSK-18-Einstufung ist für "Der Exorzismus der Tracy Crowell" gerechtfertigt.

(Foto: Tiberius)

Was macht man als Theologiestudent nicht alles für eine gute Abschlussnote? Brandon will einen unvollständigen Exorzismus nutzen, um dem Dämon seinen eigenen Körper als "Gefäß" anzubieten. Der Clou: Jeder kann via Livestream beim Beweis für die Existenz des Bösen dabei sein. Die Sache hat nur einen Haken.

Ehrgeiz kann einen zerfressen, einen im schlimmsten Fall am Ende sogar töten. Dass es einmal um sein nacktes Überleben gehen wird, weiß Theologiestudenten Brandon (Chris Minor) noch nicht, als er nach einem Thema für seine Abschlussarbeit sucht. Exorzismen haben ihn zwar schon immer interessiert, der Kampf Gut gegen Böse, das eine kann nicht ohne das andere existieren. Aber letzten Endes fehlt noch immer ein handfester Beweis für die Existenz des einen und damit auch des anderen. Was in der Theorie verschwurbelt klingt, ist für Brandon eine glasklare Sache: Er will mithilfe eines Exorzismus-Livestreams den ultimativen Beweis erbringen, dass es das Böse wirklich gibt - und damit auch das Gute.

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"Der Exorzismus der Tracy Crowell" erscheint am 2. Mai auf BD.

(Foto: Tiberius)

Die Bestnote für seine Abschlussarbeit scheint ihm sicher, als er vom Fall des Exorzismus der Tracy Crowell (Kt Fanelly; "Pretty Bad Girls") hört. Der liegt über 20 Jahre zurück und ging schief, nicht nur einmal. Brandon ist sofort Feuer und Flamme. Er wendet sich mit einem Video an die Internet-Öffentlichkeit und stellt sein Projekt vor, wohl wissend, dass er damit eine polarisierende Debatte vom theologischen Zaun bricht.

Mitstudent Clay (Jake Brinn) macht mit, Medium Leda (Nicky Jasper; "Nocturne") ist ebenfalls schnell gefunden. Das nötige Geld für das Projekt "Possession Livestream" wird via Crowdfunding binnen kürzester Zeit eingesammelt: Zahle zehn Dollar und du bist live bei einem Exorzismus dabei, der zum Ziel hat, dass Brandon einen Dämonen in seinen Körper einlässt. Freiwillig. Heißer Scheiß - und los geht's.

Und los geht die wilde Hatz!

Das Haus, in dem Tracy Crowell dereinst der Dämon ausgetrieben werden sollte, steht noch und ist schnell gefunden. Nachbarn gibt es nicht, ein gutes Zeichen für Brandon. Er weiß: Wenn ein Exorzismus nicht vollständig durchgezogen wird, sucht sich der Dämon ein neues "Gefäß". Und genau dieses will Brandon sein.

Im Haus merkt die kleine Gruppe Experimentierfreudiger sehr schnell, dass das Böse nach wie vor da ist. Und aus den zielstrebigen Studenten wird schnell ein ängstliches Häufchen Elend. Der Dämon, der einst in Tracy Crowell hauste, erkennt seine Chance und zeigt, über welche Kraft er nach wie vor verfügt. Er findet Spaß daran, die Gruppe zu jagen, zu meucheln und zu morden. Dagegen heißt es für Brandon und die anderen nun: Rette sich wer kann, Theologiestudium hin oder her. Wer tot ist, braucht keine gute Abschlussnote mehr.

Horrorfans kommen auf ihre Kosten

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Jeder Horrorfan weiß: Don't fuck with the Devil!

(Foto: Tiberius)

Der Plot von "Der Exorzismus der Tracy Crowell" klingt vielversprechend. Es dauert auch nur wenige Sekunden, bis der Zuschauer weiß, worum es geht. Die ersten Sequenzen lassen daran keinen Zweifel. Es wird auch sofort deutlich, dass Regisseur Scott Hansen, der bisher etwa als Produzent ("Until it hurts") und an der Kamera ("Texas Chainsaw 3D") sein Können unter Beweis gestellt hat, das Handwerk versteht und zudem auf dem Regiestuhl keine schlechte Figur macht. Ein Kind von Traurigkeit ist Hansen dabei nicht. Wenn es dämonisch wird, lässt er es krachen und bedient sich dabei schaurig-schöner Bilder, die Herzen von Genrefans höher schlagen lassen dürften.

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Langeweile? Fehlanzeige. Das Ende des 85-Minüters kommt schnell, gefühlt vielleicht sogar zu schnell. Dass die eine oder andere Szene dabei im digitalen Papierkorb des Schneideraums gelandet sein könnte, kann dennoch ausgeschlossen werden, denn "Der Exorzismus der Tracy Crowell" kommt in einem FSK-18-Uncut-Gewand daher. Am Ende hinterlässt Hansens Werk aber ein gutes Gefühl - wenn man Horrorfilme mag und nicht jeden Dämonen-Austreibungsfilm mit dem Klassiker "Der Exorzist" vergleicht. Ein bisschen weniger Ehrgeiz schadet schließlich nie, manchmal hilft es sogar zu überleben.

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Quelle: n-tv.de

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