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"Zombie Massacre 2: Reich of the Dead" Dr. Mengele sucht den perfekten Soldaten

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Vom Regen in die Traufe: Der schon dezimierte Trupp US-Soldaten wird bald noch kleiner werden.

(Foto: Splendid)

Italien 1944: Eine kleine Gruppe GIs stößt bei ihrer Flucht vor SS-Schergen in einem abgelegenen Wald auf eine Fabrik. Scheinbar verlassen - die perfekte Zuflucht. Doch die Nazis experimentieren hier mit einer ganz besonderen "Spezies".

Italien steht für Urlaubsparadies, gute Weine, super Essen, das süße Leben - "la dolce vita" eben. Eigentlich ist also alles schick auf dem Stiefel. Nicht so 1944. Der Krieg tobt. Die Alliierten sind zwar in der Normandie gelandet und befreien Europa von der blutigen Herrschaft der Nazis. Diese stemmen sich allerdings mit allen Mitteln gegen ihren Untergang.

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Von wegen sichere Zuflucht ...

(Foto: Splendid)

Ein kleiner Trupp US-Soldaten streift durch die italienischen Wälder, auf der Flucht vor einer Horde SS-Schergen, als sie auf eine verlassen wirkende Fabrik stoßen. Die perfekte Zuflucht für die Nacht. Sie müssen ausruhen, sie haben einen Verletzten: Charlie (Michael Segal; "Saat des Bösen") ist auf eine Mine getreten, ein Bein ist zerfetzt. In seinen Augen flackert Panik, die nackte Angst vor dem nahenden Tod, so weit weg von der geliebten Heimat.

Also machen sich die restlichen drei Kameraden Matt (Ally McClelland; "King Arthur", "Die Schwerter des Königs"), Will (Andrew Harwood Mills; "War Games") und Sergeant Calhoun (Aaron Stielstra; "Anger oft he Dead") daran, die Fabrik zu erkunden. Dabei stoßen sie zwar auf ein noch funktionsfähiges Funkgerät - mit dem sie sogar Verstärkung anfordern können -, allerdings werden sie sich auch schnell bewusst, dass sie nicht allein in sind: Grauenhafte Schreie sind zu hören. Sind sie in einem Konzentrationslager gelandet? Gibt es Überlebende?

Man stelle sich das vor …

Bei einem Punkt liegen sie falsch. Es ist ihr zweiter tödlicher Fehler, denn die Schreie stoßen keine lebenden Menschen aus. Die grässlichen Laute stammen von Insassen des Lagers, aber am Leben sind sie schon lange nicht mehr. Sie sind Teil eines der vielen menschenunwürdigen Experimente der Nazis und kein Geringerer als Dr. Mengele (Dan van Husen; "Das Tribunal") hat die Fäden - und nicht nur die - dabei in der Hand.

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Untote können nicht mehr sterben ... theoretisch.

(Foto: Splendid)

Mengeles Ziel: den perfekten Soldaten, die absolut gehorsame und willenlose Tötungsmaschine erschaffen. Er hat es erreicht. Als ihn ein GI stellt, erläutert der kranke Arzt ihm gewissenhaft alles: Bei seinen Experimenten an den Gehirnen lebender Menschen, Juden wie Deutscher, fand er den Schlüssel. Dem GI dröhnt der Kopf, der Magen dreht sich ihm um, er will nur noch weg. Doch Dr. Mengele hat andere Pläne - und die angeforderte Verstärkung lässt auf sich warten.

Nazis, Zombies, Splatter

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"Zombie Massacre 2: Reich of the Dead" ist bei Splendid auf DVD und Blu-ray erschienen.

(Foto: Splendid)

Hey, das ist nur ein Film. Zombies gibt es nicht wirklich, denn darum handelt es sich bei den Ergebnissen von Dr. Mengeles Experimenten. Dass der zutiefst verstörte und kranke Mann in dieser Richtung experimentiert hat, ist zwar nicht belegt, aber durchaus denkbar. Gerade das ist es, was "Zombie Massacre 2: Reich of the Dead" so erschreckend macht. Oder besser makaber. Auf jeden Fall muss man als Zuschauer dieses zugegebenermaßen sehr guten B-Movies mehrmals kräftig schlucken.

Aber dann fällt einem auch auf, dass der italienische Regisseur Luca Boni ("Eaters", "Zombie Massacre") mit seinem Team, darunter auch Mitproduzent und Enfant Terrible Uwe Boll, einen sehr detailgenauen und mit vielen sehenswerten Gore-Effekten gespickten Film kreiert hat. Handelt es sich beim Erstling "Zombie Massacre" noch um eine reine Videospieladaption, angesiedelt in der Zeit des Irakkriegs, verlegt Boni den Plot des zweiten Films nun ins Jahr 1944 - und nach Italien.

Die Produktionskosten bleiben wie beim Erstling überschaubar, die örtlich begrenzte Handlung und die geringe Zahl an Schauspielern dürfte dazu beigetragen haben. Die Sets und die Schauspielerleistungen können sich aber dennoch sehen lassen. Die Zombies sind keine Augenweiden, auch das ist positiv zu werten. Lediglich der geringe Schnitteinsatz hätte überdacht werden können, denn Gespräche zwischen den Soldaten und Aufblenden in die Umgebung erscheinen dadurch doch ab und an etwas langatmig. Aber vielleicht ändert sich das ja bei "Zombie Massacre 3", den es auf alle Fälle geben dürfte.

"Zombie Massacre 2: Reich of the Dead" ist kein massentauglicher Film, trotz der Verquickung der Themen Nazis und Zombies. Aber im Splattergenre wird er seine Fans garantiert finden. Wer beispielsweise auf "Frankenstein's Army" abfuhr, ist bei "Zombie Massacre 2: Reich of the Dead" sehr gut aufgehoben. Wer allerdings auf die Charaktertiefe von "The Walking Dead" steht, dem könnte Bonis Film eher sauer aufstoßen. Und Italien-Liebhaber, Genießer des "Dolce Vita"? Naja, das ist wohl eher eine rhetorische Frage.

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Quelle: n-tv.de

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