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Schlachten-Epos made in Asia Ein "Kingdom" voller Helden

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Bildgewaltiges Kostümspektakel aus Japan: "Kingdom".

(Foto: Capelight)

Sieben Reiche kämpfen in China um die Macht. Intrigen, Schlachten und blutige Kriege über fünf Jahrhunderte hinweg. Dann macht sich ein Junge - Waise und Sklave - auf, das Land zu einen und dem Volk Einheit und Frieden zu bringen. Klingt nach Helden-Epos? Ist noch viel mehr!

China vor ein paar Jahrhunderten. Mehrere Reiche kämpfen um die Macht. Clans bekriegen sich. Politische Intrigen sind an der Tagesordnung. Es gibt bessere Zeiten, in die man geboren werden kann. Die beiden Jungen Chin und Hyou ahnen das. Sie sind Sklaven eines Bauern. Aber das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden: Sie träumen von einem besseren Leben, einer Zukunft mit einem großen Haus, Wohlstand. Sie träumen davon, große Generäle zu werden, von denen man noch in Jahrhunderten Heldengeschichten erzählen wird.

Und so trainieren sie in jeder freien Minute, ob Tag oder Nacht, mit dem Holzschwert für ihren Traum. 1000 Kämpfe, sagen sie sich, müssen sie miteinander ausfechten, dann sind sie bereit für die große Schlacht. Was sich anfangs noch wie kindliche Schwärmerei anhört, wird mehr und mehr zur fixen Idee. Als dann der 1000. Kampf hinter ihnen liegt, geschieht das Unglaubliche: Ein Abgesandter des Königs sucht den Bauern auf und will Hyou mit an den königlichen Hof nehmen. Den Grund nennt er nicht, aber er hat die beiden Jungs zuvor kämpfen gesehen. So wie es scheint, erfüllt sich Hyous Traum, General zu werden, eher.

Doch weit gefehlt. Als sich die beiden Freunde wiedersehen, liegt Hyou im Sterben. Mit letzter Kraft und blutüberströmt erreicht er den Hof des Bauern. Hyou faselt etwas davon, dass der jüngere Bruder des Königs einen Putsch gestartet habe. Dann stirbt Hyou - und Chin schwört blutige Rache. Auf seiner Reise erfährt er, dass Hyou einst mitgenommen wurde, weil er dem König zum Verwechseln ähnlich sieht, er sollte als sein Doppelgänger fungieren, ihn so schützen. Chins Wut scheint grenzenlos; als er den König trifft, will er ihm an die Gurgel. Nur mit Mühe lässt er sich beruhigen und ab da ist ihr Weg der Rache ein gemeinsamer.

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"Kingdom" ist bei Capelight auch in einer Steelbox erschienen.

(Foto: Capelight)

Sie wissen: Alein haben sie gegen des Königs Bruder und sein Heer von 80.000 Mann keine Chance. Sie brauchen Gefolgsleute und finden diese in den Bergen: Eine unwirtliche Gegend, bewohnt von einem geheimnisvollen Volk, vor Jahrhunderten noch Verbündete der Königsfamilie. Nur mit Tausenden Kämpfern aus den Bergen können der König und Chin es wagen, den Thron zurückzuerobern. Doch wie Chin hat auch der König einen Traum, der noch viel größer als der des jungen Kämpfers ist: Er will die sieben Reiche Chinas vereinen und so dem Volk Frieden bringen. Doch diesem Traum steht nicht des Königs Bruder im Weg, sondern auch diverse Minister und Clans. Eine epochale Schlacht steht bevor, ein Gemetzel mit wechselnden Verbündeten, eine Schlacht, in der das Blut Hunderttausender den Boden rot färben wird.

Asia-Schlachten-Epos fürs Heimkino

Darum und um nichts weniger geht es in "Kingdom". 134 Minuten voller Drama, Action, Heldengeschichten, Intrigen, Politik und ja, auch Humor. So karg der Titel des bei Capelight fürs Heimkino erschienenen Films auch daherkommt, so bild- und tongewaltig schallt es aus den Lautsprechern: Wenn Stahlklingen scheppernd aufeinandertreffen; wenn die Schwerthiebe scheinbar schneller ausgeführt werden, als das menschliche Auge ihnen folgen kann; wenn sich die Haare an den Armen des Zuschauers wohlig im Takt und in der Melodie der orchestralen Untermalung des Schlachtengetümmels bewegen - dann weiß man: "Kingdom" wird man nicht so schnell vergessen. Dieser Film wirkt nach.

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Er fängt ruhig an. Mit pathetischen Worten, mit dem Traum der Jungen, General werden zu wollen, ein besseres Leben zu führen. Danach geht es umso rasanter: Die letzte Begegnung der beiden ändert alles. Sie ist der Auslöser dafür, dass "Kingdom" einer der ganz großen Asia-Epen wird. Mit Tiefgang wohlgemerkt und auch mit Gesellschaftskritik. Es geht um "die da unten gegen die da oben". Es geht um politische Korruption und Machtspiele. Es geht um Treue, Moral und Zukunftsträume.

Am Ende des Films des japanischen Regisseurs Shinsuke Sato ("The Time of Death") sitzt der Zuschauer vor dem heimischen Fernseher, die Augen weit geöffnet, in den Ohren klingelt es und er denkt: "Wow! Mehr davon, mehr, mehr, mehr!" Vielleicht eine Mini-Serie? Zehn Folgen je eine Stunde? Das wäre traumhaft.

Quelle: ntv.de