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Vergesst Lindström und Wallander "The Unthinkable": Schwedens düsterer Untergang

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Wenn Verschwörungstheorien wahr werden: "The Unthinkable".

(Foto: Ascot Elite )

Schweden in der Gegenwart: Mehrere Anschläge erschüttern Stockholm, das Stromnetz bricht zusammen, die Regierung verschwindet. Stecken die Russen dahinter? Das glaubt eigentlich nur Alex' Vater, ein Verschwörungstheoretiker.

"The Unthinkable", das Undenkbare, das Unmögliche. Was könnte das sein? Eine Liebesaffäre von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un? "Bernd" Höcke als Bundeskanzler? Sauberer Radsport? Oder ein Horrorfilm aus Schweden, dem Land der Krimis und seichten Liebesschnulze? Schaun mer mal.

Alex (Christoffer Nordenrot) hat keine einfache Kindheit in seinem schwedischen Dorf. Das Problem ist sein jähzorniger Vater Björn (Jesper Barkselius). An einem Weihnachtsfest eskaliert die Lage: Alex hat sich eine Gitarre gewünscht, sein Vater ist dagegen, schließlich ist er es, der das Geld nach Hause schafft. Alex' Mutter kauft sie ihm dennoch, für ihren Ehemann hat sie eine Kettensäge besorgt. Eine richtig gute, wie Björn feststellt. Er rennt sofort aus dem Haus und testet sie. Währenddessen bekommt Alex seine Gitarre - und ist aus dem Häuschen. Sein Vater auch, als er wieder hereinkommt und die Gitarre sieht. Er rastet aus.

Am Ende ist die Gitarre kaputt und das Weihnachtsfest ruiniert. Kurz darauf trennen sich Alex' Eltern, er selbst kehrt seiner Familie den Rücken und startet in Stockholm als Musiker groß durch: Klavierstücke und Synthesizer-Klänge in Kombination. Alex wird berühmt - und ist dennoch unzufrieden: Er sucht das perfekte Klavier, eines mit Seele, so eins wie in seiner Kindheit bei seiner besten Freundin Anna (Lisa Henni). Es ist Zeit zur Rückkehr in seinen Heimatort: Klavier kaufen, Anna treffen, vielleicht sogar die Aussöhnung mit seinem Vater.

Russen? Israelis? Araber?

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Freund oder Feind?

(Foto: Ascot Elite)

Doch dann bricht erst die Hölle und dann das Chaos los: In Stockholm kommt es zu mehreren Explosionen, auch in der U-Bahn. Alex' Mutter stirbt. Zunächst gibt es kein Bekennerschreiben, sodass die Gerüchteküche kocht: Islamisten oder Rechte? Alex' Vater hat eine ganz eigene Theorie.

Seit Jahren liegen sich Russland und Schweden nun schon in den Haaren wegen der Nord-Stream-Pipeline. Für Alex' Vater steht deshalb fest: Die Russen greifen an. Zuerst mit Anschlägen in Stockholm, um für Verwirrung zu sorgen. Dann werden sie das schwedische Stromnetz lahmlegen und dann das wehrlose Land überrennen. Verschwörungstheorien, Spinnereien - das bekommt er von seinen engsten Freunden dazu zu hören.

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Der Tod ist unsichtbar und lauert überall.

(Foto: Ascot Elite)

Aber dann sterben Menschen, quasi aus heiterem Himmel: Hubschrauber stürzen ab. Die Regierung, die in Sicherheit gebracht werden sollte, kommt in den geheimen Unterkünften nicht an. Und die schwedische Armee schießt auf die eigene Bevölkerung. Was ist passiert? Was hat es mit den Anschlägen und Todesfällen auf sich? Was oder wer steckt dahinter?

Alex sammelt Anna ein und flieht zu einem nahegelegenen kleinen Stromkraftwerk. Dort hat sich bereits sein Vater verschanzt. Doch das Kraftwerk wird angegriffen. Das Ende scheint nah - und noch immer weiß keiner, wer dahintersteckt. Liegt etwas in der Luft? Im Regen, der urplötzlich eingesetzt hat? Ein chemischer Kampfstoff?

Was wäre, wenn ...

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"The Unthinkable" ist auf DVD und BD bei Ascot Elite erschienen.

(Foto: Ascot Elite)

Die Auflösung ziemlich am Ende des packenden Films mit zum Teil außergewöhnlich guten Darstellerleistungen (allen voran Jesper Barkselius) überrascht - und macht gleichzeitig deutlich: Schweden ist nicht nur Pippi Langstrumpf, Wallander und Inga Lindström. Das Undenkbare ist eingetreten: Mit "Unthinkable" tritt Schweden den Beweis an, dass es auch Horrorfilme drehen kann. Verantwortlich dafür zeichnet Regisseur Victor Danell. Er hat dafür gesorgt, dass aus "The Unthinkable" am Ende ein wunderbar schockierender Apokalypse-Thriller geworden ist. Das war zu Beginn des gut 130 Minuten langen Films nicht absehbar.

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Da hatten sich eher ein Familiendrama abgezeichnet, ein Coming-of-Age-Streifen oder eben die klassische schwedische Romanze. Irgendwie geht auch davon nichts verloren, alles bleibt erhalten, nur dass das Hauptthema am Ende Apokalypse heißt. Wer "Blackout" von Marc Elsberg gelesen hat, weiß, was es bedeutet, wenn ein Stromnetz zusammenbricht und wie lange es danach dauert, bis die Gesellschaft vor die Hunde geht.

Und so muss man sich als Zuschauer am Ende von "The Unthinkable" doch eingestehen, dass das Undenkbare geschehen ist: Schweden kann nicht nur Krimis und Liebesschnulzen vor wunderschöner Naturkulisse. Nein, Schweden kann auch Horrorfilme!

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Quelle: n-tv.de