Unterhaltung
An Actionstar is born: Amy Johnston.
An Actionstar is born: Amy Johnston.
Dienstag, 23. Januar 2018

Keine Waffen, keine Toten?: "Female Fight Club": Voll auf die Zwölf!

Von Thomas Badtke

1999 gelingt David Fincher mit "Fight Club" ein Paukenschlag. Heute ist der Film Kult. Miguel A. Ferrers "Female Fight Club" wird das nicht schaffen, sehenswert ist der knallharte Actionstreifen dennoch – vor allem wegen seiner Hauptdarstellerin.

"Die erste Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club! Die zweite Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert KEIN WORT über den Fight Club!" ... Das waren noch Zeiten, damals 1999. David Finchers "Fight Club" wird ein Kassenschlager, polarisiert und ist heute ein Kultklassiker.

Cooler Typ in der Nebenrolle: Dolph Lundgren.
Cooler Typ in der Nebenrolle: Dolph Lundgren.

Und heute? "Keine Waffen, keine Toten!" Sagt der Ringsprecher zu den beiden Kontrahentinnen in dem mit heruntergekommenen Menschen gefüllten schmuddeligen Raum. "Herzlich willkommen, Ladys und Gentlemen, zur Endrunde der halbjährlichen Free Fighting Championship! Heute Abend haben wir etwas ganz Besonderes für Sie: Auf der einen Seite haben wir Claire 'The Bull' Stronsum." Ein Schwall Buh-Rufe ertönt und endet abrupt, als der Ringsprecher die Gegnerin vorstellt: "Und auf der anderen: Diese Hallen haben ihren Namen schon oft gehört: Ein Mythos! Eine Großstadtlegende! Hier ist sie! Leibhaftig, vor euren Augen! Bex 'The Beast' Holt!" Applaus und laute "Yeah"-Rufe. Liebe Zuschauer, herzlich willkommen beim Actionkracher "FFC: Female Fight Club".

Bis auf die Ähnlichkeit beim Titel und ein paar knackigen Sätzen, mit denen man auf jeder Party punkten kann, hat der Streifen des Regisseurs Miguel A. Ferrer ("The Fall") nicht so viel mit Finchers Kultklassiker gemeinsam. Zwar schlagen sich auch hier Menschen halbwegs kontrolliert die Schädel ein, das Anarchistische ist aber gänzlich verloren gegangen. "FFC" zielt vielmehr auf die Fans der "Karate Tiger"-Reihe ab.

Das kenn ich doch ...

"Female Fight Club": Der Titel ist Programm.
"Female Fight Club": Der Titel ist Programm.

Der Plot ist schnell erzählt: Bex ist der Star der relativ geheimen FFC-Szene, als sie urplötzlich aussteigt. Fünf Jahre später arbeitet sie in einem Tierheim, als ihre Schwester auftaucht und sie bittet, sie und ein paar ihrer Freundinnen zu trainieren. Der Grund: Bex' Schwester hat Schulden beim FFC-Veranstalter Landon Jones - und der versteht keinen Spaß.

Bex willigt ein und kehrt damit in eine Szene zurück, die sie längst hinter sich glaubte: illegale Wetten, Schläge, blaue Flecken, Knochenbrüche. Die Szene boomt, denn: "Die meisten kommen her, weil sie sehen wollen, wie sich zwei Mädels die Scheiße aus dem Leib prügeln!" Und wie bei "Karate Tiger" geht das Ganze nicht ohne große persönliche Opfer ab, es sterben Menschen - und die darauffolgende Rache wird kalt, brutal und blutig serviert.

Der Star ist der Star

"Female Fight Club" ist bei Tiberius erschienen.
"Female Fight Club" ist bei Tiberius erschienen.

Dass dieser Plot den 90-minütigen Film trägt, liegt allein an der Hauptdarstellerin: Amy Johnston. Der Martial Arts Star machte sich in Hollywood bisher einen Namen als Stuntfrau in Actionreißern wie "Deadpool" oder "Suicide Squad". Daneben spielte sie auch unzählige Actionsequenzen für Videospiele wie "Spider-Man" oder "Uncharted" ein.

Mit "FFC" zeigt Johnston nun, dass sie mehr drauf hat, als Kopf und Körper für andere hinzuhalten. In "FFC" ist sie allein der Star - dass Dolph Lundgren eine kleine Nebenrolle spielt, ist wirklich nur eine Randnotiz wert. Johnston kann schauspielern. Sie kann Schläge und Kicks austeilen, einstecken, aber auch Gefühle zeigen. Und bei all dem sogar witzig sein.

Dieses Johnston-Gesamtpaket ist es, das "FFC" sehenswert macht. Was bleibt am Ende hängen? Ein Kultklassiker á la Finchers "Fight Club" mit Brad Pitt, Edward Norton und Meat Loaf wird "FFC" sicher nicht werden. Aber in ein paar Jahren wird man sich an den harten Streifen als Ausgangspunkt der steil verlaufenden Actionfilm-Karriere von Amy Johnston erinnern. Und mal ehrlich: Welche weiblichen Actionstars gibt es denn heute? Angelina Jolies "Tomb Raider"-Zeiten sind längst vorbei. Zuletzt sorgte Charlize Theron in "Atomic Blonde" für Frauen-Action auf der Leinwand. In ein paar Jahren wird Johnston die weibliche Ikone in diesem Genre sein. Bis dahin gibt es für die Frauen- wie Männerwelt noch ein paar "Tipps" von Bex:

1. "Muskeln sind wie eine Rüstung: Je mehr man hat, desto besser ist man geschützt."

2. "Wir werden die Manipulation der Gelenke durch Technik lernen: Angriffe auf Stellen ohne Muskeln: Ellenbogen, Handgelenke, Knie."

3. ""Es geht nicht um Größe und Stärke, sondern Technik."

Ach ja, vergesst die erste Regel des Fight Club. Verliert Worte über den "Female Fight Club"!

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Quelle: n-tv.de