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Die geheimste Waffe der Nazis "Frankenstein's Army": Was tot ist, kann nicht sterben

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Irgendwo versteckt in einem Bergdorf an der Ostfront experimentiert Viktor Frankenstein mit Hybriden aus Menschen und Maschinen - mit Erfolg.

(Foto: Ascot Elite)

Ostfront: Russische Soldaten landen mitten im Nirgendwo, einem Hilferuf von Kameraden folgend. Die finden sie zwar nicht, dafür aber jede Menge bizarre Skelett- und Leichenteile. Etwas Grauenvolles muss passiert sein - und bald wissen sie auch was.

Schaut man auf die IAA zurück, war eines der Hauptthemen die Hybridisierung. Der japanische Autohersteller Toyota war der erste Konzern, der Ende der 1980er Jahre dem herkömmlichen Verbrennungsmotor einen Elektromotor zur Seite stellte. Der Hybrid war geboren. Was das alles mit einer DVD zu tun hat? Dafür müssen wir in Deutschlands dunkelste Vergangenheit zurückblicken.

Irgendwann um 1944/1945 herum befindet sich eine russische Aufklärungseinheit unter der Führung von Feldwebel Nowikow (Robert Gwilym) irgendwo im Nirgendwo der Ostfront. Mit dabei ist der junge Studierte Dimitri (Alexander Mercury). Er führt eine neuartige Kamera mit sich und soll den glorreichen Kampf von Nowikows Männern im Großen Vaterländischen Krieg auf Zelluloid für die Nachwelt und vor allem für Josef Stalin höchstpersönlich festhalten. Die Aufnahmen sind zwar verwackelt, aber sie erfüllen ihren Zweck. Spannend sind sie auch, denn als Nowikows Einheit einen russischen Hilferuf und Koordinaten per Funk erhält, macht sie sich schnurstracks auf den Weg - und landet in einem scheinbar verlassenen Bergdorf.

"Was zum Teufel ist das?"

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Die Ruhe ist trügerisch, hier lauert der Tod.

(Foto: Adcot Elite)

Doch die Idylle trügt: Im umliegenden Wald finden sich Spuren von schwerem Artilleriebeschuss. Dazu liegen abartig verformte Skelett- und Leichenteile herum. Irgendetwas Schreckliches muss hier passiert sein. Dimitri hält mit der Kamera alles fest. Im verlassenen Dorf finden sie das umgestürzte Kreuz der Kirche und in dem Gotteshaus selbst eine Art Fabrik. Es dauert nicht lange, bis Nowikow und seine Männer erfahren, was hier vor nicht allzu langer Zeit "produziert" wurde.

Der Aufklärungstrupp wird angegriffen und gerät von da an immer tiefer in etwas hinein, das tödlicher ist als alles, was jeder von ihnen bisher kannte: zusammengeflickte Leichen mit Messern anstatt Händen. "Nur die Nazis können sich sowas ausdenken. Das ist wahnsinnig!", entfährt es einem von Nowikows Männern.

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Eine Armee aus Frankensteins Monstern? Die Nazis wollen sie, die Sowjetarmee auch.

(Foto: Ascot Elite)

"Oder genial?!", ist Dimitris kurze Antwort. Er weiß, wer oder besser was hinter all den unaufhaltsam scheinenden Tötungsmaschinen aus Menschenfleisch und Stahl, diesen Hybriden mit Hakenkreuzbinde, steckt. Und er soll dafür sorgen, dass dieses "Genie" sich und sein Wissen in den Dienst der Sowjetunion stellt. Aber wer mit dem Teufel spielt …

"Ein Mann mit Visionen wird immer missverstanden"

Ja, glaubt man der zugegeben fiktiven Story der niederländisch-US-amerikanischen Koproduktion "Frankenstein's Army", haben die Nazis einen kaum totzukriegenden Hybriden erschaffen. Mit Hilfe von Leichen oder auch lebenden Menschen sowie Mechanik und etwas Maschinenbau. Kein Geringerer als Viktor Frankenstein (Karel Roden), Enkel des sagenumwobenen Doktors, zeichnet dafür verantwortlich.

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"Frankenstein's Army" ist bei Ascot Elite als DVD und Blu-ray erschienen.

(Foto: Ascot Elite)

Statt den Blitzen seines Großvaters benutzt er einen Generator, um seine Wesen zum Leben zu erwecken. Geübt hat er bereits als kleiner Junge, indem er etwa Hämmer an Katzenpfoten "operiert" hat. Sein Vater war nicht erfreut und als der Krieg ausbricht, landet Viktor im Straflager. Allerdings kommt einem Sturmbannführer die Geschichte mit den Katzen zu Ohren und schon darf Viktor seine Kenntnisse an Menschen perfektionieren. Dann läuft die Sache allerdings aus dem Ruder.

"Frankenstein's Army" des Regisseurs Richard Raaphorst bietet alles, was der Titel verspricht: Jede Menge groteske Mensch-Maschine-Kreaturen, eine düstere Bunkerstimmung und dank der Wackelkamera-Optik auch eine beklemmende Found-Footage-Atmosphäre. Der Zuschauer wird das Gefühl nicht los, Teil eines Ego-Shooters zu sein - "Wolfenstein" und "Doom" lassen grüßen.

Allerdings - und das ist Raaphorsts Film hoch anzurechnen - kommt auch der Humor nicht zu kurz, wenn man ihn tiefschwarz mag. Auf die Schippe genommen werden dabei nicht nur die Nazis, die noch "Hans" und "Fritz" heißen und auch im englischen Originalton deutsch sprechen, sondern auch die Sowjetunion und deren politischen Ziele. So pflanzt Viktor Frankenstein beispielsweise die "kommunistische" linke Gehirnhälfte eines Russen neben die "faschistische" rechte Gehirnhälfte eines Nazis mit dem Ziel, einen friedliebenden Menschen zu erschaffen.

Am Ende ist "Frankenstein's Army" selbst ein Hybrid: Er verbindet Kriegs- und Horrorfilm-Elemente. Dabei ist er knallhart (FSK 18) und deshalb auch nicht jedermanns Sache. Die fiktive Story hätte durchaus real sein können - weil man den Nazis solcherlei Experimente rund um unschlagbare Hybrid-Menschen ohne mit der Wimper zu zucken zutrauen würde.

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Quelle: ntv.de