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Victor Crowley meldet sich zurück - und er ist wütend!
Victor Crowley meldet sich zurück - und er ist wütend!
Dienstag, 27. Februar 2018

Kult-Slasher zum Totlachen: Victor Crowley lebt - "Hatchet" is back!

Von Thomas Badtke

Sümpfe haben etwas Geheimnisvolles, vor allem der Honey-Island-Sumpf. Der Legende zufolge haust dort der axtschwingende Massenmörder Victor Crowley. Adam Greens Kulthorrorfigur ist zurück - und mit ihm jede Menge Blut, aber auch Humor.

"Cabin Fever"? Eli Roth. "Insidious"? James Wan. "Evil Dead"? Sam Raimi. Und "Hatchet"? Ganz klar: Adam Green! Im Horrorgenre braucht es nur einen Kracher, um den Regisseur zu einem Star zu machen. Meistens folgen weitere Teile, Remakes, Spin-offs. Manchmal haben die Filmschaffenden dann auch genug von ihrem Horrornimbus und wechseln das Genre: Raimi versuchte es beispielsweise mit Superhelden. Andere nutzen ihren Namen für "präsentiert von ..."-Filme. Roth ist hier das beste Beispiel, der mit seinem guten Namen jungen Nachwuchsregisseuren eine Chance für mehr Aufmerksamkeit gibt. Wieder andere lassen ihre Anfangserfolge ein paar Jahre ruhen, um sie dann wieder aufzugreifen - wie etwa Adam Green.

"Victor Crowley" ist bei Tiberius erschienen.
"Victor Crowley" ist bei Tiberius erschienen.

2006 erscheint sein Erstling "Hatchet", ein Old-School-Slasher, wie er im Buche steht. Danach gibt es mit "Spiral" (2007) und "Frozen" (2010) zwei deutlich weniger blutige Filme, ehe Green mit "Hatchet II" 2010 erneut in die Honey-Island-Sümpfe zurückkehrt. Danach dauert es drei Jahre bis "Hatchet III" und nun schickt er mit "Victor Crowley" den vierten "Hatchet"-Streifen direkt in die Heimkinos.

The same procedure ...

Wie in den vorherigen "Hatchet"-Streifen steht Victor Crowley im Mittelpunkt, der beil- und schleiferschwingende Serienkiller aus dem Sumpf. Seine Geschichte ist tragisch: Als Kind kommt er missgebildet zur Welt, sein Vater versteckt ihn deshalb in einer alten Hütte mitten im Sumpf. Dort wächst er heran, wird drangsaliert und gehänselt von anderen Kindern, die ihn aus dem Haus locken wollen, um ihn zu sehen.

Sie schießen Feuerwerkskörper auf das Haus, das daraufhin in Brand gerät. Victor ist darin gefangen, kann sich nicht allein befreien. Als sein Vater das Unglück bemerkt, eilt er ihm zu Hilfe und will mit einem Beil die Tür einschlagen. Er ahnt nicht, dass Victor direkt dahinter steht. Die Beilscheide landet in Victors Gesicht. Er stirbt. Sein Vater, von Kummer und Wut gebrochen, zehn Jahr später. Seitdem geht die Legende des mordenden, missgebildeten Victor Crowley in der Gegen um.

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Immer wieder taucht er auf und slashert sich durch die armen Menschen, die in der Nähe seines Hauses auftauchen, aus welchen Gründen auch immer. Erst in "Hatchet III" stirbt das Monster. Einziger Überlebender des Massakers damals ist Andrew (Parry Shen).

... as every "Hatchet"

Und genau jener Andrew wird die Erlebnisse von damals nicht los. Ein Buch soll dabei helfen, die Monstrositäten von einst zu verarbeiten. Und so tingelt er gerade durch B- und C-Talkshows, unter anderem auch durch die seiner Ex-Frau Sabrina (Krystal Joy Brown). Die hält Andrew noch immer für den wahren Serienkiller - und sie ist nicht allein. Immer wieder wird Andrew angefeindet, angegriffen, beleidigt. Auf einer Buch-Promo-Lesung tauchen Eltern eines Opfers auf und wünschen ihm Tod und Teufel an den Hals. Ein anderer Besucher will ein Autogramm auf seinem Penis. Chloe (Katy Booth) scheint die einzig Normale zu sein: Sie dreht einen Film über die Morde und will Andrew für einen Trailer gewinnen.

Kane Hodder spielt Victor Crowley.
Kane Hodder spielt Victor Crowley.

Doch Andrews Managerin macht dem Treiben ein Ende. Nichts da. Sie hat ein besseres Angebot für ihn: In der TV-Serie "Wahre Kriminalfälle" soll er noch einmal zurück an den Tatort fliegen, es winken eine Million Dollar, wie sie felsenfest und überzeugend behauptet.

Und schon ist Andrew mit dem Fernsehteam in einem kleinen Privatjet auf dem Weg in die Sümpfe. Chloe mit ihren beiden Freunden ist schon dort. Ein Trailer will gedreht sein. In Dillon (Dave Sheridan) haben die Nachwuchsfilmer den passenden schauspielernden Tourguide gefunden. Sie sehen und hören sich gerade den Victor-Crowley-Fluch auf Youtube an, als ein Flugzeug ganz in der Nähe abstürzt, herumfliegende Leichenteile inklusive.

Schreien, bluten, sterben: Das ist die "Hatchet"-Reihe.
Schreien, bluten, sterben: Das ist die "Hatchet"-Reihe.

Sie eilen zu Hilfe, die Youtube-Flüche laufen weiter und weiter und weiter - bis das Sumpfwasser anfängt zu blubbern. And here he is: Victor Crowley, waiting for you, Motherfucker! Der Bodycount geht weiter.

Victor Crowley ist tot, lang lebe Victor Crowley!

Greens "Victor Crowley" kehrt dabei etwas von den Ursprungsfilmen ab. Klar ist der Film wieder ein astreiner Slasher. Aber der Humor, der auch bei den Vorgängern durchaus da war, wird im vierten Film der Reihe auf die Spitze getrieben. Slapstick, Witze unter der Gürtellinie, Anspielungen auf andere Filme sowie auf die Vorgängerstreifen: alles da und perfekt pointiert.

Die Gefahr, dass "Victor Crowley" dadurch ins Lächerliche abdriftet, war durchaus vorhanden. Es passiert aber nicht. Dafür sorgt die titelgebende Hauptfigur. Wie eh und je schlachtet sie sich durch den Sumpf. Wer Laut gibt, ist kurz darauf Geschichte. Zurück bleiben nur Fleischfetzen und eine Menge Blut. Das Ganze wird zudem gekonnt untermalt von der passenden Geräuschkulisse.

Als Zuschauer merkt man sofort, da hatte einer Spaß am Drehen. Das ist nicht einfach nur der x-te Aufguss, um eine erfolgreiche Kuh noch einmal zu melken. Green versucht vielmehr, einen neuen Dreh, einen neuen Aspekt in die Geschichte hineinzubringen. Die Sache mit dem Fluch kommt hierbei ins Spiel, hervorgestoßen von einer gehörnten Ehefrau mit Voodoo-Wurzeln.

Wie "Victor Crowley" ausgeht, ist daher völlig egal. Man darf gespannt sein, wie Green die Saga, die eigentlich längst beendet schien, fortsetzen wird. Im Film spielt die Zeitspanne von zehn Jahren eine ganz bestimmte Rolle. Im wahren Leben dürfte es hoffentlich nicht so lange dauern!

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Quelle: n-tv.de