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Alchemie, Dunkelheit, Leichen In den Pariser "Katakomben" lauert der Tod

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George und Scarlett suchen nach Hinweisen auf den Stein der Weisen.

(Foto: Universal)

Die junge Forscherin Scarlett ist auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Er verspricht Reichtum und ewiges Leben. Neue Hinweise vermuten ihn in den Katakomben unter Paris - ein 300 Kilometer langes Stollennetz, in dem sechs Millionen Leichen ruhen. Scarlett steigt hinab.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen die Einwohner überall in Paris, sich darüber zu beschweren, wie furchtbar der Verwesungsgeruch war, der durch die überfüllten Friedhöfe entstand. Das Resultat: Immer mehr Leichen wurden unterirdisch gebettet. Heute existieren mehr als 300 Kilometer Katakomben unter der Stadt - und in ihnen lagern rund sechs Millionen Leichen oder vielmehr das, was von ihnen übrig ist. Aber das ist noch längst nicht alles.

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"Katakomben" ist bei Universal auf Blu-ray und DVD erschienen.

(Foto: Universal)

Die junge Forscherin Scarlett (Perdita Weeks; "Prowl"), Professorin und mehrfache Doktorin am University College von London, jagt nach einem Phantom, dem auch schon ihr Vater Zeit seines Lebens auf der Spur war: Flamels Stein. Besser bekannt als der "Stein der Weisen", soll es sich dabei um eine rätselhafte Substanz handeln, die unedle Metalle in Gold verwandelt und einem Menschen das ewige Leben schenken kann. Die Erschaffung dieses Steins war das oberste Ziel der Alchemie, einer frühen Form der Wissenschaft, die sich mit jeder Art der Transmutation befasst.

Vor rund 600 Jahren dann soll dem bekanntesten Alchemisten seiner Zeit, Nicolas Flamel, das Unglaubliche dann schließlich gelungen sein, die Erschaffung des Steins der Weisen. Als Grabräuber später seinen Sarg und den seiner Frau öffneten, sollen sie keine Leichen darin gefunden haben. Flamels Grabstein und dessen für das normale Auge verborgene Inschriften gelten als Wegweiser zum Stein der Weisen.

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Scarlett ist Feuer und Flamme, George glaubt noch nicht wirklich an den spektakulären Fund.

(Foto: Universal)

Geheimnisvolle Symbole, nur enträtselbar mit einem legendären Schlüssel. Und den hat Scarlett in einer Höhle im Iran entdeckt. In Paris macht sie sich nun auf die Suche nach dem Stein der Weisen - in den kilometerlangen düsteren Katakomben unterhalb der Stadt. Doch das ist keine gute Idee.

Keiner weiß genau, was da unten alles lauert. Die Höhlen, Gänge und Schluchten ziehen sich zum Teil mehrere hundert Meter in die Tiefe. Nicht jeder, der in die sie vordringt, findet auch wohlbehalten den Weg zurück an die Erdoberfläche. Warnungen, denen sich auch Scarlett stellt. Allein, sie verhallen ungehört, ihr Forscherherz schlägt den nackten Menschenverstand. Als sie sich mit einer kleinen Gruppe in die Katakomben begibt, ahnt Scarlett noch nicht, welchen Preis sie für ihre Neugier bezahlen wird. Wie bei "Indiana Jones" ist der Preis sehr hoch, er fordert Menschenleben: Lasst fahren alle Hoffnung, die ihr hier eintretet!

Die Angst vor der Dunkelheit

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In den Katakomben unter Paris befinden sich die Überreste von sechs Millionen Leichen.

(Foto: Universal)

Es ist angerichtet: "Katakomben" (im Original "As Above, So Below") lädt ein zu einer Reise ins Ungewisse und verbreitet dabei wohlig-schaurigen Schrecken. Regisseur John Erick Dowdle ("Quarantäne", "Devil: Fahrstuhl zur Hölle ") braucht dafür nur einen Mythos und den Pariser Untergrund. Daraus kreiert er einen Genremix aus Abenteuerfilm á la "Indiana Jones" und düsteren Klaustrophobie-Horror á la "The Descent". Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf Letzterem.

Das Großartige an "Katakomben" ist darüber hinaus: Alles ist möglich. Der Plot könnte durchaus wahr sein. Nicolas Flamel soll den Stein der Weisen gefunden und Unsterblichkeit erlangt haben. Klar, ein bisschen Glaube daran und Aufgeschlossenheit sollte der Zuschauer bei "Katakomben" schon mitbringen. Er sollte sich auf das Thema einlassen, es lohnt sich auf alle Fälle!

Wo "Urban Explorer" die Zuschauer in den Berliner Untergrund mitnimmt - Nazis und Kannibalismus inklusive -, setzt "Katakomben" noch einen drauf. Der Horror liegt in der Düsternis, wird immer wieder durch die Kopflampen und Helmkameras nur kurz beleuchtet und angedeutet. Der Zuschauer blickt wie die Protagonisten des Films in jahrhundertealte Tunnel und lauernde schwarze Öffnungen. Er hält den Atem an und erwartet hinter jeder Ecke, hinter jeder Bergung und in jedem Loch das Schlimmste, das Unvorstellbarste. Das hält bei Laune - vom Beginn des Films in einer Höhle im Iran, bis zum Ende in der Pariser Nacht, mögliche Fortsetzung inklusive. Es wäre auf jeden Fall zu wünschen!

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Quelle: n-tv.de