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"A Prayer before Dawn" In diesem Knast ist Überleben die Hölle

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Schmerzen zufügen oder erleiden: Billy Moore kennt beide Seiten.

(Foto: Ascot Elite )

Wenn man in Thailand Drogen vertickt, landet man schneller im Knast, als man "high" sagen kann. Der Brite Billy Moore wird ins "Bangkoker Hilton" gesteckt, eines der berüchtigsten Gefängnisse des Landes. Damit hat ein immerwährender Kampf ums nackte Überleben begonnen.

Billy Moore ist Brite, er boxt und handelt mit Drogen. In einer britischen Großstadt könnte er sich so durchs Leben schlagen, in Thailand nicht. Dort landet man für Drogenbesitz schon im Knast, bei Drogenhandel lernt man das "Bangkoker Hilton" kennen, das berüchtigte Gefängnis Klong Prem - und das will keiner, weder Thai noch Ausländer. Billy Moore hat einen jahrelangen Aufenthalt im "Bangkoker Hilton" vor sich, es wird die Hölle auf Erden.

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Auf so einen wie Billy Moore haben sie im "Bangkok Hilton" nur gewartet.

(Foto: Ascot Elite )

Moore, groß und muskulös, typisch britischer Teint, findet schnell heraus, dass er hier Tag für Tag um sein Überleben kämpfen muss. Gangs wollen ihm ans Leder, sprich an seinen Hintern. Das Gleiche blüht ihm beim Waschen oder im Schlafsaal, wo er mit viel zu vielen Insassen auf engem Raum die Nacht verbringen muss. Seine Boxfähigkeiten kann er gegen die schiere Masse an ihm übel gesinnten Häftlingen nur selten in die Waagschale werfen. Ein Selbstmord liegt im Bereich des Möglichen.

Never give up

Dann lernt er Feng kennen. Sie versorgt ihn mit Zigaretten, die hier im Knast so wichtig sind wie die Luft zum Atmen. Dafür bekommt Moore beispielsweise Schmerztabletten - und er kann sich den Eintritt ins Boxteam des Knastes erkaufen. Ein Boxteam im Gefängnis? Während man in Deutschland Fußball spielt und in US-Haftanstalten sich überwiegend mit Eisenstemmen die Zeit vertreibt, stehen in Thailand eben Boxteams in Gefängnissen hoch im Kurs - nationale Vergleiche inklusive.

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Moore muss sich im Knast im wahrsten Sinn des Wortes durchboxen.

(Foto: Ascot Elite )

Die Tatsache, dass Moore boxen kann, rettet ihn im "Bangkoker Hilton" zweifelsohne das Leben. Im Boxteam zu sein, sorgt für Ansehen unter den Mitgefangenen und dafür, dass er in Ruhe gelassen wird. Moores Problem dabei ist, dass sein Körper durch jahrelangen heftigen Drogenmissbrauch so dermaßen hinüber ist, dass jeder Kampf sein letzter sein könnte: Moore könnte bei bestimmten Treffern des Gegners innerlich verbluten.

Dennoch boxt er weiter. Alles ist besser, als aus dem Boxteam zu fliegen und wieder für alle der verhasste Ausländer zu sein und damit Freiwild in Kong Prem. Und so kommt, was kommen muss: Moore steigt in den Ring und verlässt ihn mit dem Tode ringend im Krankenwagen. Ob er überlebt?

Drug kills

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"A Prayer before Dawn" ist bei Ascot Elite erschienen.

(Foto: Ascot Elite)

Harter Cut: "A Prayer before Dawn" heißt der eindrucksvolle Film des französischen Regisseurs Jean-Stephane Sauvaire ("Johnny Mad Dog"). Eindrucksvoll auch deshalb, weil man als Zuschauer bereits nach fünf Minuten weiß: Nein, in Thailand sollte man die Finger von Drogen lassen. Nein, mit der thailändischen Polizei will man nicht aneinandergeraten. Nein, in einen thailändischen Knast will man ums Verrecken nicht. Nein, mit Billy Moore will man nicht tauschen. Never ever.

Es sind dabei nicht allein die Bilder, die zu diesen Schlüssen führen - es ist vor allem der Sound, der Lärm, der nie abzuebben scheint. Wie ein Tinnitus auf Thai. Schreiende Wärter, schreiende Gefangene, schreiende Täter, schreiende Opfer. Gesprochen wird wenig. Moore selbst redet nur, wenn er unbedingt muss, der Rest ist thailändisch mit Untertiteln. Das macht den Film aber nur noch authentischer. "A Prayer before Dawn" schmerzt.

Aber genau das wollte Sauvaire erreichen. Sein Film sollte ein Zeichen sein, ein Zeichen setzen. Er sollte aufmerksam machen auf die unmenschlichen Zustände in thailändischen Gefängnissen, nicht nur für Ausländer. Er hat es geschafft - und das liegt auch daran, dass die Figur des Billy Moore nicht fiktional ist. Billy Moore (gespielt von Joe Cole, "Black Mirror") gibt es wirklich, "A Prayer before Dawn" basiert auf einer wahren Geschichte, der Geschichte Billy Moores. Seine gleichnamige Erzählung, ein internationaler Bestseller, ist es, der Sauvaires Film den besonderen Kick gibt und klarmacht: Drogen in Thailand? Besser nicht!

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Quelle: n-tv.de

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