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"Prey: Beutejagd": tierisch gut Menschenfresser-Löwe wütet in Amsterdam

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"Prey": Gut gebrüllt, Löwe!

(Foto: Indeed)

Amsterdam: eine tote Vorortfamilie, dann ein toter Golfer. Alle Leichen blutig zerfleischt. Treibt ein Serienkiller sein Unwesen in der Stadt? Ja! Hunderte Kilo schwer, zwei Meter groß - ohne Schwanz. Eine wahre Begebenheit? Wer weiß. Aber auf alle Fälle ein tierischer Horrorspaß!

Amsterdam hat eine neue Attraktion. Nein, keine weitere Gracht. Keine Galerie mit Werken alter Meister. Auch keine Coffeeshop-Kette. Es ist ein Löwe. Langweilig? Dann kennen Sie dieses Exemplar noch nicht: hunderte Kilo schwer und zwei Meter lang - ohne Schwanz. Davon geht zumindest die Veterinärin des Amsterdamer Zoos, Lizzy (Sophie van Winden; "Code Blue") aus. Sie ist die Erste, die von der Polizei zu einem Leichenfundort gerufen wird, die Körper der Toten - eine Vorortfamilie - sind grauenvoll zugerichtet. Zerfleischt. Nur noch blutige Überreste. Lizzy ist sofort klar: Amsterdam hat ein Riesenproblem, denn wenn ein Löwe erst einmal Menschenblut geleckt hat, verliert er jede Angst. Aus dem König des Dschungels wird ein menschenfressendes Ungeheuer.

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"Prey: Beutejagd" ist bei Indeed auch in einer Uncut-Version auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Indeed)

Anfangs wissen nur der Polizist, Lizzy und ihr Freund Dave (Julian Looman; "Der Pass"), ein Kameramann, der für einen örtlichen Fernsehsender arbeitet, von dem Löwen. Das Ganze soll nicht medial verbreitet werden, um die Öffentlichkeit nicht in Panik zu versetzen. Doch als kurz darauf ein Mann auf einem Golfplatz getötet wird und mehrere besorgte Bürger bei der Polizei anrufen, die zum Teil von Angriffen eines Löwen und weiteren Toten berichten, muss die Politik reagieren.

Bose, böse Miezekatze

Ein Jäger soll das Problem mit dem Menschenfresser lösen. Schnelle Entscheidung, kurzer Dienstweg: Ein Verwandter des Bürgermeisters liebt Safaris und hat ein Gewehr. Doch der Möchtegern-Großwildjäger ist kein Gegner für den Löwen, ebenso wenig dessen nichtsnutziger, aber schießwütiger Sohn. Und so macht das Tier weiter spielend leicht menschliche Beute.

Nun soll ein Swat-Team dem Tier den Garaus machen. Bis an die Zähne bewaffnet verschanzen sie sich des Nachts in einem beliebten und ansonsten sehr belebten Park der Stadt. Sie wollen das Tier einkreisen, ins Visier nehmen und erschießen. Gefangene werden nicht gemacht. Die macht aber auch der Löwe nicht. Es geht schnell. Sehr schnell. Zu schnell. Das Swat-Team gibt es nicht mehr, es wurde teils zerfleischt vom Löwen, teils durch friendly fire hingerichtet. Nun ist guter Rat teuer.

Lizzy kann helfen. Sie ruft einen alten Bekannten an, ihren Ex-Freund Jack (Mark Frost; "Mayhem"). Acht Jahre war sie mit ihm zusammen, dann ging die Beziehung in die Brüche. Jack ist ein richtiger Großwildjäger, hat schon Auge in Auge mit einem Löwen gestanden. Nun sitzt er im Rollstuhl: Im Kampf gegen das Tier ließ Jack ein Bein, der Löwe aber sein Leben. Dennoch stößt der Jäger in Amsterdam auf Skepsis: Es sieht aber auch komisch aus, wenn ein E-Rolli auf Löwenjagd geht.

Der perfekte Sorgenfresser

Aber das Lustige ist Programm beim Film "Prey: Beutejagd" des niederländischen Regisseurs Dick Maas. Er genießt nicht nur in seiner Heimat Kultstatus, sondern ist auch hierzulande kein Unbekannter, zeichnet er doch für die "Flodders" verantwortlich, die "Familie zum Knutschen", das europäische Gegenstück zu "Eine schrecklich nette Familie". Aber auch bei Horrorfans genießt Maas einen guten Ruf - dank "Amsterdamned" ("Verfluchtes Amsterdam") und "Saint". Nun also eine Mischung aus Horror und Humor. Handgemacht und ohne Gefangene.

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Gut, mancher Witz erscheint platt und zum Teil auch unter der Gürtellinie. Aber die Dialoge sind einfach nur geil - und auch hervorragend synchronisiert. Für jeden ist etwas dabei: Ob Medienschelte, Fußballhuldigung  (A: "Die wachen erst auf, wenn er das halbe Team von Ajax aufgefressen hat." B: "Das würde dem Team vielleicht einmal ganz guttun." A: "Hey, kommen sie aus Rotterdam?") oder Korruption und Politiker-Bashing, alles wird mit Süffisanz präsentiert und mit einem Schuss Sarkasmus verziert ("Vielleicht ist er schon weitergezogen, nach Deutschland, und sucht einen Mann mit Sauerkraut.").

Man kommt als Zuschauer nicht umhin, bei "Prey" eine Menge Spaß zu haben. Der Film macht Laune, er hebt die Stimmung: Die schrägen Charaktere, der Wortwitz, der Plot, der selbst "Haie im Supermarkt" und "Zombiber" alt aussehen lässt - einfach nur herrlich, 100 Minuten Entspannung und Flucht vor der Realität. So gesehen entpuppt sich "Prey" als waschechter Sorgenfresser - und damit gerade in Zeiten der Corona-Krise als perfekte Ablenkung in Heimkinoformat.  

Quelle: ntv.de